Neue Platten: Boots Electric – „Honkey Kong“

(Dangerbird)

Wer? Was? Warum? ByteFM Redakteure besprechen eine Auswahl aktueller Neuerscheinungen.

Wer? Jesse „The Devil“ Hughes, Sänger der erfolgreichen Rock-Formation Eagles Of Death Metal (EODM) schwört dem Rock ab und begründet mit seinem Nebenprojekt Boots Electric eine neue Ära im Leben der Möchte-Gern-Jesse-Hughes (zu erkennen an Sonnenbrille, Schnäuzer und Tattoos). Als Boots Electric erfindet sich der Musiker neu und widmet sich seiner elektronisch(er)en Seite. Jesse Hughes sagt selbst: „Honkey Kong is all me. This speaks to my inner techno geek. I love headphones, and I want to hear weird shit in the headphones.“ Zeit also, die Rockerattitüde in die Ecke zu Stellen und die Sonnenbrille gegen überdimensionale Headphones einzutauschen.

Was? Wird „The Face Of Rock’n’Roll“ Hughes jetzt also zum „Face of Electro-Pop“? Naja, vielleicht, ein bischen, eventuell. So richtig klar wird das beim Hören nicht. Zwar sind EODM-untypische elektro-Einschläge zu verzeichnen, zwar klingen die Songs weniger nach Rock, als nach Pop, zwar sind die Gitarrenriffs nicht so präsent. Aber doch, ein seltsam rockiger Beigeschmack bleibt beim Hören von „Honkey Kong“. Ob es an dem omnipräsenten Schlagzeug liegt, am häufig eingesetzen Schellenring oder schlicht und ergreifend an der (doch nicht abgelegten) Rocker-Attitüde von Jesse Hughes, bleibt offen. Ist auch egal. Denn es funktioniert wunderbar! Der Mix aus verzerrten Synthie-Sounds und fettem Schlagzeug, aus Gitarren gepaart mit E-Piano, aus unglaublich großkotzigen und gewitzten Texten und Boots Electrics Art des Rock’n’Roll-Gesangs lassen die Ohren unter den Headphones groß werden. Zuhören ist unbedingt wichtig, um den Witz und die Ironie der Texte zu begreifen, um das Spiel aus Rock, Pop, Elektro zu verstehen, um das Kunstwerk Boots Electric zu fassen.

Warum? Was jetzt kompliziert, ausgeklügelt und vertrakt anklingt scheint in Wirklichkeit einem Prinzip unterworfen: dem Prinzip der Einfachheit. Boots Electric lässt schon in seiner ersten Singleauskopplung „Complexity“ verlauten, worum es auf Honkey Kong geht: „My socks and underwear I’d like to keep them clean, it’s so easy without complexity.“ So einfach wie das mit den sauberen Socken ist, so einfach und gleichzeitig großartig sind auch seine Songs. Kein großer Schnickschnack, kein extravagantes Rumprobieren. Nur Rock, Elektro und Boots Electric, der anscheinend einen riesen Spaß an „Honkey Kong“ hatte.

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Diskussionen

3 Kommentare
  1. posted by
    Review: Machine Head – Unto the Locust | Der-Purist.de
    Sep 17, 2011 Reply

    […] neue Ära im Leben der Möchte-Gern-Jesse-Hughes (zu erkennen an Sonnenbrille, … Read more on ByteFM Magazin 17 Sep 2011 POSTED BY Der-Purist POSTED IN Musik News DISCUSSION 0 Comments […]

  2. posted by
    » Boots Electric
    Sep 20, 2011 Reply

    […] Album ansehe, fällt mir nur noch die Frage ein, warum hier denn so viel Stroh rum liegt?? Und dazu dieses Plattencover! Mehr ist dazu nicht zu […]

  3. posted by
    Song des Tages » Blog Archive » Boots Electric: Complexity
    Okt 1, 2011 Reply

    […] Mehr: LastFM, Virus.ch, ohfancy, Byte.fm […]

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