Laura Lee & The Jettes – „Wasteland“ (Album der Woche)

Bild des Albumcovers von „Wasteland“ von Laura Lee & The Jettes, das unser ByteFM Album der Woche ist.

Laura Lee & The Jettes – „Wasteland“ (Duchess Box Records)

Ein paar (theoretisch) interessante Fakten aus der Welt der Geografie: Die Luftlinien-Strecke von Berlin nach New York beträgt ziemlich genau 6299,95 Kilometer. Genau in der Mitte liegt ein Punkt mit den catchy Koordinaten 56.94738,-36.18777. Dieser Ort befindet sich inmitten des Atlantischen Ozeans, mit etwa 2.500 Meter Meerestiefe. Keine besonders lebensfreundliches Terrain.

Wem dieser Ort zu schwer erreichbar und generell zu ungemütlich ist, kann aber auf eine Alternative zugreifen: Und zwar das neue Album von Laura Lee & The Jettes! Das liegt nämlich ebenfalls exakt zwischen New York und Berlin – wenn auch nur an musikalischen Koordinaten gemessen. Lee erkundete bereits als Teil der Band Gurr US-Alternative-Rock-Sounds aus deutschsprachiger Perspektive. Doch auf „Wasteland“, dem Debüt ihrer neuen Band, fügt sie dieser Erfolgsformel deutlich mehr Klänge aus der Welt des deutschen Gitarren-Pop hinzu. So krautig klang Power-Pop lange nicht mehr!

Slacker-Krautrock zwischen den Kontinenten

Diese Mischung ist keinesfalls eine komplett neue Idee, schließlich bezogen sich bereits US-Slacker-Legenden wie Pavement ausgiebig auf Can und Konsorten. Laura Lee & The Jettes beweisen trotzdem, dass in diesem Feld noch lange nicht alles gesagt ist. Dafür steht unter anderem die Single „Caterpillar“, ein mit Neu!scher Motorik beginnendes und sich zu einem umarmenden Refrain auftürmendes Stück perfekter Pop-Musik. Oder ein Song wie „High Up“, in dem sich kunstvoll verschlungene Jangle-Pop-Gitarren über einen Funk-Beat erstrecken, der in seiner Kontrolliertheit an das Schlagzeugspiel von Jaki Liebezeit erinnert.

Und wenn Laura Lee und ihre Band einfach nur straighte Rock-Musik spielen, wie im „Wasteland“ eröffnenden Titeltrack oder in der aggressiv augenzwinkernden Single „Craigslist Boy“, dann tun sie das mit schier ansteckender Spielfreude. Lee selbst beschreibt „Wasteland“ als eine Art Neuanfang, nach acht Jahren Bandkarriere mit Gurr. Tatsächlich klingt es auch so. Wie das Werk einer Künstlerin, die sich genussvoll in all die Richtungen ausstrecken kann, auf die sie Lust hat.

Veröffentlichung: 3. Dezember 2021
Label: Duchess Box Records

Bild mit Text: „Ja ich will Radiokultur unterstützen“ / „Freunde von ByteFM“

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