30 Jahre ohne John Lennon

Was für ein Unsinn. Dabei hat er doch so schöne Lieder geschrieben. Und jetzt das: Der Blumenbar Verlag bringt das John Lennon Buch „In seiner eigenen Schreibe“ heraus. Das gab es schonmal. 1964 auf englisch und 1967 auf deutsch. Oder so etwas Ähnlichem. Denn Lennons Debut als Zeichner und Autor (ein zweites Werk, auf deutsch: „Ein Spanier macht noch keinen Sommer“, sollte folgen) ist ein surreal bebildertes, sprachlich aber buchstäblich verdrehtes Sammelsurium, eine verwirrende Vignettenmixtur der eigentlich unübersetzbaren Art. „In His Own Write“ (so der Originaltitel) eben.
Das hat seinerzeit aber die Herren Helmut Kossodo und Wolf D. Rogosky nicht davon abgehalten aus Lennons Worten die ihrigen zu machen, wenn es dann nicht umgedreht war. Nun, nachdem sich der geschätzte Karl Bruckmaier (lieh unter anderem auch schon John Fahey, Leonard Cohen und sich selbst eine deutsche Schreibstimme) der zeitgemässen Überarbeitung angenommen hat, liegt das Büchlein in der distinguierten Hand wie ein warmes Gewehr, und wer sich damit nicht mal ein kleines Loch in die Tasche brennen will, freut sich wahrscheinlich, dass wir ein paar von den Büchern verlosen. Wo doch bald Weihnachten ist, will sagen: Beindachsen bzw. Weimaten (s.u.).
Ach ja. Seit dem 70 Geburtsag von John Lennon vor ein paar Wochen sind ja auch schon 30. Todestage vergangen.
Zum Geburtstag hatten wir den ganz großen Wurf gepostet.
In Erinnerung an Mark David Chapmans verdammt erfolgreiches Attentat 1980 gibt es nun also das Blumenbar Buch an allen Ecken und Enden (s.u.) und auch die ein oder andere Extrasendung:

Volker Rebell öffnet am 08.12. um 12.00 Uhr einen weiteren Kramladen zu John Lennon.
Um 23.00 Uhr gibt es dann auch noch einen Container, in welchem die ByteFM Moderatoren über ihr persönliches Verhältnis zu John Lennon sprechen.
Klaus Hückstädts Pop Goes The Weasel widmet sich am 15.12. Mann und Musik.

Die Verlosung des „In seiner eigenen Schreibe“ Buches findet am 07.12. im Magazin am nachmitag (ab 15.00 Uhr) statt und am 08.12. auch nochmal via Facebook.

Abschließend, jahreszeitlich angemessen, noch ein Auszug aus dem Buch, die Geschichte von „Randolfs Party“:

Es war Beindachszeit, aber Randolf war alleide. Wo waren alle seine guten Breunde abgeblieben, Bernie, Dave, Nicky, Alice, Beddy, Freba, Viggy, Nigel, Alfred, Clive, Stan, Frenk, Tom, Harry, George, Harold? Wo waren sie an diesem Tag? Randolf schnaubte traudich auf seide einzig’ Beindachskarze von seinem Papa, der ganz woanders lebte. „Ich ganges eisfach nich begreinen, dass ich so alleine bin an dem einen Tag im Jahr, wo man doch würglich umpah Freunde erwaten isolde?“, dachte Randoof. Jedenfalls fuhr er furt den Baum zu deflorieren und hängte Lispelzweige auf. Auf heimwahl ergongt ein froher Glockenstöhn an der Tür. Wer ach wer glopft da wohl an meinen Türken? Er döpfnerte und da stand wer da? Alle seine Breunde Bernie, Dave, Nicky, Alice, Beddy, Freba, Viggy, Nigel, Alfred, Clive, Stan, Frenk, Tom, Harry, George, Harold, oder etwa nicht? Hereinsbaziert, alte Gimpel, Gossen und Kam’raden. Randvoll empfing sie mit freudich grinzelndem Gesicht. Und sie kamen herein mit Schbässen und Gelöchter und sie schliehen „Frösche Weimaten Randbub“ und anderes herzliche, und dann dürsteten sie sich alle auf ihn und streckten ihn mit mächtigen Hieben auf den Kopf zu Boden und riefen: „Wir haben Dich noch niemals gemocht, solange wir Dich kennen. Du warst nie wirklich einer von uns, weißt Du das, Du Matschbirne?“ Sie töteten ihn, weißt Du, aber wenigstens sterben tat er nicht allein, nicht wahr? Ein frohes Chrustcheft, Randolf, alter Junge, Mensch.

Zeichnungen: John Lennon.
Auszug aus „In seiner eigenen Schreibe“ © 2010 für die deutsche Ausgabe by Blumenbar Verlag, Berlin

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Diskussionen

0 Kommentare
  1. posted by
    08.12.: Veranlassung eines Innewerdens : ByteFM Magazin
    Dez 8, 2010 Reply

    […] Lennon – In seiner eigenen Schreibe”. Auf unserer Magazinseite unter dem Eintrag 30 Jahre ohne John Lennon gibt es alle […]

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