The Album Leaf – „Between Waves“ (Rezension)

Cover des Albums Between Waves von The Album LeafThe Album Leaf – „Between Waves“ (Relapse)

Veröffentlichung: 26. August 2016
Web: thealbumleaf.com
Label: Relapse

5,0

Weite Ambientflächen, hall-durchsetzte Synthesizer und der Einsatz von Fender Rhodes – das sind die Eckpunkte, die The Album Leaf seit Anfangstagen begleiten. Erst als Nebenprojekt konzipiert, ist The Album Leaf mittlerweile eine Konstante im Schaffen vom Tristeza-Gitarristen Jimmy LaValle. Live in unterschiedlicher Besetzung dargeboten, kümmert sich eigentlich LaValle, der auch als Komponist für Film und Fernsehen arbeitet, allein um die Entstehung der Studioalben.

Diesmal war es anders – an „Between Waves“ arbeitete er mit dem Violinisten Matt Resovich (The Blackheart Procession), dem Multi-Instrumentalisten Brad Lee und dem Schlagzeuger David LeBleu zusammen. Herausgekommen ist ein relativ dichtes Album. Acht Songs, die immer zwischen Crescendo und Decrescendo hin- und herwiegen – vielleicht nicht ganz zufällig wie die titelgebenden Wellen. Die Stimmung auf „Between Waves“ ist eine sanfte, neben den ausgefeilten Beats rüttelt selten etwas die Kompositionen auf.

Easy Listening könnte man sagen. Ein bisschen zu easy. „Between Waves“ übt sich in schönen, Electronica-Verschachtelungen, aber es fehlt dem Album an Schmackes. Alle Spuren – Gesang, Rhodes, Streicher, präparierte Drums – gleiten in Richtung halbgare Melancholie, ohne Höhepunkte oder Überraschungsmomente. Songs wie „New Soul“ und „Back To The Start“ spannen wohlklingende Bögen. Sie klingen wie angenehm abgespeckte Versionen von Live-Jams von Post-Rock-Bands. Aber sie drehen sich im Kreis, rufen immer wieder die gleichen Muster ab.

Die Songs „Lost In The Fog“ und „Between Waves“ am Ende der Platte bilden eine Ausnahme: Hier werkeln sich The Album Leaf durch dunkle, Notwist-eske Klanggebilde, der Gesang gibt sich direkter, Bläser setzen Akzente. Auf der ganzen Länge will ein Funke allerdings nicht so recht überspringen.

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