„Hamburg, Du hast noch Potential“: Die PreisträgerInnen des Krach + Getöse 2018

Krach + Getöse 2018

Gruppenbild bei der Preisverleihung des Krach + Getöse 2018 (Foto: Tim Rosenbohm)

„Sensationelle Musik von hier“ – das ist, was der Hamburger RockCity e.V. und die Haspa Musik Stifung mit Krach + Getöse auszeichnen wollen. Der mit 1.200 € und zahlreichen Förderungsleistungen dotierte Musikpreis wurde am 23. Mai 2018 im Musikclub Häkken zum zehnten Mal verliehen. „Wir sind dankbar und stolz, dass wieder so viele KünstlerInnen und Bands dabei waren“, sagte RockCity-Geschäftsführerin Andrea Rothaug zu Beginn der Preisverleihung. „Nach zehn Jahren immer noch mehr als 250 Bewerbungen zu bekommen, das kann nur eines heißen: Hamburg, Du hast noch Potential.“

Wie jedes Jahr wurden die PreisträgerInnen von einer siebenköpfigen Jury ausgewählt: Der Neonschwarz-Rapper Johnny Mauser, die Guano-Apes-Sängerin Sandra Nasic, der Songwriter Ali Zuckowski, die Künstlerin Mine, die Produzentin und Musikerin Tellavision, der Autor Sebastian23 und der DJ und ByteFM Moderator Sebastian Reier aka Booty Carrell hatten die schwierige Aufgabe, aus den ungefähr 900 eingereichten Songs fünf herausragende Acts zu küren.

Das Ergebnis ist eine wilde Mischung von KünstlerInnen aus verschiedensten Musikrichtungen, die aber laut Andrea Rothaug alle eines gemeinsam haben: „Fantasie und Begabung, aber auch Originalität und ordentlich Wumms.“ Das sind die fünf PreisträgerInnen des Krach + Getöse 2018:

Kuoko

Die als erste ausgezeichnete Künstlerin Kuoko bewegt sich im beliebten Spannungsfeld zwischen Electronica und Pop, also dort, wo sich auch Acts wie Björk oder Lykke Li zuhause fühlen. „Beinahe alles macht sie selbst: Sie komponiert, produziert, schneidert ihre Kostüme und gestaltet ihr Artwork“, fasste Sebastian Reier in seiner Laudatio auf die geborene Hamburgerin zusammen. „Dieser Preis soll förderlich sein und der Entfaltung dienen – und wir haben deshalb keine Zweifel, dass das bei dieser tollen Gesamtkünstlerin gelingen wird.“

Blurry Future

„I love you like a loser“, offenbart Charlotte Becher, die singende und textende Hälfte des Duos Blurry Future, in ihrer Single „Medusa“. Wie eine Verliererin musste sie sich beim Krach + Getöse zum Glück nicht fühlen – mit seinem kunstvollen Indie-Pop begeisterte das Hamburger Duo die Jury. „Das liegt nicht zuletzt an der herausragenden Stimme von Charlotte“, lobte Johnny Mauser in seiner Rede.

Leroy Menace

Während Kuoko und Blurry Future sich beide im Bereich des kunstvollen Pop bewegen, folgte mit Leroy Menace die erste 90-Grad-Wendung der Preisverleihung. Das rappende und produzierende Multitalent ist einer der internationalsten Acts beim diesjährigen Krach + Getöse: Seine gleichermaßen von Jazz-Hop und Trap beeinflussten Tracks erscheinen beim Pariser Label Le Sofa. Das alles ergibt ein Gesamtbild, bei dem „man den Kopf vom Nicken nicht abhalten kann“, so Mine in ihrer Laudatio.

Aroma

Wie man Trash geschmackvoll in Kunst verwandeln kann, demonstriert das Duo Aroma. Während die beiden Musiker auf der visuellen Ebene das Beste aus Mallorca-Urlaubsmode und Golfplatz-Chic vereinen, klingt ihre Musik jedoch zum Glück ganz anders: Mit analogen Synthesizer-Sounds und glitzernden Gitarren-Licks haben sie „einen wundervollen Stilmix geschaffen“, wie Sandra Nasic bei der Preisverleihung sagte, „irgendwo zwischen den Welten von Air und Jean-Michel Jarre.“ „Hätten wir selber nicht besser sagen können“, erwiderten Aroma mit dem Pokal in der Hand.

Gloria de Oliveira

Dark-Wave, Synth-Pop und Gothic sind die Genre-Bausteine, aus denen Gloria de Oliveira, die letzte Preisträgerin des Krach + Getöse 2018, ihre finsteren Songs zusammensetzt. Dass man es hier mit einer Kunststudentin und Filmemacherin zu tun hat, merkt man, wenn man ihre selbstgedrehten Musikvideos betrachtet: Auf eigenwillige Art und Weise kombiniert sie Friedhofs-Ästhetik mit dem Lo-Fi-Rauschen kaputt geliebter VHS-Kassetten. Wie Tellavision so schön zusammenfasste: „Sie erscheint in ihrer ganz eigenen Welt – und ist unfassbar gut darin, uns diese Welt sichtbar zu machen.“

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