Neue Platten: Hundreds – “Variations”

29.11.2011 von  

(Sinnbus)(Sinnbus)

8,7

Gerade noch das Deb√ľtalbum in die Regalschr√§nke gestellt, schon kommen Hundreds mit einer zweiten Platte um die Ecke. Das hanseatische Indie-Pop-Elektro-(Geschwister-)Duo legt ein Tempo vor, das sich so gar nicht mit ihrer ruhigen, zur√ľckhaltenden Musik vereinbaren lassen will. Doch “Variations” ist der ber√ľhmte Wolf im Elektro-Schafspelz: Die Platte enth√§lt keine neuen Songs der Band und auch die Musiker selbst treten in den Hintergrund. Vielmehr handelt es sich bei der zweiten Scheibe von Hundreds um eine Coverplatte. Befreundete Bands, Musiker und Musikprojekte haben sich den Erstlingswerken der Geschwister angenommen und diese neu bearbeitet.

“Variations” weist allein schon namentlich auf das hin, was man auf die Ohren bekommt: einen kunterbunten Stilmix von zehn verschiedenen Musikern. Mehr Variation geht kaum. Da trifft Get Well Soon auf Bodi Bill und Phon.o auf Einar Stray. Streicher meets Gitarre meets Elektro meets Klangkulisse. Und all das unter dem musikalischen Dach der Hundreds. Nur an wenigen Stellen kommen die Urheber der Songs zum Einsatz, wie z.B. in der Phon.o-Version von “Happy Virus”, in der Hundreds-S√§ngerin Eva den Gesang zusteuert.

Doch auch ohne die beeindruckende Stimme Evas oder das verspielte E-Piano von Philipp (der zweite Teil der Band) k√∂nnen die Songs funktionieren. Wunderbar funktionieren. Bezaubernd funktionieren. Ganz anders funktionieren. Jeder der Cover-K√ľnstler schafft es, die Songs f√ľr sich zu vereinnahmen, ihnen die entsprechende Note zu geben und sie zu einem “Typisch…”-Song werden zu lassen. Klar, dass das mit dem K√∂nnen der Cover-Musiker begr√ľndet wird. Doch ist es nicht kurios, dass einem bei all diesen Ver√§nderungen, Ab√§nderungen und Rundumerneuerungen stets und st√§ndig Hundreds pr√§sent sind?! Dass die Songs sich so unterschiedlich bearbeiten lassen, dass sie trotz der jeweiligen Eigennote mehr als gelungen sind und dass immer und immer wieder Hundreds durchklingen, das muss an dem K√∂nnen der Urheber liegen.

Mit “Variations” haben Hundreds nicht einen neuen Song vorgestellt, doch sie haben demonstriert, wie gro√üartig und musikalisch gelungen die bisherigen sind. Und nebenbei hat die Band ihren Musikerfreunden eines der sch√∂nsten Geschenke gemacht, die es gibt: Sie hat ihnen Vertrauen und Wertsch√§tzung geschenkt.

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