Solange

Solange Solange (Foto: Max Hirschberger)

Solange (*24. Juni 1986 als Solange Piaget Knowles) ist eine US-amerikanische Pop-Künstlerin aus Houston. Die Sängerin, Komponistin und Produzentin ist Beyoncé Knowles' jüngere Schwester und gilt seit ihrem Album „A Seat At The Table“ (2016) als eine der wichtigsten zeitgenössischen R&B-Künstlerinnen.

Bereits als Teenager startete Solange mit Hilfe ihres Vaters und unterstützt durch Destiny's Child ihre Solo-Karriere. Ihr Pop-orientiertes Debüt „Solo Star“ erschien 2002; sechs Jahre später veröffentlichte die Künstlerin, die Motown-Girl-Groups als wichtigsten Einfluss nennt, das an Retro-Soul orientierte „Sol-Angel And The Hadley St. Dreams“. Für ihre drittes Album erklärte die Künstlerin, volle künstlerische Freiheit genießen zu wollen. Unter anderem aufgrund psychischer Probleme erschien „A Seat At The Table“ erst acht Jahre später auf dem von Solange selbst gegründeten Columbia-Sublabel Saint.

Mit dem Album führte Solange die US-Charts an und wurde von Fans und Kritik nicht allein der Musik wegen gefeiert; zentral war auch die politische Dimension: In musikalisch innovativen Songs mit Einflüssen aus unterschiedlichen Perioden afroamerikanischer Musik thematisierte Solange tagesaktuelle wie historische Kämpfe der Black Community. Der psychedelischere Nachfolger „When I Get Home“ erreichte 2019 ebenfalls die US-Top-Ten.  



Solange im Programm von ByteFM:

Solange - "A Seat At The Table" (Rezension)

Von Stephan Szillus
(04.10.2016)
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Solange - "A Seat At The Table" (Rezension)
Solange - "A Seat At The Table" (Columbia) // Man erlaube mir zum Einstieg einen Essensvergleich: Zur Musik ihrer großen Schwester Beyoncé verhält sich die Musik von Solange Knowles wie selbstgekochtes Soulfood zur industriellen Großküche. Dabei beschäftigt sich Solange inhaltlich nicht unbedingt mit anderen Themen als ihre Schwester auf ihrem letzten Album "Lemonade": #BlackLivesMatter und Polizeigewalt, cultural appropriation, die Mainstreamisierung afroamerikanischer Schönheitsideale als überzeichnetes Meme (#Kardashian). Einzig die eigene Biografie ist ein Faktor, den Beyoncé allenfalls abstrahiert verarbeitet. "A Seat At The Table" erzählt hingegen recht direkt aus dem Leben einer 30-jährigen Afroamerikanerin, die einen 11-jährigen Sohn in einem Land großzieht, in dem unschuldige Schwarze von rassistischen Polizisten auf offener Straße hingerichtet werden. Auf musikalischer Ebene ergibt sich ein noch größerer Unterschied zur Musik der übermächtigen Schwester: Der Teppich, auf dem Solange ihre intensive Stimme drapiert, wirkt deutlich weniger opulent und glatt ausproduziert. Stattdessen hat sie gemeinsam mit Altmeister Raphael Saadiq, der als Produzent bereits für u. a. D'Angelo, The Roots und Macy Gray aktiv war, eine minimalistische Mischung aus dem Soundcloud-R&B; du jour und dessen Wurzeln in den mittleren und späten Neunzigern zusammengestellt. Insbesondere Janet Jacksons experimentelles "Velvet Rope"-Album von 1997, aber auch die frühen Alben von Erykah Badu, D'Angelo oder Jill Scott können leicht als Referenzen ausgemacht werden. In der Vergangenheit wurde Solange oft bezichtigt, ihren Stil und ihre Phrasierung von der britischen Sängerin Kelela zu kopieren. Kurzerhand nahmen die beiden für "A Seat At The Table" einen gemeinsamen Song auf. Dazu gibt es mehrere Skits des steinreichen Rap-Moguls Master P, einen mit Dev Hynes aka Blood Orange, einen mit ihrer Mutter Tina Knowles und einen mit ihrem Vater, dem Musikmanager Matthew Knowles – ein spannender Perspektivenwechsel mit äußerst persönlicher Färbung. Durch diese gesprochenen Interludes, bei denen meist die musikalischen Themen der vorhergehenden Songs weitergespielt werden, bekommt das Album einen kohärenten roten Faden. Solanges Texte sind bildhaft und sprachlich elegant. Die meisten Songs hat sie in Rohversionen auf dem Klavier geschrieben. Neben Raphael Saadiq produzierten Questlove, Sampha, The-Dream oder Q-Tip mit. "A Seat At The Table" weist keinen klassischen Radio-Hit vor und Musikvideos wurden gleich zu zwei Stücken gedreht und am selben Tag veröffentlicht. Es wirkt, als könnte sich niemand so recht entscheiden, auf welchen Song man setzen solle, um das Album angemessen zu vermarkten – oder entscheiden, welcher Song das Album nun am besten widerspiegelt. Ich hätte den Opener "Weary" gewählt: Ein magisches, hypnotisches Stück Musik, das bei jedem Durchlauf viel zu kurz wirkt, basierend auf einem dieser ganz einfachen Loops aus Bass, Klavier und Percussion, die bis in die Ewigkeit weiterlaufen dürften. Solanges Performance gerät hier beeindruckend intensiv. Klar, Solange möchte auf diesem Album das Bohemian Chick aus dem Village sein, das in den Electric Ladyland Studios mit Bilal und Dilla hängt. Diese Referenz gelingt ihr ausgezeichnet – und sie bleibt vor allem nicht dabei stehen. "A Seat At The Table" klingt nach Grassroots-NeoSoul, nach Soulquarians und Soulection gleichzeitig. Es ist ein mutiges, ein außergewöhnliches Statement, das sich mit relevanten Aspekten unserer Zeit beschäftigt. Es geht um Selbsthass und Selbstliebe, um zentrale feministische Themen und Identitätsfragen der African-American Community. An diesem Album kommt man in diesem Herbst nicht vorbei.

Henning Tudor-Kasbohm

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Henning Tudor-Kasbohm
Punk, HipHop, Pet Shop Boys, Jazz – anders als die coolen Vorstadtkids identifizierte sich der junge Henning Tudor-Kasbohm mit keiner Szene. Heute liebt der studierte Literaturwissenschaftler und Phantastikforscher sogar eigentlich alle Musikstile, solange die Lieder fresh sind. Das schränkt die Sache arg ein und macht das Musikhören zu harter, aber lohnender Arbeit.

Solange – „When I Get Home“ (Rezension)

Von Marius Magaard
(04.03.2019)
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Solange – „When I Get Home“ (Rezension)
Solange – „When I Get Home“ (Columbia) // „A Seat At The Table“, das 2016 veröffentlichte Sensationsalbum von Solange, war so konfrontativ, wie der Neo-R&B dieser Zeit sein kann. Mit klaren Worten und kräftigen Beats erzählte die Sängerin unverfälschte Geschichten aus dem Alltag einer schwarzen US-Amerikanerin. Ein Leben zwischen institutionellen Rassismus und „cultural appropriation“. Nun, fast drei Jahre später, ist die Welt nicht weniger beklagenswert geworden. Solange hat am vergangenen Freitag überraschend ein neues Album veröffentlicht. Doch wer von „When I Get Home“ ausschließlich aufwühlende Conscious-Hymnen erwartet, der wird enttäuscht sein. Solange hat auf ihrer vierten LP ihren Sound und ihre Texte von außen nach innen gekehrt – und ein mysteriöses, zauberhaftes R&B-Album erschaffen. // Das Album wirkt wie eine Übung im Spannungsaufbau. Viele der Songs enthüllen ihren ganzen Sog erst zum Ende. Sie beginnen leise und spröde, was den oft erst nach mehreren Minuten einsetzenden „Drop“ noch viel euphorischer macht. „Time (Is)“ startet als körperlos schwebende, einsame Jazz-Ballade, sowohl das himmlische Sampha-Feature als auch ein den Kopf verdrehender 5/4-Beat wird bis zum Ende des Songs aufgespart. Passenderweise hat Solange auch den Hit-tauglichsten Song der Platte nicht an den Anfang der Platte gesetzt, sondern kurz vorm Ende des Albums versteckt. „Sound Of Rain“ heißt er und hält einige Überraschungen bereit: Nach fast zwei Minuten astraler R&B-Zauberei bricht plötzlich der Boden unter den Füßen weg – und enthüllt darunter ein tiefes Meer aus Harmonien und Piano-Grooves. // Genauso tranceartig und abstrakt wie die Instrumentals sind Solanges Texte. Im Eröffnungsstück sinniert sie über ausgedachte Realitäten und bittere Lügen, ohne zu verraten, welche gemeint sind. Auch im Verlauf der Albums wird sie nicht wirklich direkter. Eine Ausnahme bildet die Thematik des Zuhauses, die „When I Get Home“ seinen Titel gibt. In „Almeda“, benannt nach einem Stadtteil ihres Geburtsortes Houston, Texas sprechsingt sie „Black waves, black days / Black baes, black things / These are black-owned things / Black faith still can't be washed away“ über einen Southern-Rap-Beat der alten Schule, der explizit klar macht, wie viel der weiße Pop-Mainstream der schwarzen Musik-Kultur schuldet.

Zeitgeister-Podcast #7: Solange Knowles, „Don’t Touch My Hair“ und das politische Moment der Frisur

Von ByteFM Redaktion
(20.04.2021)
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Zeitgeister-Podcast #7: Solange Knowles, „Don’t Touch My Hair“ und das politische Moment der Frisur
Solange Knowles im Video zu ihrem Song „Don’t Touch My Hair“ Im Podcast Zeitgeister nimmt der Kulturjournalist Ralf Schlüter einmal im Monat einen Song oder ein Musikstück als Ausgangspunkt, um mehr über ein Thema zu erfahren. Und stellt sich dabei die Frage, wie eng Popkultur, Kunst und gesellschaftliche Realität zusammenhängen. In der siebten Ausgabe dreht sich alles im Solange Knowles und ihren Song „Don’t Touch My Hair“ und die Frage, warum das Haar politisch ist. // Auf ihrem Album „A Seat At The Table« von 2016 singt Solange Knowles über das Leben als afroamerikanische Frau im 21. Jahrhundert. Besonders eindrucksvoll ist der Song „Don’t Touch My Hair“: Er spielt auf eine Frage an, die afroamerikanische (und afroeuropäische) Frauen immer wieder hören: „Darf ich Ihre Haare mal anfassen?“ Das ist nur eine kleine Episode in einer langen Geschichte der Respektlosigkeit gegenüber dem Haar Schwarzer Frauen, an deren Beginn die Sklaverei und der Kolonialismus stehen. Der Podcast erzählt eine Geschichte von Unterdrückung und Stolz aus dem Friseursalon heraus. Zu Gast in dieser Episode ist Dr. Emilia Roig, Gründerin und Direktorin des Center For Intersectional Justice (CIJ) und Autorin des Buchs „Why We Matter. Das Ende der Unterdrückung“.

Solange veröffentlicht neues Album „When I Get Home“

Von ByteFM Redaktion
(01.03.2019)
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Solange veröffentlicht neues Album „When I Get Home“
Solange (Foto: Max Hirschberger) Sie hat es schon wieder getan. Am 27. September 2016 enthüllte Solange Knowles in den sozialen Medien den Titel ihres dritten Studioalbums „A Seat At The Table“. Nur drei Tage später war es veröffentlicht und wurde zu einem der besten Alben des vorvergangenen Jahres. Ähnlich verhält es sich mit dem Nachfolger „When I Get Home“: Nach einigen kryptischen Teasern kündigte die US-amerikanische Künstlerin gestern überraschend an, das Album um Mitternacht (an der US-Ost-Küste) zu veröffentlichen. Und – soviel sei nach der kurzen Zeit verraten – „When I Get Home“ ist wieder ein Kandidat auf eins der wichtigsten Alben des Jahres.

taz.mixtape

Slaves, Bragg & Henry, Drake, Solange, Torch, Hval, Mbalax, Bob Dylan

(14.10.2016 / 17:00 Uhr)
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Platz beanspruchen. Stephan Szillus begründet, warum Solange Knowles mit ihrem neuen Album „A Seat At The Table“ aus dem Schatten ihrer übermächtigen Schwester Beyoncé heraustritt: Experimente, Perspektivwechsel, Politics.

Keep It Real

Solange Knowles

(14.10.2019 / 22:00 Uhr)
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Schon lange ist Solange Knowles aus dem Schatten ihrer älteren Schwester Beyoncé herausgetreten. Spätestens mit ihrem dritten Album „A Seat At The Table“ aus dem Jahr 2016 hat sich die Afroamerikanerin als eigenständige Künstlerin etabliert. Von Popkritikern und -kritikerinnen wurde das Album hochgelobt. Für ihren Song „Cranes In The Sky“ gewann die Sängerin und Songschreiberin im gleichen Jahr den Grammy für den besten R’n’B-Song.

taz.mixtape

Solange, Conne Island, Klang-Moor-Schopfe, Hawtin

(20.09.2019 / 17:00 Uhr)
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Synchronschwimmen mit Solange in der Elbphilharmonie. Sie ist eine begabte R&B-S;ängerin, sie ist Produzentin, Komponistin und Rapperin und nun also auch so etwas wie eine Regisseurin. Jan Paersch ist schwer begeistert.

taz.mixtape

Solange, Bob Mould, Little Simz, James Yorkston, Die Ärzte

(15.03.2019 / 17:00 Uhr)
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Zeitgemäßes Rollenverständnis: Solange Knowles brilliert auf ihrem neuen Album „When I Get Home“. Johann Voigt erklärt, warum die afroamerikanische Künstlerin ein musikalisches Superhirn ist und nicht bloß die kleine Schwester.

Neuland

Neue Alben von Angel-Ho, Solange & Little Simz

(01.03.2019 / 13:00 Uhr)
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Überraschung: Über Nacht hat außerdem Solange ihren neuen Longplayer "When I Get Home" veröffentlicht. Auch hieraus spielt Vanessa Wohlrath Euch ein paar Tracks.

ByteFM Magazin

Altes von De La Soul, Neues von Solange und Schubsen auf Tour

(04.03.2019 / 19:00 Uhr)
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"3 Feet High And Rising", das Debütalbum der New Yorker HipHop-Formation De La Soul, ist heute vor 30 Jahren erschienen. Solange hat ein neues Album veröffentlich und wir hören rein.

Beat Repeat

Mick Jenkins, Danny Brown, Solange

(04.10.2016 / 22:00 Uhr)
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Beat Repeat - Mick Jenkins, Danny Brown, Solange
Außerdem gibt es noch Neues von Mura Masa, Mndsgn, Solange und NxWorries.

ByteFM Jahrescharts 2016

Von ByteFM Redaktion
(26.12.2016)
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ByteFM Jahrescharts 2016
Solange und Anohni: Wo landen sie in den ByteFM Jahrescharts? // 13. Solange - A Seat At The Table // 8. Solange - Cranes In The Sky // Solange - A Seat At The Table // 2. Solange – A Seat At The Table // 3. Solange - A Seat At The Table // Solange - A Seat At The Table // Solange – F.U.B.U. Feat. BJ The Chicago Kid & The-Dream // 9. Solange Knowles – A Seat At The Table // Solange – F.U.B.U. Feat. BJ The Chicago Kid & The-Dream // Solange - A Seat At The Table // Solange - A Seat At The Table // Solange - A Seat At The Table

ByteFM Magazin

Little Simz, Solange, Bilderbuch

(01.03.2019 / 19:00 Uhr)
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Unter anderem mit Musik von DJ Koze, Stephen Malkmus und St. Vincent

Big Joanie covern „Cranes In The Sky“ von Solange

Von ByteFM Redaktion
(04.08.2020)
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Big Joanie covern „Cranes In The Sky“ von Solange
Das Londoner Punk-Trio Big Joanie hat eine Coverversion von Solanges „Cranes In The Sky“ veröffentlicht. Der Song soll nächste Woche zusammen mit einem weiteren Stück aus eigener Feder als Tonträger erscheinen. Die Aufnahme ist das erste neue Material, das die Band seit ihrem Debütalbum „Sistahs“ herausbringt. Dieses war im Jahr 2018 bei dem von Sonic-Youth-Gründer Thurston Moore betriebenen Label Ecstatic Peace Library erschienen. „Cranes in the Sky“ stammt ursprünglich von Solanges Album „A Seat at the Table“, das 2016 erschienen ist. In der Coverversion klingt das Stück fast wie eine Big-Joanie-Eigenkomposition. Ihre Interpretation transformiert den Song in ein von leicht angezerrtem E-Bass wuchtig vorangetriebenes Stück mit punkig-souligem Retro-Vibe. Und nimmt sich lohnende eineinhalb Minuten mehr Zeit als das Original. Die Version der Punk-Band erscheint zusammen mit dem Big-Joanie-Track „It‘s You“ bei Jack Whites Label Third Man Records. Und zwar auf Vinyl als 7-Inch-Single. Hier könnt Ihr Euch das Coverstück sowie das dazugehörige Original schon mal anhören:

Alben des Jahres 2019

Von ByteFM Redaktion
(13.12.2019)
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Alben des Jahres 2019
Solange – „When I Get Home“. // Solange – „When I Get Home“ // Solange – „When I Get Home“ // Solange – „When I Get Home“

Was ist Musik

Wer hat Angst vor schwarzen jungen Frauen?

(18.12.2016 / 19:00 Uhr)
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Die Antwort ist einfach: Weiße alte Männer. Nicht alle, aber einige, auch wichtige. Welcher Witzbold hat da Regie geführt? Unmittelbar vor der Wahl Donald Trumps steht an der Spitze der US-Albumcharts: „A Seat At The Table“, Solanges Album, das schon im Titel das Recht beansprucht, mit am Tisch zu sitzen und in seinem offensivsten Song „All my niggas in the whole wide world“ adressiert, um klarzustellen: „This shit is for us“. Unmittelbar nach der Wahl steht an der Spitze der US-Albumcharts: "We Got It From Here...", das unerwartet gelungene Comeback von A Tribe Called Quest, das schon als das erste Protest-Album der Ära Trump bezeichnet wurde und mit dem Song „The Donald“ endet. Nein, nicht der Donald. „The Donald“ war der Kosename von Phife Dawg, dem verstorbenen Rapper von ATCQ. Trumps Wahl wird also flankiert von zwei Alben, die in ihrer Vielfalt illustrieren, was hinter der Parole „Black Lives Matter“ so alles stecken kann. Solange verpackt ihre Black Power in geschmeidig smoothen, hochmodernen und dabei traditionsbewußten R&B, der kaum einmal den Midtempobereich verläßt und nicht über die Stränge schlägt. Wo Solange filigran das Florett schwingt, da greift Ihre große Schwester zum Säbel. Oder gleich zur Axt. 2016 ist das Jahr der großen Black Power-Gesten von Queen Beyoncé: Im Video zu ihrem Hit „Formation“ steht sie mit hochgereckter, geballter Faust auf dem Dach eines Autos der New Orleans Police, das in braunen Fluten versinkt: Hurrikan Katrina läßt grüßen. Beim Super Bowl tritt sie auf mit einer Armee aus Black Panthers – durchweg schwarze Frauen. Polizei und Football, Bastionen weißer Männlichkeit, erniedrigt von einer schwarzen Frau. Das sitzt, auch bei Rudolph `Zero Tolerance´Giuliani, Ex-Bürgermeister von New York und Unterstützer von Donald Trump. «Das ist Football, nicht Hollywood“, brüllt der weiße Republikaner Guiliani, ein Skandal „dass Beyoncé den Super Bowl als Plattform nutzt, um unsere Polizisten anzugreifen, die unser Leben beschützen.“ Dritte große Geste: Beyoncé auf der Bühne vor einem riesigen Schriftzug: FEMINISM. Der größte weibliche Popstar des Planeten propagiert Feminismus und Black Power. Da sehen weiße Männer ihre Hegemonie bedroht und Maskulinisten zetern: „Feminazis“. Neben den Geschwistern Knowles passt auch Rihanna ins 2016er Bild: Drei Superstars unserer Zeit, alle drei sind: jung, schwarz, weiblich und sehr selbstbewußt. Solche Frauen können Kastrationsängste auslösen, vor allem bei älteren weißen Männern. Und so eine Angst schlägt schon mal um in Hass, und Hassreden schlagen schon mal um in Hasstaten, wie die ersten Wochen nach der Wahl von Donald Trump zeigen. Ausgerechnet schwarze Frauen dominieren den amerikanischen Pop, späte Nachkommen von Sklavinnen. Sklavinnen, die ihrem weißen Herren jederzeit zur Verfügung zu stehen hatten – mit dem ganzen Körper. Oder, in der Sprache des Präsidenten: Frauen, denen man jederzeit an die Pussy grabschen kann. Beyoncé, Rihanna und Solange - der Alptraum der weißen alten Männer. Das Kabinett des Donald Trump – die Rache der weißen alten Männer. Also Starring: Abra, Mykki Blanco, Jamila Woods und schwarze Männer, die Gutes tun. Wäsche zusammenlegen zum Beispiel.

Ab sofort in Hamburg und München: die September-Ausgabe vom ByteFM Konzertfolder

Von ByteFM Redaktion
(02.09.2019)
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Ab sofort in Hamburg und München: die September-Ausgabe vom ByteFM Konzertfolder
Ab sofort in Hamburg und München: die September-Ausgabe vom ByteFM Konzertfolder. In Hamburg mit Solange auf dem Cover (Artwork: Helmut Kraus) ByteFM könnt Ihr nicht nur hören, sondern auch lesen, angucken und anfassen – in Form unseres ByteFM Konzertfolders. Den gibt es an vielen Orten in Hamburg und München. Vorne ganz groß: Kunst. Und auf der Rückseite jede Menge Konzertempfehlungen für Hamburg bzw. München im September. Die aktuelle Ausgabe kommt diesmal mit zwei verschiedenen Covermotiven: In Hamburg ziert Solange unseren Folder, in München sind es Sleaford Mods. // Spätestens mit ihrem 2016er Album „A Seat At The Table“ ist Solange Piaget Knowles endgültig aus dem Schatten ihrer großen Schwester Beyoncé getreten. Auf ihrem dritten Album verhandelt die 33-jährige Künstlerin in vielschichtig arrangierten Neo-Soul-Songs vor allem zentrale feministische Themen und Identitätsfragen der afroamerikanischen Community. Im März 2019 erschien ihr viertes Album „When I Get Home“, auf dem die US-Amerikanerin erneut butterweiche Soul-Texturen mit psychedelisch angeschrägten Jazz-Harmonien verbindet. Für unseren Hamburg-Folder wurde sie von Helmut Kraus gemalt.

10 bis 11

A Seat At The Table

(29.09.2021 / 10:00 Uhr)
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Vor fünf Jahren ist "A Seat At The Table", das dritte Album von Solange erschienen. Ein Album, mit dem sich Solange Knowles endgültig aus dem Schatten ihrer großen Schwester Beyoncé bewegte und ihre eigene Herkunft und Identität als Afroamerikanerin im 21. Jahrhundert reflektiert. In 10 bis 11 hört Ihr Track 10 und 11 aus "A Seat At The Table".

Flying Lotus kündigt neues Album „Flamagra“ an

Von ByteFM Redaktion
(17.04.2019)
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Flying Lotus kündigt neues Album „Flamagra“ an
Neben Lynch hat Ellison für sein sechstes Soloalbum auch weitere beeindruckende Gäste eingeladen: Sowohl NewcomerInnen wie Tierra Whack und Denzel Curry, alte Bekannte wie Thundercat und Anderson .Paak, Geschwister im Geiste wie Shabazz Palaces oder Toro Y Moi als auch gestandene Größen wie George Clinton und Solange werden auf „Flamagra“ zu hören sein. // 25. Land Of Honey (feat. Solange)

Dirty Projectors - „Dirty Projectors“ (Album der Woche)

Von ByteFM Redaktion
(20.02.2017)
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Ganz schön schwierig, da neu anzusetzen. Aber andererseits eine Rückbesinnung auf die Wurzeln: Denn Dirty Projectors hat seinen Ursprung als Soloprojekt von David Longstreth. Und so führt er es nun weiter, unterstützt von vielen kollaborierenden Künstlerinnen und Künstlern und einer neuen Live-Band. Longstreths erste Platte „The Graceful Fallen Mango“ von 2001 war trauriger- und passenderweise auch ein „Breakup“-Album. Damals war Musik die beste Therapie für ihn, heute ist es nicht anders. Ehe er die Arbeit an „Dirty Projectors“ begann, warf sich Longstreth in die Arbeit mit anderen Musikerinnen und Musikern: Er entwarf Orchester-Arrangements für Joanna Newsom, produzierte Beats für Solange, und schrieb die Bridge von „FourFiveSeconds“, gesungen von Kanye West, Rihanna und Paul McCartney. // Besonders schön tut das auf dem Album „Up in Hudson“, der von „all the anger and pain“ handelt, aber leicht-beflügelnd wie ein früher Vampire-Weekend-Song klingt. Ähnlich verzaubernd zwischen Melancholie und Hoffnung schwingt auch „Cool Your Heart“, ein sprunghafter Track, der von Solange mitproduziert wurde und von Dawn Richards coolem Gesang geerdet wird. „Dirty Projectors“ behandelt Verlust und Trauer, aber widmet sich genauso positiven Erinnerungen und der Heilung. Besser kann man so einen Bruch im Leben nicht verarbeiten.

Die Jahrescharts der ByteFM Hörerinnen und Hörer 2016

Von ByteFM Redaktion
(02.01.2017)
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Die Jahrescharts der ByteFM Hörerinnen und Hörer 2016
14. Solange – A Seat At The Table // 13. Solange

Die ByteFM Jahrescharts 2019

Von ByteFM Redaktion
(27.12.2019)
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Die ByteFM Jahrescharts 2019
23. Solange – „When I Get Home“ Das letzte Album von Solange war 2016 ein Paukenschlag: „A Seat At The Table“ war ein unerwartetes Statement zur Lage des schwarzen Amerikas, präsentiert als State-Of-The-Art-R&B.

Die ByteFM Jahrescharts 2021

Von ByteFM Redaktion
(27.12.2021)
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Die ByteFM Jahrescharts 2021
In der Welt des US-amerikanischen Mainstream-R&Bs gab es dieses Jahr kein ambitionierteres Album als „Back Of My Mind“, das Debütalbum von Gabriella Sarmiento Wilson alias H.E.R. Mit 21 Tracks in 80 Minuten ist es definitiv zu lang, doch die Songs haben es in sich: „We Made It“ ist pures Endorphin, mit seiner sich wunderschön in die Höhe schraubenden Hookline und dem psychedelisch angehauchten Instrumental. Das Trap-inspirierte „Find A Way“ macht einfach nur Spaß, komplett mit euphorisch-hysterischem Autotune-Gegurgel von Gastrapper Lil Baby. „Bloody Waters“ kann einen der schönsten Grooves dieses Sommers vorweisen, geschmiedet von den Gastmusikern Thundercat und Kaytranada. Viele dieser Songs demonstrieren den Zauber, der den R&B von Acts wie Solange oder Kehlani zu hoher Kunst macht. // „I know you can’t let go of anything at the moment, just know it won’t hurt so, won’t hurt so much forever.“ Das ist der erste Refrain, den die Britin Arlo Parks auf ihrem Debütalbum „Collapsed In Sunbeams“ singt – und sozusagen die Grundthese dieser wunderbaren Folk-Soul-LP. Es tut weh, aber es tut nicht für immer so weh. Das entscheidende Gefühl, das der Song den Hörer*innen vermittelt ist aber: Du bist nicht allein. Und dieses Gefühl wird vor allem von Arlo Parks‘ Stimme vermittelt. Parks singt sanft und zurückhaltend und beruhigend. Das Leben kann noch so verstörend sein, aber solange es Stimmen wie die von Arlo Parks gibt, ist noch nicht alles verloren.

60minutes

(19.02.2009 / 22:00 Uhr)
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D'n B is dead?! Auf keinen Fall. Solange umtriebige Menschen auf der Insel emsig in ihren Laboratorien werkeln, die Clubbewohner nach dem Sound verlangen und die Heimhörer Freude an wackelnden Regalen haben, solange werden Breakbeats rumpeln. 60minutes stellt vor: den Londoner Mistabishi, der seinen stressigen Job als Kreditspekulant an den Nagel gehängt und sich gesagt hat,... Finanzkrise, ich bin dann mal weg...stattdessen ist er Vollzeit-Drum'n Bass-Aktivist mit einem sehr coolen neuen Album. Desweiteren gibt sich Madchester Marcus Intalex die Ehre mit einem neuen Doppelalbum "Dat:Music Pt II", randvoll mit Heldentaten britischer D'nB-Headz. Und Break, einer der gefragtesten D'nB -DJ's ist mit dem Album "Symmetry" dabei. 60minutes für Eure neugierigen und auf beste breakbeats gebürstete Ohren am Donnerstag 22 Uhr!

Das Draht

Ein Platz am Tisch mit Wenzel Burmeier

(16.10.2016 / 13:00 Uhr)
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Solange Knowles fordert ihren Platz als Afroamerikanerin in der US-amerikanischen Gesellschaft. Im Gegensatz zum Pop-Bombast ihrer überlebensgroßen Schwester Beyoncé, begibt sich die Sängerin dafür allerdings auf Neo-Soul-Pfade und spannt Experten wie Questlove und Raphael Saadiq ein. Neben Musik von Solange selbst, stellt Wenzel Burmeier beim Draht zwei Beteiligte ihres großen Albums "A Seat At The Table" vor. Außerdem gibt es Post-Soul aus Los Angeles, Romance-Rap, elektronischen RnB aus Dänemark und eine Hommage an den kürzlich verstorbenen Boogie-Pionier Kashif.

ByteFM Magazin

Ralf Schlüter (Zeitgeister-Podcast) im Gespräch

(20.04.2021 / 14:00 Uhr)
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Im Podcast Zeitgeister nimmt der Kulturjournalist Ralf Schlüter einmal im Monat einen Song oder ein Musikstück als Ausgangspunkt, um mehr über ein Thema zu erfahren. Und stellt sich dabei die Frage, wie eng Popkultur, Kunst und gesellschaftliche Realität zusammenhängen. In der siebten Ausgabe dreht sich alles im Solange Knowles und ihren Song „Don’t Touch My Hair“ und die Frage, warum das Haar politisch ist. Auf ihrem Album „A Seat At The Table« von 2016 singt Solange Knowles über das Leben als afroamerikanische Frau im 21. Jahrhundert. Besonders eindrucksvoll ist der Song „Don’t Touch My Hair“: Er spielt auf eine Frage an, die afroamerikanische (und afroeuropäische) Frauen immer wieder hören: „Darf ich Ihre Haare mal anfassen?“ Das ist nur eine kleine Episode in einer langen Geschichte der Respektlosigkeit gegenüber dem Haar Schwarzer Frauen, an deren Beginn die Sklaverei und der Kolonialismus stehen. Der Podcast erzählt eine Geschichte von Unterdrückung und Stolz aus dem Friseursalon heraus.

Soulsearching

(24.03.2010 / 19:00 Uhr)
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Soulsearching
So nennt Michael Rütten seine soulsearching Shows, wenn kein Gastmix oder ein besonderes Thema ansteht. Zutaten, Vorbereitung: extrem viel hören, dann aussieben, nochmal hören, wieder selektieren - solange, bis sich die wirklich wichtigen neuen Tunes herauskristallisieren. Eine Prise Oldschool kommt eventuell auch noch hinzu, auf Vinyl, versteht sich.

„Friendzone“ (feat. Genesis Owusu) von der Rapperin Pricie

Von ByteFM Redaktion
(20.05.2021)
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„Friendzone“ (feat. Genesis Owusu) von der Rapperin Pricie
Der House-Anteil ist auf Pricies zweiter Single zurückgenommen bis nicht-existent. Aber wer kann das schon so genau sagen? Sind doch HipHop, House und R&B letztlich allesamt Teile des Soul-Kontinuums. Und wen kümmert, welches Genre wo anfängt oder aufhört, solange ein Song so schön swingt wie unser Track des Tages? Wenn Pricie weitermacht wie bisher, sollte sie sehr bald im selben Atemzug wie die international erfolgreichen australischen Rapper*innen Tkay Maidza, Sampa The Great und Genesis Owusu genannt werden.

Love Songs

Feuer machen bei Dir

(08.05.2021 / 17:00 Uhr)
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Love Songs - Feuer machen bei Dir
Das Miteinander ist etwas unheimlich Schönes, aber auch das hat seine Grenzen. Manchmal kann es zu viel sein, manchmal zu wenig. Manchmal ist es zu wenig, weil man unersättlich ist und manchmal ist es zu wenig, weil man nichts bekommt … Aber solange der Funke überspringt, scheint alles doch ok, oder?