16.12.: Krieg und Frieden

Ein kleines vorweihnachtliches und in diesem Sinne friedliches Geschenk kommt heute von Außenminster Guido Westerwelle, der uns für 2011 die Rückkehr der ersten in Afghanistan stationierten deutschen Soldaten verspricht, so die FAZ. Ja, richtig, da war ja noch was: Die Sicherheit, die Deutschland am Hindukusch zu verteidigen sucht, und der islamistische Terrorismus, der die Schweden in ihrer Hauptstadt vergangenes Wochenende heimgesucht hat.

Rechtzeitig dazu läuft heute Xavier Beauvois Film „Von Menschen und Göttern“ an, der vom Leben französischer Mönche in einem von Krisen gezeichneten Algerien berichtet und in Cannes wegen seiner Aktualität zum Zusammenleben verschiedener Religionsgruppen große Resonanz erfuhr. Vielleicht kann der ein oder andere noch etwas lernen in punkto Verständigung. Zumindest in der Süddeutschen hat der Dialog zwischen Schauspieler Lambert Wilson und S. Vahabzadeh geklappt!

Einen ganz anderen Krieg beobachtet Niels Boeing im Freitag: Nach Wikileaks sieht er einen „Cyberwar“ aufziehen, der innerhalb westlicher Industriestaaten entstehe, in denen Kumpeleien zwischen staatlichen Akteuren und Unternehmen die Informationsfreiheit im Netz angreifen. Dass von Seiten der Gegner dieser Bündnisse zurückgeschossen wird, haben die Hackerattacken auf die Websites von Amazon und Paypal in den letzten Tagen deutlich gemacht.

Ebenfalls im Krieg befinden sich Rammstein, zumindest sieht Zeit Redakteur Tuvia Tenenbom solche Szenarien bei der Ausgestaltung der Bühnenshow der ostdeutschen Band ästhetisch bedient. Nichtsdestotrotz schafften sie es von innerhalb nur 30 Minuten das Konzert im Madison Square Garden in New York auszuverkaufen. Mögen es die Amerikaner martialisch mit viel Feuer und Bum-Bum? Bevor sich der Journalist der Beantwortung dieser Frage widmete, unterhielt er sich mit Rammsteins Gitarristen Richard Kruspe.

Nicht nur die Shows von Rammstein, auch die von Janelle Monáe können sich durchaus sehen lassen. Köln, Berlin und gestern Hamburg standen auf dem Tourkalender der R’n’B-Hoffnung und Autor Tim Caspar Boehme war für die Taz zu Gast im Berliner Postbahnhof. Seiner Einschätzung nach wartete die aus Atlanta stammende Janelle mit einer ambitionierten Performance zum Debütalbum Archandroid auf, allerdings fehlte ihm bei der ganzen Angelegenheit das, woran es in diesem musikalischen Genre gerade nicht mangeln sollte – der Soul.

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