13.12.: Und dann… Stille.

Stell Dir vor, Du schaltest das Radio ein, und es läuft – nichts. Minutenlang nur Stille. Hier und da ein Räuspern, Rascheln, Hüsteln. Eine Horrorvorstellung für jeden Programmchef. Klaus Walter hat es kürzlich im ByteFM Magazin zu imitieren versucht und ca. 1 Minute durchgehalten. Aber wenn diese Stille auf Platz 1 der Charts wäre, müsste das dann nicht gespielt werden? Genau darauf hofft „Cage Against The Machine“, ein Projekt, zu dem sich zahlreiche britische Musiker ins Studio einfanden – um eine Neuauflage des John Cage Stückes „4’33“ aufzunehmen (wir berichteten). Nebenbei will man die Spitze der Charts stürmen und „Last Christmas“ aus dem Programm drängen. Der Guardian hat den Link zum Video, das die Aufnahme des „Songs“ zeigt, u.a. mit solch illustren Gästen wie Luke Pritchard von The Kooks oder Dan Le Sac.

Stille würde man auch Michael Jackson gerne gönnen, aber sorry, daran ist nicht zu denken. Schon gar nicht in der Vorweihnachtszeit und angesichts der Tatsache, dass gerade posthum sein neues Album veröffentlicht wurde. Über das Album wurde schon im Vorfeld gemutmaßt, wieviel Michael denn jetzt in „Michael“ stecke – Sony ließ sich von „Kennern und Experten“ schriftlich bestätigen, dass nur Michaels Originalstimme zu hören sei. „Ein Vorgang wie aus dem Frankenstein-Labor“ meint der Spiegel, und: nur gut, „dass wenigstens Jackson selbst seinen kalten, beklemmend nach Scherbenklinik und Formaldehyd müffelnden Wiedergänger nicht hören muss.“

Auch die Produzenten wehren sich hingegen weiter gegen die Vorwürfe, Michael Jackson wäre nicht im Original zu hören. Quincy Jones, der sich kürzlich skeptisch zeigte, wurde von Produzent Teddy Riley in die Schranken verwiesen: „Look at his [Jones‘] age. He can barely hear you talk. How the hell could he hear Michael?“

„Ich kann nur der sein, der ich bin. Nicht mehr und nicht weniger.“ Noch mehr gesprochene Worte von einem Verstorbenen hat der amerikanische Rolling Stone ausgebuddelt: nämlich die von John Lennon, passend, oh welch Zufall, 30 Jahre nach seinem Tod. Beim deutschen Rolling Stone kann man sich die Original-Tapes anhören.

Weiter geht es mit dem Weihnachtsgeschäft. Auch in der Zeit wird darüber nachgedacht: „In der Rückschau werden Musikwissenschaftler die Medienepoche, in der wir uns befinden, vielleicht einmal als CD-Barock bezeichnen“. Wo die mp3 den physischen Tonträger abgelöst habe, haue man „raus, was rauszuhauen ist: Boxsets mit sechs, zwölf oder 18 Silberscheiben, flankiert von Booklets in Stärke eines Thomas-Mann-Romans, Postern und Liner Notes“. Süßer die Kassen nie klingeln!

Aber wer sagt denn, dass die Leute da draußen vor allem für Tonträger Geld ausgeben: In New York gingen jetzt die handgeschriebenen Lyrics von Bob Dylans „The Times Are A-Changing“ für fast eine halbe Million Dollar unter den Hammer.

Unter die Schauspieler will derweil Pete Doherty gehen: Wie der Guardian berichtet, sei der Wahl-Pariser auserkoren, an der Seite von Charlotte Gainsbourgh die Rolle des Dichters Alfred de Musset zu mimen. Die Dreharbeiten beginnen noch diesen Monat.

Und wir bleiben in Frankreich: Über das neue Album von Yann Tiersen, „Dust Lane“, berichtet die taz. Thomas Winkler traf den Komponisten mit der „zotteligen Unfrisur“ in Berlin und entlockte ihm überraschende Aussagen wie „Musik und Bilder sind zwei völlig separate Dinge, die werden im Film eher zufällig miteinander verknüpft.“

Eher zufällig hat es auch der Sohn von David Gilmour in die Presse geschafft: Beteiligt bei den Studentenprotesten in London am Donnerstag seilte er sich mit einem Union Jack von einer nationalen Gedenkstätte ab. Anschließend kam etwas kleinlaut die Entschuldigung. Mittlerweile ist etwas Ruhe in die Studentenproteste in Großbritannien gekehrt. In einem Gespräch mit dem Leiter des Projekts „Eurostudent“ beim Hochschulinformationssystem, Dr. Dominic Orr, erklärt jetzt.de einige Hintergründe über die Demonstrationen und die Reform.

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Diskussionen

0 Kommentare
  1. posted by
    20.12.: Payback-Zirkus : ByteFM Magazin
    Dez 20, 2010 Reply

    […] erstmal gescheitert: Wie der NME berichtet, hat es das Remake des John Cage Stückes (wir berichteten) bisher nur auf Platz 21 der britischen Charts geschafft. X-Faktor Gewinner Matt Cardle schaffte es […]

  2. posted by
    Presseschau 10.03.: Geständnisse eines Zeitgenossen : ByteFM Magazin
    Mrz 10, 2011 Reply

    […] den Streifen “Bekenntnisse eines Zeitgenossen” mimt er den Dichter Alfred de Musset, wir berichteten) geht es in der sonst eher beschaulichen Stadt hoch her. Angeblich soll er dabei beobachtet worden […]

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