Junip – "Fields"

VÖ: 10.09.2010
Web: http://www.myspace.com/junip
Label: CitySlang

Mit ihrem ersten vollwertigen Album seit Bestehen der Band können Junip niemanden auf die Folter spannen. „Fields“ ist seit Ende August schon in voller Länge als Stream auf der Internetseite eines amerikanischen Radiosenders zu hören. Dennoch lohnt es sich, Junip etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Wer hatte im frühen Teenager-Alter nicht die Idee, mit seinen besten Kumpels eine Band zu gründen? Drei Leute reichen aus: Schlagzeug, Gitarre, Bass. Und dann erst mal auf der Schulhofparty auftreten. Viele der Freunde und Freundinnen, mit denen man früher Musik machte, studieren jetzt Jura oder BWL. Die Gitarre liegt mit lockeren Wirbeln auf dem Dachboden und man hat sich sowieso schon aus den Augen verloren. Bei Junip verlief das etwas anders. José González und seine beiden Freunde Elias Araya und Tobias Winterkorn haben ihre Band vor etwa zwölf Jahren gegründet. Durch sporadische, aber effektive Jam-Sessions konnte 2006 erstmals die EP „Black Refuge“ veröffentlicht werden. Aber selbst an der wurde sechs lange Jahre herumgebastelt und – produziert. Fehlt diesen Musikern das Herzblut, eine begonnene Sache zügig fertig zu stellen? In diesem Fall liegt das „Problem“ eher an dem unsagbaren Perfektionismus der Bandmitglieder und dem durchschlagenden Erfolg José Gonzlez‘. Seine Coverversion von „Heartbeats“ wurde spätestens durch eine Fernsehwerbung populär und ließ den Schweden zunächst einmal auf Solopfaden wandeln. Es folgte das Soloalbum „Veneer“, während Elias und Tobias studierten und ganz normalen Jobs nachgingen. Erstaunlich, dass die Band ihr Vorhaben trotzdem nicht aufgegeben hat. Die individuelle Weiterentwicklung hat den dreien aber gut getan. Mit 30 geht man an eine Albumproduktion anders heran als mit Anfang 20, hinzu kommen ihr gereiftes musikalisches Selbstverständnis und konkrete Zielvorstellungen. Für González waren die Aufnahmen vor allem eine willkommene Abwechslung zum Tour-Alltag.

Das Ergebnis wird auch den Erwartungen ihrer Fans gerecht. „Fields“ ist ein perfekt erarbeitetes, stimmiges Album geworden. Obwohl es bis zur Veröffentlichung fast zehn Jahre dauerte, sind die Songs darauf neu. Davor gab es schon zwei Alben, die, im Gegensatz zu zwei EPs, nie veröffentlicht wurden. Wichtig war außerdem, dass die Songs keinem vorgefertigten Konzept folgten. Größtenteils entstand das Material aus Jam-Sessions mit ungewissem Ausgang. José González Stimme ist dabei so markant, dass die beiden anderen Bandmitglieder etwas in den Hintergrund gerückt werden. Seine Präsenz ist sowohl ein signifikantes Wiedererkennungsmerkmal als auch eine Reduktion der Band auf ein Mitglied. Das personelle Setting fügt der Musik aber keinen Schaden zu. Dark Pop oder kosmischer Folk? Eine Genrebezeichnung ist dafür schwer zu finden, aber auch nicht unbedingt notwendig. Dass die Musiker bei der Arbeit an „Fields“ keinem Druck ausgesetzt waren, ist in den leichten, verträumten Songs zu hören. Insgesamt fügen sich die elf Tracks passend zu einer kurzweiligen, entspannten Einheit aus Gitarrenspiel, Keyboards und sanften Rhythmen zusammen. „Fields“ findet den optimalen Mittelpunkt zwischen Folk, Pop und frugalem Songwriting.

Das ByteFM Album der Woche – mit freundlicher Unterstützung von Panasonic.

Jeden Tag spielen wir im ByteFM Magazin zwischen 15 und 17 Uhr einen Song aus unserem Album der Woche. Außerdem verlosen wir in jeder Magazinsendung unter allen Freunden von ByteFM ein Exemplar der CD. Die ausführliche Hörprobe folgt am Freitag ab 13 Uhr in Neuland – der Sendung mit den neuen Platten. Neuland wird am Sonntag zwischen 16 und 18 Uhr wiederholt.

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Diskussionen

0 Kommentare
  1. posted by
    Tickets für Junip : ByteFM Magazin
    Sep 13, 2010 Reply

    […] war “Fields” noch unser Album der Woche, schon kommen sie auf Tour: Junip. Die Band um José González spielt im September und Oktober vier […]

  2. posted by
    Song des Tages » Blog Archive » Junip: Rope & Summit
    Sep 18, 2010 Reply

    […] Mehr: MySpace, MeinblogistmeineBurg, WhiteTapes, 78s.ch, Byte.fm […]

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