Hand Habits

Hand Habits Bild: Hand Habits (Foto: Aubrey Trinnamen)

Die New-Yorker Musikerin Meg Duffy ist seit 2017 die Stamm-Gitarristin vom Folk-Rock-Künstler Kevin Morby, die mit ihrem gleichzeitig zurückgenommenen und virtuosen Spiel sowohl seine Konzerte als auch auf sein letztes Album „City Music“ erdete. Im gleichen Jahr veröffentlichte sie „Wildly Idle (Humble Before the Void)“, ihr erstes Album unter dem Namen Hand Habits, das Duffy im Alleingang in ihrem Wohnzimmer aufnahm. Hand Habits startete als pures Soloprojekt, entwickelte sich aber mit der Zeit zu einer eigenständigen Band.



Hand Habits im Programm von ByteFM:

Kaleidoskop (27. Februar 2017)

Beim wohligen immer tiefer Sinken begegnen wir u.a. Lowly, Slowdive und Hand Habits. Halt, bei Hand Habits muss ich aber kurz die Beine quer stellen (ob das hilft im Treibsand so wie beim Skifahren?) Hand Habits neues Album “Wildly Idle (Humble Before The Void)” (Woodsist) ist ein verzweifeltes Bremsen wert. Hinter Hand Habits steckt Meagan Duffy, deren Leben ständig in Bewegung ist mit Touren, Aufnehmen und Teilzeitjobs. Ihr Album hat sie in ihrem Haus mit Alltagsgeräuschen im Hintergrund aufgenommen. Es bezaubert durch lebendige Geschichten und Melodien, die im Ohr bleiben - dazu gibt es ihr ausgezeichnetes Gitarrenspiel und Gedichte von Freunden vorgelesen sowie Beiträge anderer Musiker. Sie kann noch viel mehr als zweite Gitarre bei Kevin Morby spielen und das beherrscht sie schon extrem gut!


Karamba (14. Marz 2019)

Hand Habits, Giggs & Laurel Halo


ByteFM Magazin (17. Mai 2019)

Außerdem mit Musik von unter anderem Hand Habits, International Music und Tyler, The Creator.


ByteFM Magazin (18. April 2017)

Konzerttipps für die nächsten Wochen zu u.a. Hand Habits, LGoony und Empfehlungen aus unserem Programm gibt es ebenfalls in diesen zwei Stunden.


ByteFM Magazin (18. April 2017)

Konzerttipps für die nächsten Wochen zu u.a. Hand Habits und Xenia Rubinos sowie Empfehlungen aus unserem Programm gibt es ebenfalls in dieser Stunde.


News: Hand Habits – „Placeholder“ (15. Januar 2019)

Meg Duffy aka Hand Habits (Foto: Aubrey Trinnamen) Wenn Ihr heute nur einen Song hört, dann diesen: Egal ob brandneu, historisch relevant oder einfach toll. Mit unserem Track des Tages stellen wir Euch täglich einen hörenswerten Song vor.


Kaleidoskop (1. Januar 2018)

Das kalte, leere neue Jahr baut sich vor uns auf und man mag sich vom alten, gerade so schön eingetragen und aufgewärmt und ein bisschen ausgeleiert, gar nicht verabschieden. Ist ja auch eigentlich Blödsinn. Was soll sich schon ändern in einer Sekunde um Mitternacht und das auch nur nach unserer Zeitrechnung? Eine Sekunde, wo das Leben doch ein Fluss ist? Und doch machen sich viele die große Leere vor uns erträglicher, in dem sie allerlei Wünsche und Hoffnungen aussprechen. Das Kaleidoskop dreht sich um hoffnungsvolle und auch hoffnungslose Lieder - unter anderem. Es gibt auch noch Neues von Hand Habits, Buffalo Tom und Elephant Stone.


News: Hand Habits – „Placeholder“ (Rezension) (12. Marz 2019)

Hand Habits – „Placeholder“ (Saddle Creek Records) 7,2 Der Opener von Hand Habits neuem Album „Placeholder“ verdeutlicht schnell, dass es sich bei seinem Titel keineswegs um einen Platzhalter handelt. Stattdessen wird der Song, der ebenfalls „Placeholder“ heißt, zum Porträt einer zum Scheitern verurteilten Liebesbeziehung, für das beide Seiten verantwortlich sind. „Oh but I was just a placeholder / A lesson to be learned“, heißt es zunächst, bevor kurz vor Ende auch das Gegenüber zum treibenden Part wird: „Now you’re just a placeholder / For someone wasting time“.


ByteFM Magazin (19. April 2017)

Und natürlich wie immer jede Menge Konzerttipps – in der nächsten Zeit live zu erleben sind u.a. Wax Tailor, Hand Habits und Low Roar. Alle Tourdaten findet Ihr wie immer auf unserer Konzerteseite.


Die Welt ist eine Scheibe (21. Februar 2017)

Zwischen Americana und Laurel Canyon -Folk bewegen sich Molly Burch, Julie Byrne und Hand Habits.


Kaleidoskop (18. Marz 2019)

Aber bis dahin ist ein langer Weg, der gepflastert ist mit allerlei Feinem von z.B. The Black Watch, The Wolfhounds, This Is The Kit und Hand Habits.


Ein Topf aus Gold (13. Juni 2017)

"Wildly Idle" heißt das aktuelle Album von Meg Duffy alias Hand Habits. "Weirdly idle", auf schräge Weise träge, so kann man die aktuelle Ausgabe von Ein Topf aus Gold beschreiben. Verantwortlich für den etwas cheesy und dreamy Sound sind unter anderem Cigarettes After Sex, deren erstes Album endlich draußen ist und genauso klingt, wie man es erwartet hatte: Schwelgerisch und halluzinös. Auch Man Duo und Mac DeMarco machen träumerisch-verschwurbelte Musik. Außerdem hört Ihr Musik von Jojo Abot, die zwischen Accra und New York pendelt und auf ihrer ersten EP "Fyfya Woto" ein Alter Ego erfindet, das über Selbstbestimmung und Unabhängigkeit singt. Ihr könnt die EP jetzt auf der Bandcamp-Seite der Künstlerin kaufen oder bis Mitte Juli warten, dann erscheint sie erneut mit zwei neuen Tracks, auf denen Jojo Abot die Geschichte weiterspinnt.


Kaleidoskop (6. Mai 2019)

Inspiriert durch den Song „Depth“ der Glasgowerin Jo Mango enthält das Kaleidoskop heute Musik, an denen man etwas zu beißen hat. Dass textlich tiefgründigere Songs durchaus auch leicht ins Ohr gehen können, zeigen KünstlerInnen von Captain Wilberforce über Hand Habits bis hin zu Wooden Wand. Jo Mango heißt die Musikerin aus Glasgow, die seit längerem ein fester Bestandteil der schottischen Musikszene ist und in dieser Eigenschaft zum Beispiel auch zu Vashti Bunyans Werken beiträgt und mit Siobhan Wilson und James Yorkston kooperiert. Vor einer Woche veröffentlichten Jo Mango & Friends die EP „System Hold” auf Olive Grove Records mit Songs, die auf Gedanken über „Massenüberwachung” in Strafjustizsystemen basieren, die ein Buch von Fergus McNeill begleiten – „Pervasive Punishment”. Starker Tobak, filigran und zartschmelzend verpackt. Da liegt es nahe, auch dem lange erwarteten neuen Album von Heather Woods Broderick zu huldigen: „Invitation”, auf dem Heather nun ganz ihren eigenen Stil gefunden hat und zum Glück neben all ihrer Arbeit als Sessionmusikerin und Tourbandmitglied endlich einmal die Zeit hatte, das Album überhaupt zu erarbeiten. Jo Mango und Heather Woods Broderick sind die Fixsterne im heutigen Kaleidoskop, um die sich weitere tiefe, aber nicht bodenlose Songs gruppieren werden.


News: ByteFM Session #284: Sasami (2. Marz 2019)

Sasami Ashworth gehört zu den MusikerInnen, die zwar erst kurz vor der Veröffentlichung ihres Debütalbums stehen, allerdings schon jahrelange Erfahrung mit verschiedensten Projekten vorweisen können und in ihrer Szene bestens vernetzt sind. Die Kalifornierin war von 2015 bis 2018 Mitglied der Band Cherry Glazerr. Außerdem komponierte sie Film- und Werbemusik und unterstütze als Studiomusikerin Bands wie Hand Habits und Wild Nothing. Ihre musikalische Laufbahn begann jedoch schon weitaus früher, fernab der Pop-Business. Ashworth studierte nämlich klassische Musik und arbeitete als Grundschullehrerin – eine Erfahrung, die sie nachhaltig geprägt hat. Sechs Stunden täglich Musik zu unterrichten sei für sie, als würde sie sechs Shows an einem Tag spielen: „Wenn Du es schaffst, 30 Kinder mit Tamburinen zu unterhalten, ist es eine Kleinigkeit, 30 betrunkene Erwachsene bei einer Rockshow zu unterhalten.“


News: Die besten Alben 2017 (1. Dezember 2017)

Hand Habits – „Wildly Idle (Humble Before The Void)“ British Sea Power – „Let The Dancers Inherit The Party“ Jane Weaver – „Kosmology“ Elkhorn – „The Black River“ Moon Goose – „Space Probe Shut“ Lost Horizons – „Ojalá“


Was ist Musik (30. Marz 2008)

People of all nations walking hand in hand But they're not ready to accept That dream situation, yet. King, where are your people now? Chained and pacified. Tried in vain to show them how. And for that you died. Unterlege 009 6.09 Nova Dream Sequence Dream 9 Nova Dream Sequence Compost “King”, UB 40 mit einer musikalischen Erinnerung an MLK. Später sind UB40 ja nur noch mit verschnarchten Milchkaffee-Versionen von Reggaehits aufgefallen und damit zu viel Geld gekommen. Als sie anfingen – 1980 - waren sie eine leidlich politische Band, das geht schon beim Namen los: UB40 ist die Bezeichnung für ein Formular, das man ausfüllen muss, um Arbeitslosengeld zu bekommen. Ist also etwa so, als würde sich eine deutsche Band heute Hartz IV nennen. „King“ ist die zweite Single von UB 40 aus dem Jahr 1980, im Text heißt es: King, wo sind deine Leute geblieben? In Ketten und stillgestellt, Du hast vergeblich versucht ihnen den Weg zu zeigen Und dafür bist du gestorben Du hattest einen Traum von einem gelobten Land Leute aus allen Nationen Hand in Hand Aber sie sind noch nicht bereit Für diesen Traum… Große Worte von UB 40 und wir wollen die Frage aufgreifen: King, wo sind deine Leute heute? Und das zu „Dream 9“ von King Britt alias Nova Dream Sequence Die berühmte King-Rede wird uns noch einmal begegnen, zum Beginn jeder Sendestunde Variationen über das Thema „I have a dream“ von MLK. Ausnahmsweise aus gegebenem Anlass könnt ihr diese Sendung auch am Freitag hören, das ist der 4.April, der Todestag von MLK, dann also „Was ist Musik“ ab 12 Uhr mittags. Und eine weitere Wiederholung am Samstag, 5.4. um 7 Uhr. Und noch ein extra Service: die Texte zur heutigen Sendung könnt ihr auf der byte.fm-website nachlesen – oder parallel lesen unter www.byte.fm und dann auf die Programm-Seite „Was ist Musik“. Und schließlich gibt es noch eine Textversion dieser Sendung in der kommenden Ausgabe der Wochenzeitung „Jungle World“ (www.jungle-world.com), da gibt es einen Schwerpunkt zum Todestag von MLK. Wo sind heute die Leute, die sich mit den Belangen des schwarzen Amerika künstlerisch beschäftigen, also in der Popmusik? Wo sind diejenigen, die nicht alle Hoffnungen in den großen Hoffnungsträger namens Obama setzen. Ein Obama allein wird es nicht richten, nicht für die amerikanische Gesellschaft und schon gar nicht für alle Afroamerikaner, sagt Ursula Rucker, Tochter eines schwarzen Amerikaners und einer Italoamerikanerin. Zu den Obama-Skeptikerinnen in der Tradition von MLK gehört auch Ruckers Kollegin und – zumindest musikalisch – Seelenverwandte: Erykah Badu. Erykah Badu Amerykahn Promise New Amerykah Motown Unterlege 101 4.00 Marvin Gaye What´s going on What´s going on Motown “Amerykahn Promise” – der erste Song aus dem neuen Album von Erykah Badu. Das amerikanische Versprechen, schon der Titel nimmt das Motiv des promised land auf, das ja auch MLK gern gepredigt hat. New Amerykah - Ameryka geschrieben wie der Vorname der Badu… An vielen Stellen verweist „New Amerykah“ zurück auf ein altes Amerika, der erste Track z.B. wurde produziert von von Roy Ayers, Funkveteran am Vibraphon und beginnt mit Sirenen im Stile der Verfolgungsjagdsongs aus den Blaxploitationfilmen der 70er. Die Platte erscheint auf dem berühmten MOTOWN-Label und steht in einer ganz speziellen Motowntradition, die Tradition der Autorenalben. Sie verweist zurück auf den historischen Moment, als Leute wie Marvin Gaye und Stevie Wonder nicht mehr nur 3-Minuten-Hitsingles wie am Fließband machen wollten. Berry Gordy, der Gründer und Patriarch der Firma Motown (steht für Motortown Detroit) hatte sich ja tatsächlich die Fließband-Produktionsweise der Detroiter Autofirmen zum Vorbild für seine Plattenfirma genommen. Anfang der 70er Jahre entdecken Motown-Stars wie Gaye und Wonder die künstlerischen Möglichkeiten des Albums und profilieren sich als AUTOREN. Die Songs werden länger, die Musik komplexer, die Themen ernster – all das gegen den erbitterten Widerstand von Labelchef Berry Gordy, der sich nicht vom bewährten Geschäftsmodell verabscheiden will.. Das berühmteste Resultat ist Marvin Gayes klassisches Album „What´s going on“ und die Frage „What´s goin on?“, die stellt auch Erykah Badu auf New Amerykah – Part One 4th World War... Und mit ihren Antworten stellt sich Badu auf die Seite des unversöhnlichen schwarzen Amerika. Das zumindest meint der Kritiker Tobias Rapp in der taz: Danach steht die neue Platte von Erykah Badu für das andere schwarze Amerika, für, Zitat: „Das, was sich auch durch Obama nicht vertreten fühlt, in ihm nicht den Brother sieht, der er gern wäre und als den die ganze Welt ihn unbedingt sehen möchte. Diese Platte sagt: Das ist alles Blödsinn. So sehr Blödsinn, dass es nicht einmal mehr begründet werden muss. Es gibt keine Versöhnung. Etwa in dem Stück "Soldier". Erst ist es ein normaler Song über das Leben eines jungen, aufstrebenden Gettobewohners, der eifrig zur Schule geht und wohl seinen Weg in die Gesellschaft finden wird. Dann taucht plötzlich jemand mit einer Pistole auf - und auf einmal kollabiert der Song. Badu singt "everybody knows what the songs about", was natürlich nicht stimmt, um dann von medikamentenabhängigen Mädchen über die Soldaten im Irak bis zu den Abgeordneten des Kongress alle möglichen Leute aufzuzählen, die nach den Anschlägen von 9/11 in der Zeitung der Nation of Islam die Wahrheit hätten lesen können. Und sie, Erykah Badu, gehe nun mit einer Armee von Kriegern, die in den Fluten von New Orleans getauft worden seien, voran, um all das zu ändern. Wow.“ So ein sichtlich erschöpfter Tobias Rapp: Und sein Fazit „In ihrer Kompromisslosigkeit wie in ihrem verkifften Wahnsinn ist dies eine wichtige Platte. Es ist nicht alles Obama.“ Erykah Badu Soldier New Amerykah Motown Erykah Badu, noch eine markante weibliche Stimme aus Philadelphia/ Afroamerika, noch eine Stimme, die nicht daran glaubt, dass mit Barack Obama alles besser wird. „New Amerykah“, eine stellenweise psychedelische Soulplatte im Geiste eines Sly Stone, inklusive der psychotischen Anteile. Für einen etablierten Star des R&B hat sie sich ziemlich weit aus dem Fenster gelehnt, auch was die Produzenten angeht, massgeblich beteiligt ist Madlib, eine der wichtigsten Figuren des sogenannten „Conscious Rap“ der letzten Jahre, also einer aus der Abteilung: Politik hat im Rap sehr wohl etwas verloren. Und Rap in der Politik. „Master Teacher“ heißt der nächste Song aus dem Album von Erykah Badu, und da stellt sie die Frage nach den Lehrern, die Frage, ob die eigentlich gebraucht werden, die „Niggas Only Masters Teachers“…die, sagen wir, schwarzen Lehrer, die Herren und Damen der Überlieferung…sicher kein Zufall, dass ausgerechnet dieses Stück einen alten Teacher zitiert…gesamplet wird Curtis Mayfield. Erykah Badu Master Teacher New Amerykah Motown Master Teacher, geschrieben von Shafiq Husayn von Sara Creative Partners und von Georgia Anne Muldrow. Und diese Georgia Anne Muldrow ist die nächste Kandidatin auf der Suche nach den King-People von heute, also nach den neuen Vertretern eines schwarzen Bewußtseins, ums mal ganz allgemein zu formulieren. Muldrow ist gerade mal 22 Jahre gerade mal und hat 2007 ein sehr ambitioniertes Album, manchmal bricht es zusammen unter den Ambitionen, geht schon beim Titel los, es heißt „Olesi: Fragments of an earth“, ein Titel mit einer gewissen Messagewucht. Und es beginnt mit einem Song, da ist schon der Titel gleich die Botschaft. Seit dem Hurrikan Katrina vor 2einhalb Jahren steht der Name New Orleans für einen politischen Skandal und für den Satz, den der Rapper Kanye West öffentlich ausgesprochen hat: George W. Bush interessiert sich nicht für schwarze Amerikaner. Georgia Anne Muldrow steigt gleich ein mit einer Anklage: „Mörder und Zerstörer haben New Orleans auf dem Gewissen und lassen die sie lassen unsere Leute einfach sterben…“ Georgia Anne Muldrow New Orleans Olesi: Fragments of an earth Stones Throw “A mystery and a history in the water that they dont let us know...” Georgia Anne Muldrow ist eine Hälfte von G&D – das D steht für Dudley Perkins und gemeinsam haben sie 2007 das Album “The Message in Uni Versa” gemacht, auch hier ist der Titel Programm...conscious Soul und conscious HipHop also...mehr King als Bling, wobei die Verhältnisse natürlich komplizierter sind als King oder Bling. Aber klar sehen sich G&D eher in der Tradition von MLK & Malcolm X als von 50 Cent und Snoop Dogg. G&D One The Message Universa Look Records One - G&D Ein bisschen Rasta-Rhetorik darf auch sein: „Die Mauern von Babylon werden fallen“, singen G&D. Psychedelischer Soul im Geiste von Sly Stone oder Shuggie Otis, auch mal P-Funk ala Funkadelic und Parliament - made in 2007. G&D – das sind Georgia Anne Muldrow und Dudley Perkins, typische Vertreter des aufgeklärten Neo-Traditionalismus. Mit viel gutem Willen und Idealismus. „The Message Uni Versa“ heißt das Album. Daraus gleich noch ein Song, vorher aber noch mal einer aus dem Soloalbum von Georgia Anne Muldrow, eine nicht ganz eindeutige Liebeserklärung an den Black man. Georgia Anne Muldrow Blackman Olesi: Fragments of an earth Stones Throw G&D Good morning amerikkka The Message Universa Look Records Guten morgen Amerikkka, mit 3 k, wie die drei KKK des Ku Klux Klan, der rassistischen Mördervereinigung aus dem Süden der USA, die sich zum Ziel gesetzt hat, Schwarze per Lynchmord auszurotten. Die 3 KKK in AmeriKKKa hat auch Ice Cube schon mal verwendet, in „AmeriKKKa´s most wanted“. Auch bei G&D klingt die Katastrophe von New Orleans nach, auch wenn sie nicht direkt angesprochen wird… Unterlege Norm Talley Change (Mike Huckaby Remix) Detroit Beatdown in The Mix Third Ear Der Hurrikan Katrina in New Orleans 2005 und die unterlassenen Hilfeleistung der Regierung Bush hat ja vielen Afroamerikanern die Augen geöffnet und das Wort Rassismus wieder so akut gemacht wie damals, zu Lebzeiten von MLK. Katrina und NO kommen in vielen Raptexten vor, z.b. in „Bushonomics“ von Talib Kweli & Cornel West. „Bushonomics“ erinnert daran, dass die Verhältnisse in NO schon miserabel waren, bevor der Damm gebrochen ist. Es folgt eine Abrechnung mit dem „Kriegstreiber Clinton“, der durch einen noch schlimmeren Kriegstreiber ersetzt wurde. Schließlich beschwört Cornel West eine Besinnung auf die besseren Werte des schwarzen Amerika: Weg vom bling bling zu let freedom ring, also weg von den Goldketten und den dicken Autos, hin zu jener Freiheit, die MLK erkämpfen wollte. Das hier ist übrigens Norm Talley mit „Change“ (Mike Huckaby Remix) „Change“ ja der zentrale Begriff in den Reden von Barack Obama, wobei immer ein bisschen offen bleibt, was sich eigentlich wie genau ändern soll…da wird Cornel West schon deutlicher in seiner Abrechnung mit den Bushonomics. Talib Kweli & Cornel West Bushonomics Cornel West & BMWMB: Never Forget: A journey of revelations Hidden Beach “Revolution requires participation”, sagt Cornel West und explizit beruft er sich auf die conscious Tradition der schwarzen Musik, von Gil Scott-Heron bis Grandmaster Flash. Dessen „Like a jungle sometimes” aus “The Message” zitiert er in diesem Song. Manchmal könnte man glauben, dass sich Dr. Cornel West auf die Stelle bewirbt, die frei ist seit dem 4.4.1968, seit der Ermordung von MLK. Er gibt den Teacher und den Preacher, er droppt Knowledge, er rüttelt seine Leute auf. Dazu Uh Young Kim in der taz: „Auf seinem zweiten Album "Never Forget: A Journey Of Revelations" (Hidden Beach) hat sich der engagierte Intellektuelle mit namhaften Musikern verbündet, um das politische Bewusstsein der Jugend mit den Mitteln des Hiphop und Neo-Soul zu mobilisieren. Darauf rechnen Talib Kweli und KRS-One in gewohnt kämpferischer Manier mit der Bush-Regierung ab, Jill Scott hält für ihre Schwestern die Fackel hoch, und der geläuterte Prince sorgt sich um das Klima. Doch der Star des Albums ist West selbst. In der Tradition von Gil Scott-Heron und den Last Poets ruft er statt "Bitches & Bling" Martin Luther King, Jr. an: "Let freedom ring." Dann paraphrasiert er mit melodischem Sprachfluss und dringlichem Ton seine These über die Folgen des 11. Septembers 2001. Demnach verstehe die weiße Bevölkerung nun, was es heißt, Opfer von willkürlicher Gewalt zu sein, wie sie seit über 400 Jahren die schwarze Bevölkerung trifft.“ ((Die folgende Passage musste aus Zeitgründen entfallen: Im nächsten Song erzählen gleich mehrere prominente Gäste die Geschichte von 400 Jahre Amerika: Wir konnten nie gleich sein, sie legten uns in Ketten, sie kidnappten unsere Sprache und sie gaben uns neue Namen – America, warum behandelst du uns so schlecht? Iriz, Lucky Witherspoon, Black Thought, Rah Digga & Cornel West America (400 years) Cornel West & BMWMB: Never Forget: A journey of revelations Hidden Beach))) Und damit wird es Zeit für das Stunden-End-Leitmotiv: MLK: Free at last MLK´s Forderung nach Freiheit wird variiert in einem zauberhaften Song von Chic. Nile Rodgers war ja mal Black Panther, bevor er einer der wichtigsten Musiker der Disco-Geschichte wurde, das wird ja gern vergessen. Klar handelt es sich hier um ein Liebeslied, aber, ebenso klar läßt sich der Text lesen im Geiste des Free at last! Hinter Scenic 2103 steckt überigens Justus Köhncke, der Namensgeber dieser Sendung, von ihm stammt der Song „Was ist Musik?“. Scenic 2103 At last I am free At last I am free At last I am free I can hardly see in front of me I can hardly see in front of me At last I am free I can hardly see in front of me I can hardly see in front of me I'm lonely, please listen to what I say I can't go on livin' life this way I've tried and I've tried to make you see You call this love, all this lyin' My friend, it just can't be At last I am free I can hardly see in front of me I can hardly see in front of me At last I am free I can hardly see in front of me I can hardly see in front of me I'm lonely, please hold me Come closer, my dear It feels so good just havin' you near But who am I foolin' When I know it's not real I can't hide all this hurt and pain Inside I feel At last I am free I can hardly see in front of me I can hardly see in front of me 3.Stunde 22 Uhr The Speech I have a dream The House Sound Of London – Vol.4 FFRR Und auch diese Stunde von “Was ist Musik” beginnt mit dem Traum des MLK, mit Auszügen seiner Rede beim Marsch auf Washington 1963. The Speech und “I have a dream” aus dem Album “The House Sound Of London – Vol.4”, aus dem Jahr 1988, nicht so ganz gut gelatert, dieser Track, ziemlich seicht aus heutiger Sicht. Hinter dem Namen The Speech steckt übrigens Paul Oakenfold, Schlüsselfigur der Rave-Bewegung in England. King – wo sind deine Leute heute? Das ist die Frage bei „Was ist Musik“ zum 40.Todestag von MLK. Ausnahmsweise aus gegebenem Anlass könnt ihr diese Sendung auch am Freitag hören, das ist der 4.April, der Todestag von MLK, dann also „Was ist Musik“ ab 12 Uhr mittags. Und eine weitere Wiederholung am Samstag, 5.4. um 7 Uhr. Und noch ein extra Service: die Texte zur heutigen Sendung könnt ihr auf der byte.fm-website nachlesen – oder parallel lesen unter www.byte.fm und dann auf die Programm-Seite „Was ist Musik“. Und schließlich gibt es noch eine Textversion dieser Sendung in der kommenden Ausgabe der Wochenzeitung „Jungle World“ (www.jungle-world.com), da gibt es einen Schwerpunkt zum Todestag von MLK. Einer der Erben des Bürgerrechtlers King ist wie gehört Cornel West. Auf seinem Album „Never Forget: A journey of revelations” versucht er an die conscious Traditionen der Soulmusik anzuknüpfen, also eine Zeit heraufzubeschwören, als in der Soulmusik und im Jazz noch mehr über Respect, Gleichberechtigung, Freiheit und solche Dinge geredet wurde. Zu diesem Zweck sammelt West – im richtigen Leben einer der prominentesten afroamerikanischen Intellektuellen, Universitätsprofessor und Mediendarling - Vertreter des „Conscious HipHop“ und des „Nu Soul“ um sich. Manchmal riecht das ein bißchen nach „Black History Lesson“ und nach Aufsatnd der Anständigen, vor allem wenn er die Lage auf den simplen Nenner bringt: Mehr King – weniger Bling…so einfach ist es leider nicht. Trotzdem natürlich eine wichtige Platte. Jetzt stellt uns Cornel West Jill Scott vor, und er stellt sie gleich in die passende Tradition: Sarah Vaughn und Aretha Franklin müssen es schon sein… Jill Scott What time it is Cornel West & BMWMB: Never Forget: A journey of revelations Hidden Beach Cornel West & BMWMB: Never Forget: A journey of revelations, mit prominenten Gästen wie Prince, KRS One, auch Andre 3000 von Outkast ist dabei. Do you know What Time it is? Fragt Jill Scott, noch wichtiger in diesen Tagen die Frage: Do you know what colour it is? Welche Farbe hat er denn nun? Hier kommt noch einer, bei dem weiß man das nicht so ganz genau. Brother Ali Uncle Sam Goddam Brother Ali Walkin´ away The Undisputed Truth Rhymesayers Entertainment Unterlege Scarab Telesp Crooklyn Dub Consortium Certified Dope Vol 2. Word Sound Recordings Text: „Welcome to the United Snakes, Land of the thieves, home of the slaves, where the Dollar is sacred…” rappt Brother Ali in seinem Song über den “gottverdammten Uncle Sam”. “Uncle Sam Goddam”, von einem blinden Albino aus Minneapolis, der sich Brother Ali nennt. Aufgrund seiner Musik wird Ali zunächst für einen Afroamerikaner gehalten. Er selbst hat sich anfangs geweigert, über seine „Rasse“ oder Hautfarbe zu reden. Schließlich hat er sich doch geäußert: “Ich bin Albino, meine Familie ist weiß, aber ich wurde großgezogen von der schwarzen Community, von ihr habe ich meine Lektionen fürs Leben gelernt.” Interessante Pointe, auch im Vergleich mit dem blinden Stevie Wonder, der ja für den Kampagnensong von Barrack Obama verantwortlich ist. Ein weißer Rapper, weißer als weiß, weil Albino und blind, also farbenblind, der alles, was er weiss und tut der schwarzen Gemeinde verdankt. Mit „Uncle Sam Goddam“ hat er sich gleich unbeliebt gemacht. Da rappt er über die Nation der Sklavenhändler und bescheinigt „Uncle Sam Goddam“ mit Bezug auf den Irak-Krieg einen „billion dollar a week kill-brown-people habit“. Also eine Sucht, braune Leute umzubringen, die diesen Uncle Sam eine Milliarde Dollars pro Woche kostet. „Undisputed Truth“ nennt der farbenblinde und farblose Brother Ali sein Album. Das heißt soviel wie „Unbestrittene Wahrheit“, aber Undisputed Truth ist auch der Name einer Band: Undisputed Truth Smiling faces sometimes The Best Motown Undisputed Truth, Smiling faces sometimes, der Song ist entstanden nach den Morden an MLK und Malcolm X, einer von mehreren Soulsongs aus den späten Sechzigern und frühen Siebzigern, die das Motiv des Lächelns durchdeklinieren. „Nehmt euch in Acht vor den lächelnden Gesichtern, sie sagen nicht immer die Wahrheit und manchmal rammen sie dir ein Messer in den Rücken.“ Smiling faces sometimes, ein Top 3 Hit in den USA im Mai 1971, d.h., es konnten sich viele Leute wiederfinden in dieser Warnung vor dem lächelnden Gesicht, vor allem viele Schwarze. Die Erfahrung, reingelegt worden zu sein, war offenbar weit verbreitet. Abgesehen davon: wer noch nie von Undisputed Truth gehört hat: bitte kümmert euch drum, mit das Beste, das jemals auf Motown-Schallplatten erschienen ist. „Smiling faces“ ist einer der schönsten politischen Hits der Popgeschichte, das Politische kommt zur Hintertür rein, also eher im Modus der gemeinsamen sozialen Erfahrung. Implizit statt explizit. In Geheimsprache quasi, und von Geheimsprachen versteht man in Jamaika sehr viel… Jah Woosh Four Aces Skank We chat you rock - Two DJ Clash: Jah Woosh & I Roy Trojan „Four Aces Skank“, eine von vielen jamaikanischen Versionen von Undisputed Truth und ihrem „Smiling faces sometimes“, Das kann man sich wünschen für unsere neue Sendung am Sonntag, „Kaffee und Kuchen“, Wunschmails an radio@byte.fm! Aus Jamaica kommt dieses Lied zum Thema: Cocoa Tea Barack Obama www.zshare.net/audio/8880503a906898/L Das habe ich bekommen per e-mail von Lars Brinkmann: “Der coolste Campaign-Song seit ... seit ever?”, schreibt er, vielen Dank für den Hinweis. "This is not about class nor color, race nor creed. It's about the changes, what the people need.", singt Cocoa Tea. „Es geht nicht um Klasse, Hautfarbe oder Glauben es geht um die Veränderungen, die die Leute brauchen..und weiter: Nicht Hillary, nicht McCain, nicht Chuck Norris und ganz bestimmt nicht John Wayne, und auch nicht der Terminator…“ Sondern Barack Obama. Cocoa Tea, jamaikanischer Roots-Crooner mit seiner Wahlkampfhilfe für Barack Obama. Unklar ist, ob Obama von dieser Wahlkampfhilfe wußte und, wenn ja, ob er sich darüber gefreut hat. Cocoa Tea ist ein alter Rastaman, also Anhänger einer sehr schwarzen, sehr afrozentristischen Religion, die auch in den USA viele Freunde hat. Die Nähe zu einem Typen wie Cocoa Tea identifiziert Barack Obama eindeutig als „schwarzen Kandidaten“, und das heißt im Umkehrschluss in der schlichten Wahlkampf-Logik: wer nur der Kandidat der Schwarzen ist, der wird nicht mehrheitsfähig. Aus diesem Grund haben ja die Clintons, vor allem Bill Clinton, versucht, Obama als schwarzen Kandidat der darzustellen. Oder besser: zu markieren. Vielleicht auch: zu stigmatisieren. Da kommt Scarlett Johannson gerade recht. Blond, weiß, jung, hip und mit mutmasslich schwedischem Migrationshintergrund ist sie die ideale Besetzung für einen Obama-Werbeclip. Also ist Scarlett Johannson das zweite Gesicht im „Yes we can“-Video, gleich nach Will.I.am. Der Rapper von den Black Eyed Peas ist der Schöpfer von „Yes we can“ und ein anderes Kaliber als der Rasta-Fundamentalist Cocoa Tea. Die Black Eyed Peas sind eine der populärsten Bands auf dem Globus, und sie sind – gewissermaßen – farbenblind, postrassistisch – so wie Obama sich das wünscht. Will.I.am: „Die US-Vorwahlen habe ich bislang nicht weiter verfolgt, habe aber irgendwo aufgeschnappt, dass die Hillary Clinton den Kopf der Leute erreichen würde, Obama aber das Herz. Nachdem ich mir eben seine Rede nach Clintons Wahlsieg in New Hampshire angesehen habe, weiß ich auch, warum.“ Will.i.am von den Black Eyed Peas war von der Rede ebenso beeindruckt und hat in einer spontanen Aktion einen Song daraus gebastelt und ins Netz gestellt, dazu gibt es noch ein feines Video mit unter anderem Scarlett Johansson, John Legend, Herbie Hancock, Kareem Abdul Jabbar und Nicole Scherzinger von den Pussy Cat Dolls Yes we can - Will.i.ams Barack Obama Supportsong „Yes we can“ dockt auch an an einen afroamerikanischen Klassiker, „Yes we can can“, geschrieben von Allen Toussaint, interpretiert von Lee Dorsey und später von den Pointer Sisters. Im Video tauchen viele prominente und nicht prominente Obama-Supporter im Bekennerstil auf, es gibt es eine dunkle Überlegenheit, was die Hautfarbe angeht, aber keine wirkliche Blackness, es dominiert ein Latte Maciato-Beige, bei „Yes we can“ von Will.I.am. Will.I.am. heißt ja eigentlich nicht mehr als William, zu deutsch Wilhelm. Die Schreibweise Will.I.am. verweist auf einen berühmten Vorgänger von Barack Obama. Nicht auf MLK, nein, auf den einzige schwarzen Präsidentschaftskandidaten, der es weiter gebracht als zum Bürgermeister. Reverend Jesse Jackson war zumindest in den Vorausscheidungen und das hat gereicht, damit wir uns an ihn erinnern. Pace-Setters Push on Jesse Jackson Stand up and be counted Harmless Mach weiter, Jesse Jackson, die Pace-Setters. Jesse Jackson war in den 70ern und 80ern sowas wie der legitime Nachfolger von MLK, wenn auch nicht unbedingt mit dessen Strahlkraft. Aber wie MLK hat auch Jesse Jackson der Welt ein geflügeltes Wort gegeben. Bei King war das: I HAVE A DREAM Bei Jesse Jackson ist es: Damn right I am somebody Damn right I AM somebody, hat Jesse Jackson gesagt, der afroamerikanische Bürgerrechtler: „Verdammt noch mal ich bin doch jemand“, das war seine Antwort auf die Nichtbeachtung von Schwarzen durch die weiße Mehrheit. Die Behauptung der eigenen Sichtbarkeit, der eigenen Existenz, überhaupt die Behauptung des eigenen ICH – das ist ein wiederkehrendes Motiv in der afroamerikanischen Musik und Literatur, das hauptmotiv von Ralph Ellisons Roman „The Invisible Man“. Die erste Person Singular betont die Sichtbarkeit, die eigene Existenz. I have a dream, I am somebody – das hat Jesse Jackson von MLK übernommen, und das hat William von den Black Eyed Peas dazu gebracht, aus dem William einen Will.I.am zu machen. Und als Will.I.am ist er prädestiniert für den Change ala Obama. Yes we can - Will.i.ams Barack Obama Supportsong Change ja der zentrale Begriff in den Reden von Barack Obama, wobei nie so ganz klar wird, was sich eigentlich wie genau ändern soll… Weniger offen dagegen die historischen Vorbilder für Obamas Kampagne und für seine Schlüsselwörter. Obama spielt zwar an auf den großen MLK, aber er vermeidet den Eindruck, dass er der neue MLK werden könnte, das wäre zu schwarz. Vom radikaleren Malcolm X brauchen wir hier gar nicht erst zu reden. Die Rhetorik des Wandels, des Change, sie wäre auch nicht viel mehr als eine leere Floskel, gäbe es da nicht dieses Lied. Es heißt „A change is gonna come“ und ist tief eingegraben im amerikanischen Gedächtnis, also vor allem im afroamerikanischen Gedächtnis. Es wird einen Wechsel geben, A change is gonna come, das haben viele versprochen, Aretha Franklin wie Solomon Burke wie Otis Redding…aber keiner so feierlich und so überzeugend wie der Autor des Songs, Sam Cooke. Sam Cooke A change is gonna come The Man and his music RCA Sam Cooke, auch einer, dem man das Messer in den Rücken gerammt hat…allerdings bei einer Kneipenschlägerei. Wird Barack Obama der erste nichtweisse Präsident der USA??? Ist er schwarz, ist er weiss? Obamas Kandidatur oszilliert zwischen zwei Fragen, zwei Fragen, die Songs geworden sind. Vor ein paar Wochen habe ich hier eine Sendung gemacht unter dem Titel „Is it beacause I´m black?“ Anlass damals war der Geburtstag von Rosa Parks. Die schwarze Näherin hatte mit ihrer Weigerung, ihren Sitzplatz im öffentlichen Bus für einen Weißen zu räumen, die Bürgerrechtsbewegung inspiriert. In dieser Sendung sind beide Songfragen aufgetaucht, die auch um Obama immer wieder gestellt werden: Syl Johnson Is it because I´m black Is it because I´m black? Charly Damn right i am somebody, verdammt ich bin doch jemand, das geflügelte Wort von Jesse Jackson, dem schwarzen Bürgerrechtler taucht auch bei Syl Johnson auf. Er singt vom Versuch, jemand zu sein, sichtbar zu sein...to be somebody... Aber wir werden gehindert daran, jemand zu sein und es stellt sich die Frage: liegt es daran, dass wir schwarz sind, liegt es daran dass ich schwarz bin? Und auch wenn du nur eine leichte Tönung hast, dann bist du trotzdem schwarz,…siehe Barack Obama. Is it because I´m black? Im nächsten Song wird die Blackness positiv gewendet… Bin ich schwarz genug für dich? Fragt Billy Paul 1972, und weiter: wir werden nicht Ruhe geben, bis wir es geschafft haben, wir werden eine neue Welt erschaffen, wir werden die Armut überwinden und wir werden nicht mehr leiden… Am I black enough for you? Eine Frage, die sich Obama ja auch stellen muss – wird er doch von vielen Vertretern schwarzer Gruppen als nicht black enough bezeichnet. Vertrackte Situation und alles andere als farbenblind und postrassistisch. Billy Paul Am I black enough for you 360 Degrees of Billy Paul Philadelphia International „Am I black enough for you“ erscheint 1972, ist also geprägt von der Aufbruchsstimmung der schwarzen Kämpfe der 60er und frühen 70er...nicht umsonst zitiert Billy Paul hier „Move on up!“, einen der großen Songs der Bewegung von Curtis Mayfield. Aber, Obama will ja die farbenblinde Gesellschaft, deshalb darf er nicht zu schwarz daherkommen. Zwischendurch mal ein Beweis, dass man nicht schwarz sein muss, um den Tod von MLK zu betrauern. John Fahey March! For Martin Luther King The Essential John Fahey Vanguard 1968 nimmt John Fahey ein ganzes Album mit Requia auf, also musikalischen Totenmessen, aber erst ein Jahr später - 1969 auf seinem Album The Yellow Princess ist dann dieser Marsch für MLK zu finden. Den habe ich gespielt, weil John Fahey ein toller Musiker ist und weil gerade bei Suhrkamp sein zweites Buch erscheint, übersetzt von Karl Bruckmaier. Dazu ein Hinweis: Lesung am 03. April ca. 21 Uhr KARL BRUCKMAIER liest Texte von JOHN FAHEY Über John Fahey: Ob Folk, Blues, Jazz, Rock oder Avantgarde, wenn es im 20. Jahrhundert einen Gitarristen gab, über dessen Legendenstatus Einigkeit besteht, ist es John Fahey (1939-2001). Er sammelte alte Schellacks, gründete unabhängige Plattenlabels, holte als erster vergessene Blues-Heroen wieder auf die Bühne, entdeckte Talente wie Leo Kottke, lieferte Musik für Michelangelo Antonionis Film Zabriskie Point, beeinflußte ganze Gitarristengenerationen - und lebte doch meist an der Armutsgrenze. Lesung: Donnerstag 3.4. im Optimal Plattenladen in München Am I black enough for you? Diese Frage musste sich MLK in den 60ern nicht stellen, er war der schwarze Mann, vor dem das weiße Amerika Angst hatte, zumindest große Teile des weißen Amerika. Das hat auch dazu geführt, dass er am 4.April 1968 erschossen wurde. Zum Schluss ein letztes Mal „At last I am free“, jetzt endlich das Original. Chic mit ihrer Variation des Kingschen „At last I am free“. Nile Rodgers war ja mal Black Panther, bevor er einer der wichtigsten Musiker der Disco-Geschichte wurde, das wird ja gern vergessen. Klar handelt es sich hier um ein Liebeslied, aber, ebenso klar läßt sich der Text lesen im Geiste des Free at last! At last I am free. 202 7.08 Chic At last I am free C´est Chic Atlantic


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