Artists

Artists / B


Beat Happening

Beat Happening waren eine US-amerikanische Indie-Pop-Band aus Olympia, Washington. Sänger Calvin Johnson lernte während seines Studiums Heather Lewis (Schlagzeug) und Bret Lunsford (Gitarre) kennen, mit denen er auf seinem eigenen Label K Records veröffentlichte.

Ursprünglich für eine Kassettenveröffentlichung der Band Supreme Cool Beings gegründet und aus Johnsons Küche heraus betrieben, wurde K Records ein Knotenpunkt der lokalen Szene, deren Speerspitze Beat Happening darstellten. Auf „Our Secret“, der ersten Single der Gruppe im Jahr 1984, stellten Beat Happening ihre eigenen Unzulänglichkeiten in den Vordergrund (anfänglich umfasste das Instrumentarium eine Second-Hand-E-Gitarre und ein Paar Maracas), anstatt sie zu kaschieren. Ihr selbstbetiteltes Debüt-Album von 1985 gilt heute als Lo-Fi-Meilenstein, der zahlreiche Künstler ermutigte, selbst musikalisch aktiv zu werden. Der Song „Cast A Shadow“ vom Album „Black Candy“ (1989) wurde häufig gecovert, unter anderem von Jens Friebe.

Beat Happening wurden zu einer der wichtigsten Indie-Bands, indem sie minimalistischen Art-Pop im Geiste von The Velvet Underground mit Graswurzel-Ästhetik und DIY-Ethos verschmolzen. Ihr letztes Album „You Turn Me On“ erschien im Jahr 1992. Calvin Johnson ist seitdem solo und in vielen anderen Projekten unterwegs, zum Beispiel mit Dub Narcotic Sound System.


The Beatles

The Beatles waren eine von 1960 bis 1970 aktive britische Rockband aus Liverpool, England, die zu den einflussreichsten Gruppen der Popmusikgeschichte zählt. Mit über 600 Millionen verkauften Tonträgern gelten sie zudem als der erfolgreichste Musikact aller Zeiten. Ihre Mitglieder waren John Lennon (Gesang, Gitarre), Paul McCartney (Gesang, Bass, Gitarre), George Harrison (Gitarre, Gesang) und Ringo Starr (Schlagzeug, Gesang). „Please Please Me“, das erste von insgesamt zwölf Alben des Quartetts, erschien 1963.

Beeinflusst von US-amerikanischen Rock’n’Roll-Größen wie Buddy Holly und Eddie Cochran, gründete der damals 16-jährige John Lennon in den späten 50er-Jahren The Quarrymen – die Gruppe, aus denen später The Beatles wurde. Ihren ersten Auftritt unter dem neuen Namen absolvierten die jungen Musiker in Hamburg, wo sie sich 1960 über drei Monate lang aufhielten und sich schnell einen Ruf als die beste Band der Stadt erarbeiteten. Nach ihrer Rückkehr nach Liverpool feierte die Gruppe mit ihrer ersten offiziellen Single „Love Me Do“ im Jahr 1962 ihren ersten Top-10-Hit im UK.  Ihr Debütalbum „Please Please Me“ schaffte es – wie alle ihre Alben mit Ausnahme von Yellow Submarine (1969) – an die Spitze der britischen Charts und führte zu einer landesweiten Hysterie, die bald als „Beatlemania“ bekannt wurde. Ihre erste US-Tour 1964 ebnete den Weg für das Phänomen, das bald als „British Invasion“ bezeichnet wurde – die hohe Präsenz von britischen Acts in den US-Charts. Die Bandgeschichte von The Beatles wird zumeist in eine straighte, Rock’n’Roll-lastige Früh- und eine Spätphase gegliedert, in der die Songs der Gruppe zunehmend politischer und abstrakter wurden. Sie gelten als Pioniere in den Bereichen des Psychedelic- und des Hard Rock. 

Aufgrund interner Konflikte lösten sich The Beatles im Jahr 1970 auf. Ihr letztes Konzert, das als „Rooftop Concert“ in die Geschichte einging, spielten sie 1969 ohne Vorankündigung auf dem Dach des Sitzes ihres Unternehmens Apple. Nach der Trennung waren alle vier Mitglieder als Solomusiker aktiv. 


 

 


Becca Mancari

Becca Mancari ist eine US-amerikanische Sängerin, Songwriterin und Gitarristin, die in New York aufgewachsen und mittlerweile in Nashville, Tennessee ansässig ist. Sie ist neben Brittany Howard (Alabama Shakes) und Jesse Lafser Teil des Folk-Trios Bermuda Triangle. Ihr von der Kritik gelobtes Solodebüt „Good Woman“ veröffentlichte sie im Jahr 2017 selbst.

Mancari wuchs in Staten Island, New York auf, als Kind einer streng religiösen italienisch-/puertoricanisch-stämmigen Familie, die sie selbst als „sektenartig“ beschreibt. Nach dem College begab sie sich, auf der Suche einem tieferen Sinn und einer Gemeinschaft, auf Reisen und landete schlussendlich in Nashville, wo sie seitdem lebt und musiziert. Ihr Debüt „Good Woman“ ist ein persönlicher, Gitarren-basierter Folk-Country-Hybrid. Es erhielt lobende Erwähnungen von unter anderem NPR und Rolling Stone. Zu ihren Vorbildern zählt die Musikerin unter anderem Neil Young, The Kinks und Bob Dylan.

„The Greatest Part“ (Captured Tracks) aus dem Jahr 2020 ist das zweite, deutlich abwechslungsreichere und experimentellere Album von Becca Mancari. Die Indie-poppige Vorab-Single „First Time“ war im Mai 2020 ByteFM Track des Tages.

 


Bedouine

Bedouine ist eine syrisch-amerikanische Singer-Songwriterin. Sie wurde in Aleppo als Azniv Korkejian geboren. Seit Mitte der 2010er-Jahre ist sie als Solokünstlerin aktiv.

Bedouine zog mit ihren Eltern früh aus Syrien nach Saudi-Arabien. Von dort aus – sie war zehn Jahre alt – zogen sie in die USA. Als junge Erwachsene ging Bedouine nach Los Angeles, um Sounddesign zu studieren. Durch Zufall lernte sie dort Gus Seyffert kennen, der unter anderem Alben von Beck und Norah Jones produzierte. Seyffert produzierte schließlich sowohl Bedouines selbstbetiteltes Debütalbum von 2017 als auch das 2019er-Album „Bird Songs of a Killjoy“, die beide auf dem Label Spacebomb erschienen.

Ihre Musik steht in scheinbarem Widerspruch zu ihrer eigenen Biographie. Bedouine sagt mit Blick auf ihre nomadische Kindheit in einem Interview, dass ihr ihre Vergangenheit mittlerweile wie eine Fata Morgana erscheine. Vielleicht bietet die Mischung aus Folk, Americana und Soul einen Ansatz, diese Vergangenheit außerhalb der eigenen Biographie und stattdessen im kulturellen Gedächtnis der US-amerikanischen Musik zu suchen.


Beirut

Beirut war ursprünglich ein Soloprojekt und ist mittlerweile die Band um den US-amerikanischen Multiinstrumentalisten Zach Condon. Mit ihrem ersten Album „Gulag Orkestar“ aus dem Jahr 2006 gelang der Gruppe der internationale Durchbruch.

Das Projekt wurde nach der libanesischen Hauptstadt benannt, da dort mehrere Kulturen aufeinander treffen – und genau das auch die Musik von Beirut sehr gut beschreibt. Diese ist nämlich eine Mischung aus Indie-Pop und traditioneller Musik aus unterschiedlichen Weltregionen: Volksmusik des Balkan, osteuropäische Polka, Chanson und mehr. Entsprechend viele Instrumente kommen bei Beirut zum Einsatz: Live sind es üblicherweise 14, auf den Studioalben sogar noch mehr Musikinstrumente. Condon selbst spielt neben seinen beiden Hauptinstrumenten, dem Flügelhorn und der Ukulele, noch Trompete, Mandoline, Akkordeon, Euphonium, sowie verschiedene Tasteninstrumente.

Mit „Gallipoli“ erschien 2019 das fünfte Album von Beirut, benannt nach einer Kleinstadt in Italien, die der Gruppe gut gefiel. Obwohl er nach wie vor viele Reisen unternimmt, hat Zach Condon mittlerweile einen festen Wohnsitz in Berlin.


Belgrad

Belgrad, so nennt sich die Band, die 2016 aus dem Nichts mit einem faszinierendem Video zu ihrem Stück "Niemand", auf die Bildfläche kam und Anfang September nächsten Jahres ihr selbstbetiteltes Debütalbum veröffentlichte. Hendrik Rosenkranz, Ron Henseler, Stephan Mahler und Leo Leopoldowitsch, so heißen die vier Jungs aus Dresden, Hamburg und Berlin. Sie kommen nicht nur aus verschiedenen Städten, sondern sind auch verschiedenen Kulturkreisen und Generationen entsprungen. Alle vier haben sie bereits in anderen Bands gespielt, Stalin Vs. Band, Torpedo Moskau oder Kommando Sonne-nmilch, um nur ein paar zu nennen. Heute erzeugt Belgrad einen Sound, der an alte Tocotronic-Sachen erinnert, sich aber dennoch schwer tut, sich in irgendein Genre einordnen zu lassen.


Belle And Sebastian

Belle And Sebastian ist eine Indie-Band aus Glasgow. Die Gruppe um Mastermind Stuart Murdoch wurde 1994 gegründet. Im selben Jahr erschien das Debütalbum „Tigermilk“.

Drei Jahre später wurde die Band bei den Brit Awards als bester Newcomer nominiert, gewann den Publikumspreis und erlangte spätestens seitdem eine zunehmende Popularität. Mit filigranen Alben zwischen Twee-, Indie- und Folk-Pop sowie mehreren EPs zementierte die Band ihren Status als Indie-Institution. Während simplere Folk-Arrangements zu Anfang den Kern der Musik bildeten, professionalisierte die Band mithilfe verschiedener erfahrener Produzenten über die Jahre ihre Studioaufnahmen und erarbeitete sich einen geschliffeneren, üppigeren und poppigeren Sound. Auch textlich zeichnet sich die Formation mit wenigen Ausnahmen durch eine Feel-Good-Attitüde aus.

2015 erschien „Girls In Peacetime Want To Dance“, eine kontroverse Platte, mit der Belle And Sebastian sich in deutlich elektronischere Gefilde begibt. Mit der EP-Trilogie „How To Solve Our Human Problems“ kehrten sie jedoch wieder zu ihren Wurzeln zurück.


Benee

Benee (*30. Januar 2000 als Stelle Rose Bennett) ist eine neuseeländische Sängerin und Songwriterin aus Auckland. Ihre Debüt-EP „Fire On Marzz” ist im Jahr 2019 über das US-Label Republic erschienen (James Blake, Florence + The Machine, Kid Cudi).

In ihrer Musik vereint Benee Stilelemente aus R&B und beatlastigem Indie-Pop. Ihre Karriere begann die Künstlerin, die in einer musikalischen Familie aufwuchs und bereits im Kindesalter Gitarre und Saxofon spielte, indem sie Coverversionen verschiedener Songs im Internet hochlud. Ihre Musik erregte im Jahr 2017 die Aufmerksamkeit des gefragten neuseeländischen Produzenten Josh Fountain, der mit Benee ihre ersten Singles „Tough Guy” und „Soaked” aufnahm. Letztere erreichte in Neuseeland Doppel-Platin-Status. Der internationale Durchbruch gelang Benee mit dem Song „Supalonely”, den sie zusammen mit dem New Yorker Indie-Pop-Musiker Gus Dapperton aufnahm. Ästhetisch setzt die Musikerin häufig auf kunstvoll gestaltete Zeichentrickfiguren und Animationen, wie beispielsweise im Musikvideo zu ihrem Song „Glitter".

Snail” von Benee war im August 2020 ByteFM Track des Tages. In dem Song verarbeitet die Künstlerin ihr Interesse für Schnecken, das sie infolge der Corona-bedingten Isolation entwickelt hatte.


Benjamin Clementine

Benjamin Clementine ist ein Musiker und Komponist, der 1988 in London geboren wurde. Bevor „At Least for Now“, sein Debütalbum aus dem Jahr 2015, ihn zum Liebling der KritikerInnen machte und dafür sorgte, dass der Autodidakt inzwischen Hallen füllt, hatte Clementine ein recht hartes Leben. Als er mit 19 nach Paris zog, war er für einige Jahre obdachlos und spielte auf der Straße, in Bars und Hotels. So zog er nach einiger Zeit die Aufmerksamkeit der Pariser Musikszene auf sich und wurde schließlich von einem Agenten entdeckt.

Benjamin Clementines Hauptinstrument ist das Piano. Als Einflüsse nennt er avantgardistische Komponisten wie Claude Debussy und Erik Satie, was sich auch in seinem experimentellen Klavierspiel abzeichnet. Sein Zugang zum Songwriting ist ein sehr expressionistischer. Er verarbeitet mit seiner Musik persönliche Erfahrungen und Gefühle, wobei die Melancholie und der Pathos, die darin stets mitschwingen, auf ein eher düsteres Innenleben hindeuten.

Im Jahr 2017 veröffentlichte Clementine mit „I Tell a Fly“ sein zweites Studioalbum. Am 19. Januar desselben Jahres, einen Tag vor der Amtseinführung Donald Trumps, erschien „Hallelujah Money“, eine Kollaboration zwischen ihm und Gorillaz. Die Textzeile „And I’ve thought the best way to perfect our tree is by building walls” deutet darauf hin, dass dieses Datum nicht zufällig gewählt wurde.


Benny Sings

Benny Sings ist der Künstlername des niederländischen Singer-Songwriters und Produzenten Tim van Berkestijn. Sein Debütalbum „Champagne People” ist im Jahr 2003 über das Berliner Indie-Label Sonar Kollektiv (Fat Freddy's Drop, Clara Hill, Dimlite) erschienen.

Benny Sings kombiniert in seinen ruhigen, tiefenentspannten Songs Pop-Melodien mit Einflüssen aus Jazz, Soul, Funk, R&B und HipHop, wobei er viele Instrumente selbst einspielt. Seine erste Band The Loveboat gründete der im südholländischen Dordrecht aufgewachsene Künstler zu Schulzeiten. Es folgte ein Studium der Klangkunst in Den Haag. 1999 wurde er als Bassist der Rotterdamer HipHop-Band Abstract Dialect einem größeren Publikum bekannt. Seit 2003 veröffentlicht Benny Sings regelmäßig von der Kritik hochgelobte Platten, die ihm prominente Hörer*innen wie Frank Ocean und Rex Orange County eingebracht haben. Mit letzterem kollaborierte Benny Sings im Jahr 2017 auf dessen Hit „Loving Is Easy”. Des Weiteren arbeitete Benny Sings mit renommierten Künstler*innen wie Mayer Hawthorne, Mndsgn und Mac DeMarco zusammen. Zu seinen musikalischen Vorbildern zählt er Michael Franks, Chet Baker, D’Angelo und Pharrell Williams.

Benny Sings’ Cover von Drakes „Passionfruit” war im November 2018 ByteFM Track des Tages. Er veröffentlichte sein achtes Studioalbum „City Pop” 2019 über Stones Throw Records (J Dilla, Jerry Paper, Sudan Archives). Anlässlich dessen war er gleich zweimal bei ByteFM zu Gast: Im Mai im ByteFM Magazin und im Juni bei Zimmer 4 36.


Bessie Smith

Bessie Smith (*15. April 1894) war eine US-amerikanische Blues-Sängerin. Sie feierte große Charterfolge mit ihren Schellack-Singles in den 1920er-Jahren und gilt als wichtiger Einfluss auf spätere Generationen von Jazz- und Blues-KünstlerInnen. Smith starb 1937 nach einem Autounfall.

Als Waisenkind aus ärmlichen Verhältnissen trat Bessie Smith von Kindesbeinen an als Straßensängerin auf. Trotz ihres von manchen ZeitgenossInnen als ungehobelt empfundenen Auftretens hatte sie als erwachsene Sängerin eine erfolgreiche Aufnahme- und Bühnenkarriere und wird unter anderem von Billie Holiday als prägend bezeichnet. Bessie Smith wurde zur bestbezahlten afroamerikanischen Künstlerin ihrer Zeit. Die ungewöhnlich expliziten Texte ihrer Lieder verhandeln Themen wie Armut und weibliche Sexualität und sprachen sich für die sexuelle und gesellschaftliche Selbstbestimmtheit von Frauen aus. Smith selbst hatte zahlreiche außereheliche Affären mit Männern und Frauen.

Die Sängerin verunglückte 1937 tödlich und wurde anonym bestattet; Janis Joplin ließ ihr 1970 einen Grabstein setzen.

 


Best Coast

Best Coast ist ein Surf-Rock- und Indie-Pop-Duo aus Los Angeles. Nach einigen Lo-Fi-Eigenproduktionen veröffentlichten Bethany Cosentino und Bobb Bruno 2010 ihr Debütalbum „Crazy For You“. 2012 und 2015 folgte ein etwas satterer Sound - mit den von der Kritik gelobten und von der Hörerinnenschaft geliebten Nachfolgern „The Only Place“ und „California Nights“. 


Betty Davis

Betty Davis (*26. Juli 1945 als Betty Mabry in Durham, North Carolina) ist eine US-amerikanische Funk-Sängerin und Songwriterin aus New York City. Ihr selbstbetiteltes Debütalbum ist 1973 erschienen. Es wurde von Greg Errico, dem Drummer von Sly & The Family Stone, produziert.

Betty Davis’ Musik zeichnet sich durch einen tighten Funk-Sound, sexualisierte Performance/Lyrics und ihre kratzige Gesangsstimme aus. Aufgewachsen in North Carolina und Pittsburgh, zog sie im Alter von 16 Jahren nach New York, wo sie bald in der Clubszene im Greenwich Village Fuß fasste und als Model arbeitete. In dieser Zeit lernte sie zahlreiche bekannte Musiker*innen kennen, darunter Jimi Hendrix, Sly Stone und Miles Davis. Letzteren heiratete sie im Jahr 1968. Obwohl die Ehe nur ein Jahr hielt, hatte Betty Davis erheblichen Einfluss auf den neunzehn Jahre älteren Musiker, indem sie ihm neue Trends in der Musik zeigte und ihm Jimi Hendrix und Sly Stone vorstellte. Das Ergebnis soll Miles Davis’ visionäres Album „Bitches Brew” (1970) gewesen sein, auf dem er als einer der ersten Jazz- mit Rock-Elementen kombinierte. Betty Davis nahm ihre ersten Singles Mitte der 60er-Jahre auf, unter anderem bei Columbia Records. An ihrer Debüt-LP waren einige namhafte Künstler*innen beteiligt, darunter Mitglieder von Sly & The Family Stone, Santana und The Pointer Sisters. Für Lyrics und Arrangement zeichnete Davis selbst verantwortlich. Das Album war, ebenso wie die beiden Nachfolger „They Say I’m Different” (1974) und „Nasty Gal” (1975), zum Zeitpunkt seines Erscheinens ein kommerzieller Misserfolg. Der Umstand, dass Betty Davis’ Auftritte aufgrund ihrer selbstbewusst-sexuellen Performance nicht im US-amerikanischen TV ausgestrahlt werden und ihre Songs nicht im Radio gespielt werden durften, mag zum Teil dafür verantwortlich sein.

Betty Davis nahm ihr viertes Album 1976 auf. Aufgrund von Konflikten mit ihrem damaligen Label dauerte es über 30 Jahre, bis es veröffentlicht wurde. „Is It Love Or Desire” erschien schließlich 2009 über Light In The Attic Records.


Beyoncé

Beyoncé Giselle Knowles-Carter (*4. September 1981) ist eine der erfolg- und einflussreichsten kontemporären Künstlerinnen. Die US-amerikanische R&B-Sängerin und Songschreiberin aus Houston war Teil des Trios Destiny's Child, ist die Schwester der Sängerin Solange Knowles und mit dem HipHop-Künstler Jay-Z verheiratet.

Früh genoss Beyoncé eine Tanzausbildung; wenig später kam Gesangsunterricht dazu. Die mit Jugendfreundinnen gegründete Gruppe Destiny's Child, das von Beyoncés Vater gemanagt wurde, unterzeichnete 1996 einen Vertrag mit dem Major Columbia, auf dem 1997 die Debüt-Single „No, No, No“ erschien, die wie die meisten Auskopplungen der Gruppe ein Top-Ten-Hit wurde. Weibliche Unhabhängigkeit zelebrierende Lieder wie „Survivor“ und „Independent Women“ machten die Band zu Vorbildfiguren. Auch nach Destiny's Childs Ende im Jahr 2001 blieb Beyoncé mit Hits wie „Crazy In Love“ und „Lemonade“ musikalisch erfolgreich und nutzt ihren Celebrity-Status auch für politische Statements, beispielsweise hinsichtlich sozialer Benachteiligung der afroamerikanischen US-Bevölkerung.

Musikalisch kann Beyoncé sich Avantgardismen auf hohem Niveau leisten und repräsentiert bei Mainstreamkompatibilität auch  weniger populäre Strömungen aus der afroamerikanischen Community wie New Orleans Bounce; bei ihrem Konzertfilm „Homecoming“ (2019) verneigte sich Beyonce auch vor dem Screw-Genre aus ihrer Heimatstadt.


Bibio

Bibio ist das musikalische Projekt des im englischen Wolverhampton ansässigen Briten Stephen Wilkinson, der am 4. Dezember 1987 geboren wurde. Er veröffentlicht seit 2004 von Folk inspirierte elektronisch-akustische Musik; seit 2009 steht Bibio beim Experimentalelektronik-Label Warp aus Sheffield unter Vertrag.

Zu Beginn seiner Karriere kombinierte Bibio Folk-Gitarren mit Analog-Synthesizern und Field-Recordings. Mit dem Wechsel zu Warp, dessen Künstler wie Autechre er als Inspiration nennt, begann sich Wilkinsons klangliche und produktionstechnische Ästhetik in eine elaboriertere, verstärkt elektronische und von HipHop-Künstlern wie J Dilla beeinflusste Richtung zu entwickeln. Musikalisch kamen Einflüsse unterschiedlicher Couleur aus den 1970er-Jahren hinzu, West-Coast-Rock etwa oder auch brasilianische Popmusik, was bisweilen ein Zeitgenossen wie High Llamas nicht unähnliches Klangbild zeitigte.

Wilkinson legt sich stilistisch nicht fest und vermeidet Formelhaftigkeit. So erschien 2017 mit „Phantom Brickworks, Wilkinson“ ein Album mit über ein Jahrzehnt entstandenen Ambient-Improvisationen. Im Februar 2019 war „Curls“ vom Album „Ribbons“ Track des Tages bei ByteFM.


Bicep

Wer sich eingängig mit Detroit Techno, Chicago House- oder Italo-Music beschäftigt, der ist vielleicht schon mal über den Blog „Feel My Bicep“ gestolpert. Dieser wurde 2009 von Andy Ferguson und Matt McBriar gegründet, sie posten seitdem regelmäßig Edits aus lang vergessenen Juwelen der eben genannten Genres. Ferguson und McBriar waren schon länger als DJs unterwegs, als 2010 ihre erste 12-Inch „Darwin“ erschien. Ihr Name als Produzenten-Duo? Bicep. Ihr eigenes Label nannten sie wie den Blog: Feel My Bicep.

2017 veröffentlichten Bicep ihr lang-erwartetes, selbstbetiteltes Debütalbum bei Ninja Tune. Es brachte ihnen den Platz 20 der UK-Album-Charts ein, sowie ausverkaufte Konzerte in den USA, in Japan und Europa.

 


Big Audio Dynamite

Big Audio Dynamite waren eine 1984 gegründete britische Post-Punk-Band aus London. Ihre Originalmitglieder waren Mick Jones (Gesang, Gitarre) – einer der Mitbegründer von The Clash –, Don Letts (Gesang, Samples), Leo Williams (Bass), Dan Donovan (Keyboard) und Greg Roberts (Schlagzeug). Ihr Debütalbum „This Is Big Audio Dynamite” ist im Jahr 1985 erschienen.

In ihrem eingängigen Sound vermengten Big Audio Dynamite vielfältige Einflüsse aus (Post-)Punk, HipHop, Dance Music, Reggae und Funk. Mick Jones gründete die Gruppe nach seinem Rauswurf aus The Clash zusammen mit Don Letts, der sich zuvor bereits einen Namen als DJ sowie als Filmemacher („The Punk Rock Movie”, diverse The-Clash-Musikvideos) einen Namen gemacht hatte. Ihr Debütalbum wurde von Columbia Records veröffentlicht und enthielt mit der tanzbaren Pop-Nummer „E=MC2” einen ihrer bis heute bekanntesten Songs. An dem 1986 erschienenen Nachfolger „No. 10, Upping St.” war The-Clash-Leadsänger und -Gitarrist Joe Strummer als Songwriter und Co-Produzent beteiligt. Nach zwei weiteren Alben – „Tighten Up Vol. 88” (1988) und „Megatop Phoenix” (1989) – lösten sich Big Audio Dynamite auf. 1990 wurde die Band unter dem Namen Big Audio Dynamite II mit Mick Jones als einzigem Originalmitglied neu formiert. Der auf dem Album „The Globe” enthaltene Song „Rush”, mit seinen Rock-’n’-Roll-Samples von The Who bis Deep Purple, erreichte 1991 die Spitze der US-amerikanischen Alternative-Charts und wurde damit der größte Hit der Gruppe.

2011 vereinigte sich das ursprüngliche Line-Up von Big Audio Dynamite wieder. Im selben Jahr absolvierte die Gruppe eine erfolgreiche Tour durch Großbritannien und spielte einige Konzerte auf Festivals in den USA.


Big Boi

Big Boi (*1. Februar 1975 in Savannah, Georgia) ist ein in Atlanta ansässiger US-amerikanischer Rapper aus und Mitglied der Gruppe Outkast, die zu den einflussreichsten HipHop-Acts der 1990er- und frühen 2000er-Jahre zählen. Sein Rap-Stil ist charakteristisch für das HipHop-Subgenre „Dirty South“, wobei die Musik von Big Boi Einflüsse vieler Musikrichtungen aufnimmt, was vor allem für das Oeuvre Outkasts gilt.

Mit seinem Schulfreund André „3000“ Benjamin gründete der als Benjamin Antwan André Patton geborene Big Boi Anfang der 1990er-Jahre die Gruppe Outkast, die vom Debüt-Album „Southernplayalisticadillacmuzik“ an in den USA überaus erfolgreich waren, und ab dem Jahr 2000 auch in Europa. Das Album „Speakerboxxx/The Love Below“ (2003) war einer der größten Erfolge des Duos, bestand aber im Prinzip aus zwei Soloalben. Die Band ging 2007 auseinander.

Big Bois Musik als Solo-Künstler reicht von klassischem Oldschool-HipHop über G-Funk bis hin zu Gangsta-Rap. Dabei experimentiert er mit ungewohnten Klangfarben und gibt aktuellen Künstlern eine Plattform, bleibt aber seinen Wurzeln im klassischen HipHop treu.


Big Joanie

Big Joanie sind ein 2013 gegründetes britisches Punk-Trio aus London, England. Es besteht aus Stephanie Philips (Gesang, Gitarre), Estella Adeyeri (Bass, Gesang) und Chardine Taylor-Stone (Schlagzeug, Gesang). Ihre Debüt-EP „Sistah Punk“ erschien 2014. Der erste Longplayer „Sistahs“ folgte 2018. 

Big Joanie beschreiben sich selbst als eine Mischung aus The Ronettes und Riot Grrrl mit einer Prise Dashiki (ein buntes Kleidungsstück aus Westafrika). Gegründet wurde die Band von Stephanie Philips, die – frustriert über die fehlende Diversität in der britischen Punk-Szene – online nach Mitmusikerinnen für eine schwarze feministische Punkband suchte. Ihre erste EP veröffentlichten sie über das englische Riot-Grrrl-Label Tuff Enuff Records. „Sistah Punk“ enthält vier Post-Punk-Nummern im krachigen Lo-Fi-Gewand. Ihr Debütalbum „Sistahs“ erschien im Jahr 2018 über das von Thurston Moore (Sonic Youth) mitbegründete Label Daydream Library. Für die von einem melodischen Post-Punk/Indie-Rock-Sound geprägte Platte erhielten Big Joanie positive Kritiken von zahlreichen einschlägigen Medien. 

Big Joanie traten als Supportact einiger namhafter Acts auf, darunter die US-amerikanische Post-Punk-Gruppe Parquet Courts und die Riot-Grrrl-Pionierinnen von Sleater-Kinney. Ihre Tour als Vorband von Bikini Kill im Jahr 2020 wurde aufgrund der Corona-Pandemie verschoben.


Big Thief

Das US-amerikanische Quartett Big Thief aus Brooklyn setzt alles daran, dem etwas in Verruf geratenen Genre Folk-Rock seinen eigenen Stempel aufzudrücken. Ähnlich wie es Musikerinnen und Musiker wie Angel Olsen, Kevin Morby oder Father John Misty vormachen, fühlen sich auch Big Thief dem klassischen Storytelling verpflichtet, pendeln dabei zwischen bittersüßer Melancholie und Kratzbürstigkeit – und sind musikalisch deutlich vom US-amerikanischen Indie-Rock der 90er-Jahre und Bands wie Pavement, Modest Mouse oder Built To Spill beeinflusst.

Dass Sängerin und Gitarristin Adrianne Lenker etwas vom Geschichtenerzählen versteht, hat sie bereits mit ihrem Soloalbum „Hours Were The Birds“ bewiesen. Zusammen mit Gitarrist und Co-Songwriter Buck Meek, Bassist Max Oleartchik und Drummer James Krivchenia verleiht Lenker ihren kleinen und großen Erzählungen nun eine umfangreichere musikalische Bandbreite. Hören kann man das auf „Masterpiece“, dem Debütalbum von Big Thief, das im Mai 2016 erschienen ist. Am 9. Juni 2017  veröffentlichte Big Thief ihr zweites Album „Capacity“ ebenfalls wieder auf dem von Conor Oberst (Bright Eyes) und Mike Mogis mitgegründeten Label Saddle Creek.


Aktueller Titel:
 
Davor lief:
 
 
 
 

Artists A - Z

0
A
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
P
Q
R
S
T
U
V
W
X
Y
Z