19.01.: Was ist da denn los?

 width=Beginnen wir mit einem Zitat von einem Zitat. „Frank Spilker von der Band Die Sterne sagte es so: ‚Die Leute zahlen gerne mehr für die Konzertkarten, vielleicht aus schlechtem Gewissen, weil sie die Musik nur noch kopieren.'“
Unter dem Titel „Life is Live“ haben Christoph Gurk und Jens Balzer den „ökonomischen Paradigmenwechsel vom Tonträger hin zum Konzert zwei Tage in Berlin zur Diskussion gestellt“. Das Ergebnis, das man u.a. bei FR Online nachlesen kann, lautet so: Kaum ein Künstler verdient mit Konzerten fwirklich Geld, vielerorts ist man auf die Hilfe aus öffentlichen Töpfen angewiesen. Des Weiteren geht man davon aus, dass internationale Musikkonzerne, wie etwa Live Nation, große Teile des Konzert-Business kontrollieren werden. Metaphorisch-farbig beschrieben, sieht es in Zukunft also eher grau aus. Kolja Reichert schreibt pragmatisch auf Zeit Online: „Nachwuchskünstler wie The XX oder La Roux spielen hier in ausverkauften Hallen. Nur: Sie verdienen nichts dabei.“

Vielleicht ist das Internet Schuld? Das soll jedenfalls der Grund sein, warum Spex die Plattenkritiken abschafft. Oh, Pardon, ganz abgeschafft werden sie ja nicht. „Das popliterarische Zwölfeck“ verfasst nun Ausgabe für Ausgabe ein „Pop-Briefing“. Darüber wurde viel diskutiert. Vor wenigen Tagen verfasste Johnny Häusler, der ‚mindestens einmal abfällig in der Spex erwähnt wurde‘, seinerseits einen abfälligen Kommentar und bezeichnet die Spex-Autoren als „frustrierte Germanistik-Studenten, die nicht tanzen konnten“. Das kann Chefredakteur Max Dax nicht auf sich sitzen lassen und rechtfertigt den Schritt auf Freitag.de.

Musikerin M.I.A. nimmt kein Blatt vor den Mund. „Fuck you New York Times!“ skandierte sie letztlich per Twitter und übt Kritik an Reisetipps der Zeitung für Länder im Krieg. M.I.A. kommt gebürtig aus Reiseland Nummer Eins, Sri Lanka, das teilweise vom Bürgerkrieg geprägt ist. taz.de weiß mehr.

taz.de erklärt außerdem das Experiment, Charlotte Roche in die Radio-Bremen-Talkshow „3nach9“ zu integrieren, für gescheitert. Die Zuschauerzahlen hätten sich kaum verändert, einige Zuschauer empfanden die piepsige Stimme der Bestseller-Autorin gar als nervig. Im „gegenseitigem Einvernehmen“ habe man sich nun getrennt.

Immernoch „on air“ ist dagegen Kieran Hebden alias Four Tet. Der britische Produzent, der u.a. eine Split-Single mit Burial veröffentlichte und Resident im Londoner Club Plastic People ist, spricht mit Pitchfork über seine Rolle als Resident, seine Kollaboration mit Burial und sein bevorstehendes Album „There Is Love In You“.

Der NME hat die Nominierungen für die Brit-Awards 2010 und das traditionsreiche Label Sub Pop nimmt „Weltmusik“ in seinen Katalog auf, schreibt der Guardian.

Achja, „Betriebsratsverseucht“, hust, hust, ist Unwort des Jahres 2009. Was das ist und wer das entscheidet, weiß Spiegel Online.

Averiderci!

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Diskussionen

0 Kommentare
  1. posted by
    sblmnl
    Jan 19, 2010 Reply

    Heißt das nicht „betriebsratverseucht“? 🙂 Klingt bei Euch aber auch nicht schlecht. Wie die neue Erbsünde: „Die Versuchung der Bonus-Zahlung“

  2. posted by
    Redaktion
    Jan 19, 2010 Reply

    Vielen Dank für den Hinweis, heißt natürlich „Betriebsratsversucht“ ;D

  3. posted by
    Links (18. Januar 2010 – 19. Januar 2010) | Testspiel.de
    Jan 19, 2010 Reply

    […] Download: 14-Stündiger Mix der Omen-Closing-Party vom 18.10.1998 In Worten: Vierzehn Stunden19.01.: Was ist da denn los? : ByteFM Magazin "Beginnen wir mit einem Zitat von einem Zitat. “Frank Spilker von der Band Die Sterne […]

  4. posted by
    Niels
    Jan 19, 2010 Reply

    Künstler verdienen mit Konzerten, CDs, DVDs und Downloads kein Geld? Wie soll man sie denn sonst unterstützen? 😮 Merchandising?

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