Die Anfänge des HipHop

Die Anfänge des HipHop Bild: Wichtiges Medium für die Anfänge des HipHop: ein Radiorekorder oder „Boombox“

Die Anfänge des HipHop, der Beginn dieser noch immer einflussreichsten Jugendkultur, können nicht auf einen Urknall, eine Geburtsstunde festgelegt werden. Sprechgesang über funky Tunes gab es schon vor den New Yorker Block-Partys in den 70ern, die als Wiege des Genres gelten. Aber aus diesen Underground-Nächten entstand eine neue Kultur. Mit eigenen Codes und Formeln und einem kreativen Potential, das noch immer nicht aufgebraucht ist. Es war eine Zeit, als findige DJs begannen, zu scratchen und Funk-Breaks zu isolieren. Als eloquente Ansager*innen über diese Musik reimten. Heute würde man sagen: MCs rappten über Breakbeats. Doch das Vokabular war gerade erst im Entstehen begriffen. Musikalische Zeugnisse aus dieser Zeit gibt es wenige. Beginnen wir daher bei bedeutenden Tracks der HipHop-Antike: der Old School.


The Sugarhill Gang: „Rapper's Delight“ (1979)

Am 16. September 1979 erschien „Rapper's Delight“ von The Sugarhill Gang. Über dem Basslauf von Chics Disco-Hit „Good Times” eine schnell und rhythmisch gesprochene Zeile: „Hip-hop, hippie to the hippie, to the hip-hip-hop and you don't stop”. Der Begriff „Rap” wurde mit diesen Worten vom New Yorker Block-Party-Slangausdruck zum Teil des Mainstream-Wortschatzes. Produzentin Sylvia Robinson hatte die Band zusammengestellt, um eine Platte im Stil der Underground-Partykultur zu machen. Viele MCs sahen Rap als spontane Live-Geschichte, weshalb Robinson Schwierigkeiten hatte, Rapper zu casten. Der Basslauf des bekannten Chic-Songs wurde nachgespielt – Sampler waren noch unerschwinglich – und The Sugarhill Gang rappte dazu. Keineswegs „authentisch” also, aber ein Meilenstein.

Kurtis Blow: „The Breaks“ (1980)

Kurtis Blow (eigentlich Kurtis Walker) hatte Ende 1979, gerade 20-jährig, bereits einen Hit mit „Christmas Rappin”, kurz nach dem Erfolg von „Rapper's Delight”. Doch seine große Nummer landete er ein halbes Jahr später, im Juni 1980: „The Breaks” wurde als erster Rap-Song mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet. Der Titel spielt auf die instrumentalen „Breaks” auf Funk-Platten an, die frühe DJs isolierten und aneinanderreihten, da sie merkten, dass das Publikum an diesen Stellen besonders intensiv tanzte. Kurtis Blow benutzt das Wort, beziehungsweise gleichklingende Wörter wie „Brakes” in den sechseinhalb Minuten des Songs über achtzigmal. Bitte mitzählen.

Grandmaster Flash & The Furious Five: „The Message“ (1982)

Ein ungemein wichtiges Stück für die Anfänge des HipHop war „The Message“ von Grandmaster Flash & The Furious Five. Die Crew war bereits seit Mitte der 70er in der Block-Party-Szene bekannt und brachte mit „The Message“ eine politische Dimension auch in den „warenförmigen“ HipHop und in die Charts, die auch das in der Szene übliche Ausmaß übertraf. Zuvor waren die Veröffentlichungen des Genres vor allem freundlich prahlende Party-Raps gewesen. „The Message“ beschäftigte sich hingegen mit der Armut in den Innenstädten der USA. Dieses politische Bewusstsein sollte in den Folgejahren zu einem entscheidenden Element des HipHop werden. Produziert wurde der Track übrigens wieder von Sylvia Robinson, die auch The Sugarhill Gang im Studio betreut hatte. Ihre Idee war es auch, einen politischen Rap-Song zu machen; die Band hatte Bedenken und weigerte sich zunächst.

Afrika Bambaata: „Planet Rock“ (1982)

„Planet Rock“ von Afrika Bambaata war 1982 ein weiterer Meilenstein der Anfänge des HipHop. Der Song basiert auf einem Sample des Stückes „Trans Europa Express“ der deutschen Elektronikpioniere Kraftwerk. Die Verbindung zwischen der afroamerikanischen Musikszene New Yorks und experimentellem europäischen Pop war – zumindest für das weiße Mainstreampublikum – überraschend. „Planet Rock“ gilt heute als erster Schritt in Richtung des Genres, das später „Electro“ heißen sollte. Das Sample war zunächst nicht mit Kraftwerk abgeklärt. Nach einem Treffen gab die Band ihre Erlaubnis, unter der Bedingung einen Dollar für jede verkaufte Single zu erhalten.

Run-D.M.C.: „It’s Like That“ (1983)

„It’s Like That“ von Run-D.M.C. war einer der ersten Tracks der sogenannten „New School“ des HipHop, die sich durch einen härteren, minimalistischern Sound und politischere Lyrics auszeichnete. „It’s Like That“ erschien 1983 und handelt von Arbeitslosigkeit und Geldproblemen in der Hood. Produzent Larry Smith hatte den Teenagern zunächst den Text abgekauft, um ihn mit Kurtis Blow aufzunehmen, ließ sich von ihnen aber überreden, ein Demo mit ihnen selbst aufzunehmen. Dieses Demo überzeugte Smith offenbar und der Track wurde die erste Single von Run-D.M.C., die später zusammen mit Aerosmith mit dem Song „Walk This Way“ einen weltweiten Crossover-Erfolg hatten.



Die Anfänge des HipHop im Programm von ByteFM:

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