Konzertbericht: Future Islands in Berlin

Samuel T. Herrings weißes Hemd war nach drei Stücken durchgeschwitzt. Der Sänger von Future Islands versuchte sich beim Bandkonzert am Dienstag im Berliner Lovelite, aus seinen Texten über untragbare Gefühlszustände zu winden. Dabei verbog und verrenkte er sich in eklektischen Bewegungen und hielt sich am Kabel seines Mikros fest, als könne es ihm beistehen, als könne es seinen emotionalen Freifall stoppen.

Herrings ist ein Charismatiker, zwischen den Songs seiner Band aus Baltimore lächelte er verschmitzt, streute kurze Ansagen über die Hitze im Raum und den Berliner Sommer unter das Publikum, bevor sich sein Grinsen beim Singen in eine schmerzerfüllte Fratze verzog. Das wirkte ausdrucksstark und authentisch, legte er doch jedes Wort seiner Texte dem Publikum fast persönlich in die Gehörgänge.

Dann wusste man aber doch manchmal nicht, ob er sich in seinem desolaten Zustand nicht auch zu Hause fühlte. Das drängende Verlangen seiner Stimme, das auch auf ihrem zweiten Studioalbum „In Evening Air“ zu hören ist, verstärkte sich auf der Bühne noch weiter. Herring schien, dem nicht entkommen zu können. Er schlug sich, mal mit der Faust mal mit der flachen Hand ins Gesicht, flehte und bettelte und windete sich.

Seine Präsenz prägte das Konzert von Beginn an und könnte sich sogleich nicht mehr von der Choreographie seines Keyboarders Gerrit Welmers unterschieden haben: Wie eine Salzsäule stand dieser hinter seinen Tasten und Knöpfen, wippte nicht mal mit dem Fuß zum Takt, schaute kaum auf und verzog keine Miene. Kompensation? Vielleicht, oder eine andere Art mit Gefühlen umzugehen.

In Berlin scheinen Future Islands sich, eine solide Fan-Basis aufgebaut zu haben. Jedes Ankündigung des Songtitels wurde euphorisch beklatscht und bejubelt. Zum Tanzen, vor allem im Stil von Herrings, blieb jenseits der Bühne kein Platz. Das Lovelite war bis zum Bersten gefüllt, die Ventilatoren drehten sich nur zur symbolischen Abkühlung. Nach einer ungewöhnlich langen Setlist verabschiedete sich die Band mit zwei Zugaben und der Grundaussage: Inspiration never comes from happiness.

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Diskussionen

3 Kommentare
  1. posted by
    Konzertbericht: Future Islands in Berlin : ByteFM Magazin
    Jul 21, 2011 Reply

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  2. posted by
    STROMFUSS
    Sep 6, 2011 Reply

    selten so einen gelangweilten und aussagelosen konzertbericht gelesen.

    Vera Hummel – wenn dich musik und konzerte nicht interessieren, du keinen zugang zu bestimmter musik hast, dann lasse es doch bitte darüber zu schreiben.

    Future Island haben nicht nur in Berlin eine fan-gemeinde … die wurden dieses jahr überall in europa GEFEIERT und das nicht nur von fans, sondern von leuten die sie vorher nie gehört haben … und das nicht ohne grund!

    wenn man keine ahnung hat, Vera … cheers!

  3. posted by
    Tickets für Future Islands : ByteFM Magazin
    Feb 15, 2012 Reply

    […] einig. Wer von uns schon mal bei einem Konzert der Future Islands war, der will wieder hin. Jede Menge schwärmerische Konzertberichte haben wir schon über die leidenschaftlichen Auftritte der Band aus […]

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