Neue Platten: WhoMadeWho – "Brighter"

(Kompakt)(Kompakt)

8,0

WhoMadeWho holen zum nächsten Streich aus und landen wieder einen Treffer. Das dänische Trio ist mit seinem neuen Album labelmäßig von München (Gomma) nach Köln (Kompakt) gewechselt, doch die Eckpunkte des WhoMadeWho-Universums und -Sounds bleiben auch auf „Brighter“ gleich: Handgemachte Elemente verbinden sich mit programmierten und der Falsett-Stimme von Bassist Tomas Hoffding (obwohl diesmal auch Gitarrist Jeppe Kjellberg öfter am Mikro zu hören ist) zu einer Dance-Musik, die immer darauf abzielt, den Derrière der Hörer in Bewegung zu bringen.

Warum die Jungs nicht öfter im Club zu hören sind, wird mir immer ein Rätsel bleiben – vielleicht gehe ich auch einfach in die falschen Läden -, doch gibt es ja zum Glück noch ihre schweißtreibenden Konzerte. Und wenn WhoMadeWho im Rahmen dieser in den kommenden Wochen ihr Können wieder auf den heimischen Bühnen demonstrieren, dürfen sich die Besucher auf die Erweiterungen des Œuvres um die Tracks aus dem neuen Album freuen: Wir fangen an mit „Inside World“, einer Meditation zwischen 80s-Pop und 70s-Disco über den Einfluß der Oberflächlichkeit der Gesellschaft auf das Innenleben ihrer Protagonisten, danach ist bei „Running Man“ mit experimentellen Klängen wieder der Einfluss des ehemaligen Jazzgitarristen Kjellberg zu vernehmen – von jeher eine große Stärke, die sich in den Songs von WhoMadeWho niederschlägt. Mit „Never Had The Time“ sind sie näher an Justice als diese es zuletzt selbst waren. „The End“ bricht ein wenig mit dem Muster, fängt als Choral an, während im Hintergrund Wonky-Beats unruhig vor sich her wabern, bis sie endlich das Ruder übernehmen dürfen, nur damit wir am Ende dann wieder da sind, wo wir angefangen haben.

Auch wenn der Bandsound (auch im temporären Kontext) insgesamt auf ihrem Debüt vor sieben Jahren mal etwas frischer wirkte, bekommt man mit „Brighter“ gewohnt formidable, wenn auch auf die Gesamtstrecke gesehen leicht monotone Kost. Das nächste Mal dürft ihr mich dann gern auch wieder ein bisschen mehr überraschen, Jungs; das ist euch vor sieben Jahren vortrefflich gelungen.

Label: Kompakt | Kaufen

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