George Clinton

George Clinton George Clinton gilt als Erfinder des P-Funk; hier zu sehen auf dem Cover seines Albums „Make My Funk The P-Funk“

George Clinton (geboren am 22. Juli 1941) ist ein einflussreicher US-amerikanischer Sänger, Songwriter und Produzent aus Plainfield, New Jersey. Er ist vor allem in seiner Rolle als Leader des Funk-Kollektivs Parliament-Funkadelic bekannt, hat aber auch einige Soloplatten veröffentlicht. Sein Solodebüt „Computer Games“ ist im Jahr 1982 über Capitol Records erschienen. 

Wenige Musiker*innen prägten und revolutionierten den Funk so maßgeblich wie George Clinton. Mithilfe von Psychedelia-Elementen und einer schrillen Sci-Fi-Ästhetik verwandelten er und seine Parliament-Funkadelic-Kolleg*innen die junge Musikrichtung, die bei Künstler*innen wie James Brown noch recht geradlinig dahergekommen war, in den 1970er-Jahren in eine farbenfrohe Spielwiese voller Hendrix-Vibes und Surrealismus. Der kreierte Sound veränderte dabei nicht nur das Funk-Genre, sondern war auch äußerst wegweisend für Musiker*innen aus anderen Bereichen, etwa HipHop, Post-Punk, New Wave und Electronica. Seine musikalische Karriere begann der in Plainfield aufgewachsene George Clinton in den 1950er-Jahren als Teil der Doo-Wop-Gruppe The Parliaments. Aus dieser gingen Ende der 1960er-Jahre Parliament und Funkadelic hervor – die erfolgreichsten Bands des gleichnamigen Kollektivs. Clinton fungierte bei beiden als Sänger, Arrangeur und Produzent. Der Durchbruch gelang ihm und seinen Mitmusiker*innen in den 1970er-Jahren mit gefeierten Alben wie Funkadelics „Maggot Brain“ (1971) oder Parliaments „Motheship Connection“ (1975). Danach war Clinton als Solomusiker tätig und kollaborierte mit Künstler*innen wie Red Hot Chili Peppers, Tupac Shakur, Outkast und Mary J. Blige.

Mit „George Clinton And His Gangsters Of Love" veröffentlichte der Musiker im Jahr 2008 ein Coveralbum mit Gastauftritten von unter anderem Sly Stone, Red Hot Chili Peppers und RZA. 2019 wurden Clinton und Parliament-Funkadelic mit einem Grammy für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.



George Clinton im Programm von ByteFM:

Der Funkmeister - Zum 70. Geburtstag von George Clinton

Von christiantjaben
(22.07.2011)
Vollen Blog-Beitrag lesen / Auszug:
Er brachte „One Nation Under A Groove“ und verkündete den freien Arsch bei freiem Bewusstsein. George Clinton landete das Raumschiff des P-Funk mitten in die discofizierten 70er und ist seitdem unverzichtbarer Teil der schwarzen Musikgeschichte. Als Dr. Der 1993 für sein klassisches HipHop Album „The Chronic“ stark auf Samples von der „Mothership Connection“, dem 1975er Album von George Clintons Gruppe Parliament zurückgreift, hatten die Grooves und Sounds des P-Funk bereits einige Jahre lang die genetische Grundlage des Hip Hop mitbegründet. Der Funk, genauer der P-Funk gehört neben James Brown zur musikalischen Ursuppe, aus der sich Hip Hop traditionell bedient. George Clinton darf sich als neben Brown meist gesampleter Künstler der Welt sehen. Zum Zeitpunk von Dres „Chronic“ ist Clintons Karriere gerade etwas im Auftrieb. Niemand Geringeres als Prince veröffentlicht sein Album „Hey Man... Smell My Finger“. Doch die eigentliche Hochphase der Karriere Clintons datiert von 1970 bis 1982. // Gegen Ende der 1970er spalten sich immer mehr Musiker ab und Clintons Imperium zerbricht unter anderem an seinem chaotischen Geschäftsgebaren. In den folgenden Jahren bleibt Clinton aktiv, sowohl als Solo-Künstler wie als Produzent (u.a. der zweiten Red Hot Chili Peppers Platte „Freaky Stiley“ 1985), aber der ganz große Erfolg bleibt aus. Mit einer Ausnahme: „Atomic Dog“ von 1982 wird Clintons vermutlich größter und meist gesampleter Hit. Ab Ende der 1980er ist Clinton als Vaterfigur und Hohepriester willkommener Gast auf diversen Hip Hop Platten von Snoop Dogg über Outkast bis zu RZA. Bis heute tourt Clinton regelmäßig und veröffentlicht Platten (zuletzt "George Clinton & His Gangsters Of Love" von 2008, u.a. mit Carlos Santana, Sly Stone und den Red Hot Chili Peppers als Gästen), ist inzwischen in die Rock’n Roll Of Fame aufgenommen und Grammy preisgekrönt.

„Atomic Dog“: George Clinton wird 80 Jahre alt

Von ByteFM Redaktion
(22.07.2021)
Vollen Blog-Beitrag lesen / Auszug:
„Atomic Dog“: George Clinton wird 80 Jahre alt
Der Funk-Musiker George Clinton wird heute 80 Jahre alt „Atomic Dog“ ist unser Track des Tages zum 80. Geburtstag des US-amerikanischen Musikers George Clinton. Für das Funk-Genre ist er wichtig wie kaum jemand sonst. Höchstens James Brown hat für die Entwicklung des Genres einen ähnlichen Stellenwert. Beide taten sich vor allem als Bandleader hervor. Die Bands sind in Clintons Fall vor allem Parliament und Funkadelic. Mit ihnen prägte er vor allem in den 70er-Jahren die Funk-Szene. In ihrem afrofuturistischen wie comichaften Universum ging es ganz anders zu als irgendwo sonst. Ästhetisch waren die ausufernden Improvisationen beinahe das Gegenteil der minimalistisch-funktionellen Musik eines James Brown. Clinton erschuf mit Musiker*innen wie dem Bassisten Bootsy Collins eine Space-Welt mit eigener Mythologie. Dort gab es das Mutterschiff, einen Dr. Funkenstein und Funk-Klone. Doch das war nicht bloß tanzbarer und genialer Quatsch, sondern auch immer politisch. // Der US-amerikanische Funk-Musiker George Clinton wurde am 22. Juli 1941 in Kannapolis, North Carolina geboren und wird heute 80 Jahre alt. Aus diesem Anlass ist sein Song „Atomic Dog“ von 1982 unser Track des Tages. Hört und seht ihn Euch hier an:

„Unity“: Nina Hagen veröffentlicht neuen Song mit George Clinton

Von ByteFM Redaktion
(04.09.2020)
Vollen Blog-Beitrag lesen / Auszug:
„Unity“: Nina Hagen veröffentlicht neuen Song mit George Clinton
Die deutsche Punk-Pionierin Nina Hagen hat zusammen mit George Clinton eine Single namens „Unity“ herausgebracht. Der Dub-Track entstand nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd, der vor einigen Monaten in den USA anhaltende Proteste gegen rassistische Polizeigewalt ausgelöst hatte, und ist Hagens Hommage an die Black-Lives-Matter-Bewegung. Der Song war bereits im Juli erstmalig im US-amerikanischen Toneshift-Podcast zu hören. Die in Ost-Berlin geborene „Grande Dame“ des Punk und NDW-Wegbereiterin hat dazu eine Reihe von Gästen ins Boot geholt. So sind der US-amerikanische P-Funk-Großmeister George Clinton, Tequila Mockingbird und der demokratische US-Politiker Dennis Kucinich mit von der Partie. Hagen hatte Kucinich in der Vergangenheit aktiv beim Wahlkampf unterstützt. Mit dem Song will die für ihr schrilles und unkonventionelles Auftreten bekannte Musikerin laut Pressemitteilung ihrer Sehnsucht nach Nächstenliebe und sozialer Gerechtigkeit Ausdruck verleihen.

Zum 70. Geburtstag von Bernie Worrell

Von ByteFM Redaktion
(18.04.2014)
Vollen Blog-Beitrag lesen / Auszug:
Eine lebende Keyboard-Legende wird morgen 70 Jahre alt: Bernie Worrell. Als Teil von Parliament-Funkadelic hat Bernie Worrell in den 70ern Musikgeschichte geschrieben, aber auch durch die Klangforschungsreisen, die er damals, als einer der ersten überhaupt, auf dem Synthesizer unternahm. Gleichzeitig sorgte er als musikalischer Leiter des Funk-Kollektivs um George Clinton dafür, dass das „Mothership“, wie die „Space“-verliebten Musiker ihre Band auch nannten, auf Kurs blieb. // Direkt nach dem Musikstudium wurde Bernie Worrell zunächst von der R'n'B-Sängerin Maxine Brown engagiert. Er wurde ihr musikalischer Leiter, schrieb Arrangements, probte mit der Band und wählte die passenden Mitmusiker aus. Schließlich erhielt er einen Anruf von einem alten Bekannten aus Jugendtagen: George Clinton, der Bernie Worrell nach Detroit und in sein Funk-Kollektiv Parliament-Funkadelic holte. // Kreatives Chaos ist gut. Es brauchte allerdings auch jemanden, der den genialen Space-Funk-Wahnsinn zusammenhielt. Und genau diese Aufgabe übernahm Bernie Worrell bei Parliament-Funkadelic und den diversen Nebenprojekten von George Clinton. Durch sein sicheres Gespür für Arrangements und durch seinen innovativen Umgang mit den damals noch neuen elektronischen Klangerzeuger trug Bernie Worrell einen entscheidenden Beitrag zum Kultstatus von Parliament-Funkadelic in den 70ern, und der Entstehung von "P-Funk" bei. Als einer der ersten benutzte er nicht nur herkömmliche Instrumente wie Hammond-Orgel oder E-Piano, vielmehr lotete Bernie Worrell am Synthesizer die Soundmöglichkeiten neu aus, wie sich sein langjähriger musikalischer Weggefährte Bootsy Collins erinnert:

Was ist Musik

Here's our chance to dance away out of our constrictions

(22.10.2017 / 19:00 Uhr)
Volle Sendungsbeschreibung lesen / Auszug:
George Clinton ist ein Schüler von Jimi Hendrix. Das behauptet der afroamerikanische Kritiker Greg Tate in seinem Essay “The Black Male Show”. “Like his disciples in George Clintons Parliament Funkadelic, Hendrix wanted to free your mind but expected your ass to groove and follow along too.” An anderer Stelle schreibt Tate: “The greatest dancing rebel on American history was James Brown – an alchemist who transformed funk from an action word and a meme for a transcendent body in motion. George Clinton however was the Dude who harnessed that force and converted funk into a hoodmassive post-Black Power semiotic movement.”

10 bis 11

Wortakrobatik

(10.01.2022 / 10:00 Uhr)
Volle Sendungsbeschreibung lesen / Auszug:
Calvin Simon und George Clinton kannten sich schon aus der Teenagerzeit, gemeinsam arbeiteten sie in einem Friseursalon in New Jersey. Und da wurden nicht nur Haare geschnitten, sondern auch gerne und viel gesungen. Und es war auch George Clinton, der am Wochenende als einer der ersten vom Tod Calvin Simons in den sozialen Netzwerken berichtete. “Rest in peace to my P-Funk brother”, schrieb er auf Facebook. Und auch Ex-Bandkollege Bootsy Collins meldete sich zu Wort. „Calvin was a friend, bandmate & a cool classic guy“, schrieb er auf Instagram. Calvin Simon wurde 79 Jahre alt.

Parliament – „Aqua Boogie ...“

Von ByteFM Redaktion
(20.11.2018)
Vollen Blog-Beitrag lesen / Auszug:
Parliament – „Aqua Boogie ...“
George Clinton, Sänger von Parliament (Foto: By JM Schneid, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons) // „Psychoalphadiscobetabioaquadoloop“ ist nicht nur ein wundervoller Zungenbrecher, es ist auch der eingeklammerte Titel einer wundervollen Parliament-Single aus dem Jahre 1978. Zu dieser Zeit war die Funk-Truppe um George Clinton in unaufhaltsamer Höchstform – „Aqua Boogie (A Psychoalphadiscobetabioaquadoloop)“ war bereits der zweite Parliament-Song in zwei Jahren, der die Spitze der R&B-Charts erklomm. „You can dance underwater and not get wet“, sang Clinton, begleitet von einem manischen Chor und einem unwiderstehlich tighten P-Funk-Groove. Neun Minuten lang dauert diese Unterwasser-Party an – und jede Sekunde ist geschmeidig.

Calvin Simon (Parliament-Funkadelic) ist tot

Von ByteFM Redaktion
(10.01.2022)
Vollen Blog-Beitrag lesen / Auszug:
Calvin Simon (Parliament-Funkadelic) ist tot
Der US-amerikanische Musiker Calvin Simon, ein Gründungsmitglied von Parliament-Funkadelic, ist am Donnerstag vergangener Woche gestorben. Dies gaben seine Bandkollegen George Clinton und Bootsy Collins bekannt. Simon wurde 79 Jahre alt. // Simon wurde 1997 als Teil von Parliament-Funkadelic in die Rock And Roll Hall Of Fame aufgenommen. „Wir haben ein weiteres ursprüngliches Parliament-Funkadelic-Mitglied verloren“, schrieb Bootsy Collins in einem Statement. Simon sei ein Freund, Bandkollege und ein „cooler Klassiker“ gewesen. George Clinton schrieb: „Ruhe in Frieden mein P-Funk-Bruder Mr. Calvin Simon, langjähriger Parliament-Funkadelic-Sänger. Fliege weiter, Calvin!“

Flying Lotus kündigt neues Album „Flamagra“ an

Von ByteFM Redaktion
(17.04.2019)
Vollen Blog-Beitrag lesen / Auszug:
Flying Lotus kündigt neues Album „Flamagra“ an
Neben Lynch hat Ellison für sein sechstes Soloalbum auch weitere beeindruckende Gäste eingeladen: Sowohl NewcomerInnen wie Tierra Whack und Denzel Curry, alte Bekannte wie Thundercat und Anderson .Paak, Geschwister im Geiste wie Shabazz Palaces oder Toro Y Moi als auch gestandene Größen wie George Clinton und Solange werden auf „Flamagra“ zu hören sein. // 6. Burning Down The House (feat. George Clinton)

Parliament: neue Single „I‘m Gonna Make U Sick O‘ Me“

Von ByteFM Redaktion
(17.01.2018)
Vollen Blog-Beitrag lesen / Auszug:
Parliament: neue Single „I‘m Gonna Make U Sick O‘ Me“
Verschreibt den Funk auf Rezept: George Clinton, Frontmann von Parliament (Foto: By Raj Gupta, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons) Die US-amerikanische Funk-Institution Parliament hat ihre erste offizielle Single seit 38 Jahren veröffentlicht. „I‘m Gonna Make U Sick O‘ Me“ wirft dabei einige Fragen auf. Zum Beispiel: Steht das „P“ in P-Funk eigentlich für Pharma? Frontmann George Clinton schlüpft in dem Song in die Rolle eines Doktors mit fragwürdigen Methoden: „I‘m gonna make you sick of me / And then I‘m gonna give you the antidote.“ Und was ist wohl dieses sagenhafte Gegenmittel? „More funk up your ass!“

„Fearless Movement“: Albumankündigung von Kamasi Washington

Von ByteFM Redaktion
(07.03.2024)
Vollen Blog-Beitrag lesen / Auszug:
„Fearless Movement“: Albumankündigung von Kamasi Washington
Kamasi Washington hat ein neues Album mit dem Titel „Fearless Movement“ angekündigt, den Nachfolger zu seinem 2018er Longplayer „Heaven And Earth“. Für die Platte hat sich der US-amerikanische Jazz-Musiker unter anderem André 3000, Thundercat, George Clinton, Terrace Martin und BJ The Chicago Kid ins Boot geholt. Das Album enthält zwölf neue Stücke, von denen mit „Prologue“ das erste nun als Musikvideo erschienen ist. // 5. „Get Lit“ (feat. George Clinton & D Smoke)

School Of Rock

Zum 70. Geburtstag von George Clinton

(22.07.2011 / 11:00 Uhr)
Volle Sendungsbeschreibung lesen / Auszug:

School Of Rock

Zum 70. Geburtstag von George Clinton

(20.07.2011 / 23:00 Uhr)
Volle Sendungsbeschreibung lesen / Auszug:

For The Record

(03.01.2016 / 18:00 Uhr)
Volle Sendungsbeschreibung lesen / Auszug:
Von dem Technoproduzenten Derrick May stammt das bekannte Zitat: "Techno ... ist ein Fehler. Wie Kraftwerk und George Clinton, die zusammen im Fahrstuhl stecken geblieben sind". Genau deshalb beginnt diese Sendung mit George Clintons Parliament und endet mit Kraftwerk. Dazwischen: Larry Heard, Barbara Mason, Rick The Godson Wilhite, Shaun Soomro, Warp 9, Deniz Kurtel, Kai Alce und Trevor Deep Jr.

Was ist Musik

Tones not Notes - 100 Jahre Sun Ra

(18.05.2014 / 20:00 Uhr)
Volle Sendungsbeschreibung lesen / Auszug:
Nimmt man die beiden Titel beim Wort, dann hat man die Essenz des Sun Ra. Die Erde ist ein feindseliger Ort für einen African American, also laßt uns ein besseres Morgen suchen im Space. Viele Motive bei Sun Ra haben einen doppelten Boden: Space ist der Raum zum Leben und das Weltall. Dass der afroamerikanische Visionär des Freien Jazz Zuflucht im Space sucht, das hat auch damit zu tun, dass er in Birmingham, Alabama zur Welt kommt, „der vielleicht am schärfsten segregierten Stadt der Erde“, so sein Biograf John Szwed. Hier regiert der Ku-Klux-Klan, noch 1963 fallen in einer Baptistenkirche vier schwarze Mädchen einem Anschlag zum Opfer, im selben Jahr setzt George Wallace, der Gouverneur von Alabama, die Nationalgarde ein, um die weißen Schulen "negerfrei" zu halten. Zu diesem Zeitpunkt ist der am 22. Mai 1914 als Herman Poole Blount geborene und im Zeichen des Southern Baptism aufgewachsene Pianist und Bandleader längst im toleranteren Norden gelandet. „Space-Stimmen“ und „Space-Weisheit“ haben ihn nach Chicago gebeamt, erklärt der Mann, der sich nach dem ägyptischen Sonnengott Sun Ra nennt und vom Saturn kommt. Balkan Music Co. ist ein Studio im Chicagoer Stadtteil Pilsen, dort steigt 1956 die erste Session für Sun Ras neues Label: El Saturn Records. Slogan: „Beta Music For A Beta World.“ Alabama, Ägypten, Balkan, Chicago, Pilsen, Saturn – der Mann ist rumgekommen, die Grenze zwischen realen und imaginären Orten ist obsolet, wenn Space der einzige Place ist, wo man leben kann als African American. Wie die von ihm viral beeinflußten Dub- bzw- Funk-Gottheiten Lee Scratch Perry („Arkology“) und George Clinton („Mothership Connection“) gilt Sun Ra als Wahnsinnsgenie. Auf der Seite des Wahnsinns verorten auch viele Fans von Ra, Perry & Clinton die kryptoreligiöse bis synkretistische Rede vom Space, der the Place sein soll. Glücklicherweise folgen Sun Ra kluge Sternendeuter, die den Esoterik-Verdacht entkräften und seinen Space-Tick auf eine, nun ja, historisch-materialistische Grundlage stellen. Menschenhandel heißt das Geschäft. Schwarze Frauen und Männer aus Afrika werden auf Schiffen über den Atlantik geschafft, diejenigen, die nicht ins Meer geworfen werden, weil sie schwach sind oder schwanger finden sich in einer unbarmherzigen Welt wieder. Sie werden gemustert, vermessen, taxiert, von ihren Angehörigen getrennt und dienen fortan fremden Herren weißer Hautfarbe. Sun Ra ist nicht zu verstehen ohne die afrikanisch-amerikanische Matrix namens Sklaverei, eine Erfahrung der Dislokation, der Auslöschung von Geschichte. Historische Antworten: Nein, ich bin nicht Cassius Clay, ich bin Muhammad Ali. Mein Name ist X, Malcolm X, ich scheiß´ auf meinen Sklavennamen. Ich bin Sun Ra, Space ist mein Place. Arkestra nennt er seine Band, noch ein doppelter Boden: Wie Arkestra klingt es, wenn sie im Süden Orchestra sagen. Ark ist die Arche, das rettende Gegenmodell zu den Sklavenschiffen.

Was ist Musik

Space ist immer noch the place

(07.09.2014 / 19:00 Uhr)
Volle Sendungsbeschreibung lesen / Auszug:
Nimmt man die beiden Titel beim Wort, dann hat man die Essenz des Sun Ra. Die Erde ist ein feindseliger Ort für einen African American, also laßt uns ein besseres Morgen suchen im Space. Viele zentrale Begriffe bei Sun Ra haben mehr als eine Bedeutung: Space ist der Raum zum Leben und das Weltall. Dass der afroamerikanische Visionär des Freien Jazz Zuflucht im Space sucht, das hat auch damit zu tun, dass er in Birmingham, Alabama zur Welt kommt, „der vielleicht am schärfsten segregierten Stadt der Erde“, so sein Biograf John Szwed. Hier regiert der Ku-Klux-Klan, noch 1963 werden in einer Baptistenkirche vier schwarze Mädchen bei einem Anschlag ermordet, im selben Jahr setzt George Wallace, der Gouverneur von Alabama, die Nationalgarde ein, um die weißen Schulen "negerfrei" zu halten - obwohl die Rassentrennung illegal ist. Zu diesem Zeitpunkt ist der am 22. Mai 1914 als Herman Poole Blount geborene und im Zeichen des Southern Baptism aufgewachsene Pianist und Bandleader längst im toleranteren Norden gelandet. „Space-Stimmen“ und „Space-Weisheit“ haben ihn nach Chicago gebeamt, erklärt der Mann, der sich nach dem ägyptischen Sonnengott Sun Ra nennt und vom Saturn kommt. Balkan Music Co. ist der Name eines Studios im Chicagoer Stadtteil Pilsen, dort versammelt Sun Ra 1956 sieben Musiker zur ersten Session für sein neues Label: El Saturn Records. Slogan: „Beta Music For A Beta World.“ Alabama, Ägypten, Balkan, Chicago, Pilsen, Saturn – der Mann ist rumgekommen, die Grenze zwischen realen und imaginären Orten ist obsolet, wenn Space der einzige Place ist, wo man leben kann als African American. Wie die von ihm viral beeinflußten Dub- bzw- Funk-Gottheiten Lee Scratch Perry („Arkology“) und George Clinton („Mothership Connection“) gilt Sun Ra als Wahnsinnsgenie. Auf der Seite des Wahnsinns verorten auch viele Fans von Ra, Perry & Clinton die kryptoreligiöse bis synkretistische Rede vom Space, der the Place sein soll. Glücklicherweise folgen Sun Ra kluge Sternendeuter, die den Esoterik-Verdacht entkräften und seinen Space-Tick auf eine, nun ja, historisch-materialistische Grundlage stellen. Menschenhandel heißt das Geschäft. Schwarze Frauen und Männer aus Afrika werden auf Schiffen über den Atlantik geschafft, diejenigen, die nicht ins Meer geworfen werden, weil sie schwach sind oder schwanger finden sich in einer unbekannten, unbarmherzigen Welt wieder. Sie werden gemustert, vermessen, taxiert, von ihren Angehörigen getrennt und dienen fortan fremden Herren weißer Hautfarbe. Sun Ra ist nicht zu verstehen ohne die afrikanisch-amerikanische Erfahrungsmatrix namens Sklaverei, eine Erfahrung der Dislokation, der Auslöschung von Geschichte. Historische Antworten: Nein, ich bin nicht Cassius Clay, ich bin Muhammad Ali. Mein Name ist X, Malcolm X, ich scheiß´ auf meinen Sklavennamen. Ich bin Sun Ra, Space ist mein Place. Arkestra nennt er seine Band, noch ein doppelter Boden: Wie Arkestra klingt es, wenn sie im Süden Orchestra sagen. Ark ist die Arche aus der Bibel, das rettende Gegenmodell zu den Sklavenschiffen.

Me Myself & Why

Doin' His Thing

(06.08.2013 / 22:00 Uhr)
Volle Sendungsbeschreibung lesen / Auszug:
Zudem spielte Wesley mehrere Jahre bei George Clinton's Parliament-Projekten mit. Im Hochsommer gibt es daher kaum etwas Besseres als Wesley wieder auszugraben und ihn zusammen mit Clinton, Brown und Maceo, aber auch allein spielen zu lassen.

Neue Funkadelic-Remix-Kompilation: „Reworked By Detroiters“

Von ByteFM Redaktion
(11.09.2017)
Vollen Blog-Beitrag lesen / Auszug:
Neue Funkadelic-Remix-Kompilation: „Reworked By Detroiters“
Wenige Bands haben die Musik der US-amerikanischen Industriestadt Detroit so sehr geprägt wie Funkadelic. In der neuen Kompilation des Labels Westbound Records interpretieren 17 KünstlerInnen aus der Motor City die größten Tracks des legendären Funk-Kollektivs um George Clinton. Kurator Brendan M. Gillen dazu in einem Presse-Statement: „Sie waren eine schwarze Band, die sich nie von gesellschaftlichen Erwartungen einschüchtern ließ. Mit dieser Einstellung haben sie die nächste Generation der Detroiter Musiker stark geprägt – den Detroit-Techno.“

Hello Mellow Fellow

(03.11.2008 / 21:00 Uhr)
Volle Sendungsbeschreibung lesen / Auszug:
Hello Mellow Fellow
Außerdem gedenken wir zwei überragenden Stimmen, die uns vor kurzem verlassen haben: Levi Stubbs, Leadsänger aus Detroit, der - wie George Clinton in der Sendung verlauten lässt - »coolen« Four Tops und Alton Ellis, einem der jamaikanischen Väter des Rocksteady, verstorben in England.

Presseschau 02.08.: Where Is The Love?

Von ByteFM Redaktion
(02.08.2011)
Vollen Blog-Beitrag lesen / Auszug:
Am vergangenen Wochenende ereignete sich während eines Konzerts des Funk-Veterans George Clinton eine Schießerei. Der Musiker trat zusammen mit Parliament/Funkadelic im Rahmen des jährlich stattfindenden Festivals „Family Unity In The Park“ in Cleveland im US-amerikanischen Bundesstaat Ohio auf, als ein Schütze aus bislang ungeklärten Gründen in die Menge feuerte. Ein Mensch kam ums Leben. Drei weitere Personen wurden verletzt, berichtet der NME. Festgenommen wurde noch niemand.

Lee „Scratch“ Perry ist tot

Von ByteFM Redaktion
(30.08.2021)
Vollen Blog-Beitrag lesen / Auszug:
Lee „Scratch“ Perry ist tot
Zeit seines Lebens war Lee „Scratch“ Perry musikalisch umtriebig wie nur wenige sonst. Er brachte fast jährlich ein neues, eigenes Album heraus. Für seine 2003er LP „Jamaican E.T.“ erhielt er einen Grammy für das beste Reggae-Album. Im Laufe seiner Karriere arbeitete er mit unzähligen Musiker*innen zusammen, darunter Paul McCartney, George Clinton, The Clash, Beastie Boys, Brian Eno und Keith Richards.

Jazzanova - „The Pool“ (Album der Woche)

Von ByteFM Redaktion
(25.06.2018)
Vollen Blog-Beitrag lesen / Auszug:
Jazzanova - „The Pool“ (Album der Woche)
Die Band versteht es dabei, die Qualitäten ihrer GastmusikerInnen genau richtig auszuspielen: Der US-amerikanische Rapper Oddisee haucht dem mellow Opener „Now (L.O.V.E. And You & I Part 2)“ mit einem feurigen Verse eine ordentliche Portion Leben ein. Der britische Sänger Pete Yosef treibt die Funk-Party „Follow Your Feet“ mit seinem Soul-Falsett in neue Höhen, während der neuseeländische Künstler Noah Slee in der Parliament-Hommage „Sincere“ einen ganz fantastischen George Clinton gibt. Und sogar der britische Jazz-Pop-Darling Jamie Cullum klingt zusammen mit Jazzanova so subtil, wie man es sonst gar nicht von ihm gewohnt ist. Seine Ballade „Let‘s Live Well“ gehört zu den unerwarteten Höhepunkten von „The Pool“.

Sounds Outta Range

mit Norman Müller

Volle Sendungsbeschreibung lesen / Auszug:
Sounds Outta Range
Nicht im Sinne einer Stilschublade: Funk ist mehr als James Brown, George Clinton und Sly Stone, mehr als ein synkopischer Beat mit Chickenscratchgitarre, mehr als Rhythm’n’Sex.

„No More Lies“: gemeinsamer Song von Thundercat und Tame Impala

Von ByteFM Redaktion
(03.05.2023)
Vollen Blog-Beitrag lesen / Auszug:
„No More Lies“: gemeinsamer Song von Thundercat und Tame Impala
Unser heutiger Track des Tages „No More Lies“ ist eine Zusammenarbeit des US-amerikanischen Bassisten Thundercat mit dem australischen Psych-Pop-Act Tame Impala. Dass Stephen Lee Bruner alias Thundercat anderen Musiker*innen gegenüber noch nervös wird, ist eigentlich kaum vorstellbar. Denn wer mit Kendrick Lamar, George Clinton und Kamasi Washington gearbeitet hat, weiß, dass man sein Können schätzt. Flea von den Red Hot Chili Peppers hält Bruner gar für den besten Bassisten des Planeten, womit er sicherlich nicht alleine steht. Und doch war die Arbeit mit Kevin Parker, dessen Soloprojekt Tame Impala mittlerweile ist, eine nervliche Herausforderung für Thundercat.

Beat Repeat

Fearless Movement

(18.05.2024 / 18:00 Uhr)
Volle Sendungsbeschreibung lesen / Auszug:
Beat Repeat - Fearless Movement
Das neue Kamasi Washington Album ist da! Weniger Bombast-Jazz, dafür eine ganze Menge Features. Das P-Funk Urgestein George Clinton oder BJ The Chicago Kid zum Beispiel – beide Tracks gibt es in der heutigen Show. Genauso wie neue Musik von Hiatus Kaiyote, Bilal, Yaya Bey (ByteFM Album der Woche) und Nubiyan Twist.

Presseschau 07.06.: Malzbier-Rocker

Von ByteFM Redaktion
(07.06.2011)
Vollen Blog-Beitrag lesen / Auszug:
Nichts Geringeres als die Erforschung der "afrofuturistischen Vorstellungskraft" haben sich Janelle Monae und der P-Funk-Urvater George Clinton auf die Fahnen geschrieben. Wie der NME berichtet, werden die beiden am 18. Juni im Rahmen einer Veranstaltung namens "Space Children" im Britischen Museum Verbindungen zwischen panafrikanischer Kultur, Musik, Computertechnologie und intergalaktischen Reisen herstellen.

Mixtape der Hörer*innen

Gastauftritte

(31.05.2019 / 20:00 Uhr)
Volle Sendungsbeschreibung lesen / Auszug:
Mixtape der Hörer*innen - Gastauftritte
Solange, Anderson .Paak, Shabazz Palaces, Tierra Whack, George Clinton – Flying Lotus hat für seine neue Fusion-Extravaganza so ziemlich alle Acts, die im R&B;, Soul und HipHop Rang und Namen haben, versammelt. "Flamagra" ist unser Album der Woche – und wir fragen Euch für das ByteFM Mixtape der HörerInnen: Was sind Eure liebsten musikalischen Gastauftritte?

Knutschen im Auto und langsamer 80s-Funk: „Fast Car“ von Syd

Von ByteFM Redaktion
(24.07.2021)
Vollen Blog-Beitrag lesen / Auszug:
Knutschen im Auto und langsamer 80s-Funk: „Fast Car“ von Syd
Funky geht es auch auf der neuen Single von Syd zu. Wenn sie solo Songs aufnimmt, klingt das allerdings deutlich kühler als im Band-Kontext. Und so erinnert unser Track des Tages weniger an James Brown oder George Clinton als an Prince in den 80ern. Und wie letzterer 1982 in „Little Red Corvette“ singt Syd heute von Sex und Autos und knutscht im Musikvideo mit ihrer Freundin im Sportwagen. Und das nicht, obwohl ihnen alle dabei zusehen können – sondern genau deswegen. Denn das Stück handelt eben gerade von der Sichtbarkeit der Liebenden. Syd wollte mit dem Lied nach eigener Aussage etwas für „gay Black girls“ tun. Gegen Ende krönt Syd den langsam, aber funky groovenden Song dann mit einem Schweinerock-Gitarrensolo. Das hätte selbst Prince persönlich nicht schöner gespielt.

ByteFM Mixtape

Mixtape der HörerInnen: Nomen est omen

(28.04.2017 / 20:00 Uhr)
Volle Sendungsbeschreibung lesen / Auszug:
Sophia Kennedy heißt die Musikerin, deren gleichnamiges Debütalbum unser aktuelles Album der Woche ist. Die gebürtige Amerikanerin und Wahl-Hamburgerin trägt einen prominenten Nachnamen, der in der Vergangenheit in der Politik oft auftauchte. Überhaupt - Songs und KünstlerInnen, die politische Prominenz im Namen tragen, gibt es einige. Und genau um die soll es im nächsten Mixtape gehen. Ob Roosevelt, "Maggies Farm" oder George Clinton... welche Beispiele fallen Euch ein?

ByteFM Magazin

am Morgen mit Jessica Hughes

(14.02.2018 / 10:00 Uhr)
Volle Sendungsbeschreibung lesen / Auszug:
In eine musikalische Familie hineingeboren und sein Leben lang dem Saxophon verschrieben: Maceo Parker spielte stets mit den Größen des Funk, wie James Brown oder George Clinton, doch selbst heute, an seinem 75. Geburtstag steht er noch als Solomusiker auf der Bühne.