Presseschau 02.09.: Alte Helden


(Klaus Hiltscher | Flickr | CC BY-NC-SA 2.0)

Dass Musiker Blogs schreiben, ist nicht Neues, wie Christoph Dallach von Spiegel Online feststellt, häufen sich so normalerweise so unwichtige Neuigkeiten, wie „Mein Flug hat Verspätung“ oder „Die neue Platte ist so gut wie fertig“. Was Nile Rodgers in seinem Blog „Walking on Planet C“ zu sagen hat, ist hingegen eher ein Schlag ins Gesicht. In seinem Blog geht es um Nervenzusammenbrüche, Selbstmitleid, Therapien, Muskelschwund, Befunde und Depressionen. Im vergangenen Jahr wurde bei dem 58-jährigen Musiker eine besonders aggressive Art von Prostata-Krebs, diagnostiziert: „Mit einem Schlag implodierte mein Happy-Music-Universum!“ sagt der Künstler, der Ende der Siebziger als Gitarrist, Songwriter und Produzent der Band Chic berühmt wurde. Erfolgreich war Nile Rodgers aber auch als Produzent und Autor für Kollegen wie David Bowie („Let’s Dance“), Sister Sledge („We Are Family“), Madonna („Like A Virgin“, „Material Girl“), Duran Duran („The Reflex“) oder Diana Ross („Upside Down“). Im Oktober erscheint in den USA Rodgers Autobiografie „Le Freak“; wer sich für eine der glamourösesten Zeiten des Pop interessiert, wird sie sich kaufen müssen, empfiehlt Dallach und zitiert Rodgers mit den Worten: „Krebs ist eine entwürdigende Krankheit, und ich will meine Würde zurück“. Das sei ihm gelungen, so Dallach.

Auch Doris Day feierte vor langer Zeit große Erfolge. In den späten 1950er und frühen 1960er Jahren war sie eine der populärsten und kommerziell erfolgreichsten Hollywood-Schauspielerinnen. 1965 veröffentlichte sie ihr Abschiedsalbum „Sentimental Journey“ und zog sich auf ihr Anwesen zurück, wo sie mit einem großen Hunde-Rudel lebt. Nun hat sie ein neues Album veröffentlicht. Michael Pilz von Welt Kompakt bespricht das Album „My Heart“ und bezeichnet es als ein offenherziges Alterswerk und zieht das Fazit. „Man fühlt sich sofort wohl bei Doris Day, in mütterlichem Tremolo und seifigen Arrangements, in einer Welt, wo alles sauber und an seinem Platz zu sein scheint.“

Ans Aufhören denkt Madonna noch lange nicht und versuchte sich mal wieder hinter der Kamera. Das Filmfest in Cannes ist wieder eröffnet und Madonnas Film hatte dort nun Premiere. „W.E“ heißt der Film. Das Urteil Daniel Sanders von Spiegel Online lautet: „Grauenhaft und Großartig“. Auch der BBC schreibt über den zweiten Film der Sängerin und Will Gompertz fügt eine eigene Analyse hinzu.

Neues von Röyksopp hat Stereogum für uns. Das norwegische Elektronik-Duo postete 25-Minuten neue Musik auf ihrer Website. Zum einen das 14-minütige „Shores Of Easy“ und dann noch den 11-minütigen Remix des Songs „In This Shirt“ der Band The Irrepressibles. Anzuhören bei Stereogum.

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