Konono N°1: Bandleader Augustin Mawangu Mingiedi ist tot

Konono No.1 (Foto: Benoit Van Mael)Augustin Mawangu Mingiedi (Mitte, sitzend), seit 2016 Bandleader des kongolesischen Kollektiv Konono No.1, ist im Alter von 56 Jahren gestorben. (Foto: Benoit Van Mael)

Konono N°1-Frontmann Augustin Mawangu Mingiedi ist tot. Der kongolesische Likembe-Spieler und Sänger ist am 16. Oktober 2017 an den Folgen seiner Diabetes-Erkrankung gestorben.

Bereits in den 60er-Jahren von Mingiedi Mawangu, dem Vater von Augustin Mawangu Mingiedi, gegründet, hatten Konono N°1 aus Kinshasa/Kongo schon früh einen großen Einfluss auf andere MusikerInnen Zentralafrikas. Als Angehöriger der Zombo, deren Heimat im Grenzgebiet zu Angola liegt, adaptierte der Vater rituelle Musik, die traditionell auf Elefantenstoßzähnen gespielt wurde, für sein Likembe-Ensemble. Das Likembe ist ein elektrisch verstärktes Lamellophon oder „Daumenklavier“ und wird bei Konono N°1 in drei verschiedenen Stimmungen genutzt.

Die Gruppe etablierte in ihrer langen Geschichte einen Sound zwischen primitivem Proto-Techno, Krautrock und hypnotischem Rave-Pop. Basis dessen sind vor allem die vielen verschiedenen Perkussionsinstrumente, die meist aus Schrott zusammengebaut wurden. Erst 2004, nachdem sie Vincent Kenis vom belgischen Label Crammed Discs kontaktierte, veröffentlichten Konono N°1 ihr Debütalbum „Congotronics“, welches auch von Kenis in Kinshasa produziert wurde. Auf dem Label für elektronische und traditionelle afrikanische Musik gut aufgehoben, markierte ihr Debüt den internationalen Durchbruch der Gruppe.

Im Zuge der steigenden Bekanntheit gewannen Konono N°1 2006 den „BBC Radio 3 Newcomer Award For World Music“ und kollaborierten 2007 mit Björk auf „Earth Intruders“ von ihrem Album „Volta“. 2008 folgte eine Grammy-Nominierung für das Live-Album „Live At Couleur Café“.

2009 gab Mingiedi Mawangu seine Pflichten als Bandleader und Lead-Likembe-Spieler an seinen Sohn Augustin Mawangu Mingiedi ab. Der entwickelte dann den Bandsound, insbesondere den des Likembe, durch den Einsatz verschiedenster Effektpedale weiter.
Bekannt für sein brilliantes und energetisches Spiel und seine Herzlichkeit prägte er bis zum Schluss die Band, die auch nach dem Tod von Mingiedi Mawangu im April 2015 und dem seines Sohnes in Familienhand bleibt. Die anderen Mitglieder verkündeten bereits, dass sie weitermachen werden und Augustin Mingiedis Sohn Makonda die Lücke füllen soll, die sein Vater hinterlässt.

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