07.10.: Tot in die Charts und ein Blick in die Zukunft


Das Kuriose zuerst: Seit 13 Jahren ist Iz Kamakawiwo‘ ole bereits tot. In seiner Heimat Hawaii war und ist der 300 Kilo Kolloss eine Berühmtheit, nicht als Sumo Ringer, sondern als Musiker, der laut stern.de die Begabung hatte, „Menschen mit seiner Musik zu Tränen zu rühren“. Am 3. September wurde sein Schmalzlied „Over The Rainbow“ hierzulande veröffentlich und stürmte prompt auf Platz 1 der deutschen Singlecharts.

Ob Steve Lee ebenfalls posthum zu solch Ruhm gelangen wird? Der Frontman der Schweizer Musikgruppe Gotthard kam am Dienstag bei einem tragischen Motorradunfall in Las Vegas ums Leben. Auf der nassen Straße sei der Anhänger eines herannahenden Lastwagens ins Schleudern geraten und habe das parkende Motorrad in Lees Richtung katapultiert. Für den Sänger sei jede Hilfe zu spät gekommen, berichtet die Frankfurter Rundschau.
Gotthard gehört zu den erfolgreichsten Schweizer Rockbands und hatte es 2009 bis auf Platz acht der deutschen Charts geschafft.

Nun aber ein Blick in die Zukunft: „Bassweight“ heisst die Dub-Step Dokumentation, die am 24. Oktober als DVD released wird und über die der Guardian schreibt. Der Film hat nicht nur den Anspruch, die erste ausführliche Dub-Step Dokumentation in Spielfilmlänge zu sein, sondern legt zudem den Fokus vor Allem auf die momentanen und zukünftigen Entwicklungen der Szene. „Musikrichtungen entwickeln und verändern sich so schnell und verlieren oft die Magie, sobald sie den Mainstream erreichen. Diese zu dokumentieren, noch mitten in der Entstehungsphase, ist deshalb viel interessanter“, so Produzent Ryo Sananda.
„Bassweight“ ist nicht der erste Film, der das explodieren eine Underground-Szene dokumentiert. Diplo’s „Favela On Blast“ über Baile Funk sowie die Grime Doku „Wot Do You Call It“ griffen schon vor Jahren Szenen voraus, die damals noch nicht einmal einen Namen hatten.

Ebenfalls in die Zukunft blickt Bruce Houghton. Anstatt über sinkende Verkaufszahlen der Musikindustrie zu jammern, beobachtet der langjährige US-Booking-Agent auf seinem Blog Hypebot die jüngsten Entwicklungen in der Musiklandschaft, neue Technologien und kreative Strategien der Künstler. Mit PopMatters sprach er über Einkommen durch Live Gigs, warnt vor schlechten PR-Managern und gibt Musikern Tips für den Weg zum Erfolg. Die Message: Stay real. „Wenn die Musik gut ist und sie Ausdauer haben, werden sie ein Publikum finden.“

Ausdauer bewiesen hat das West Coast Rap Label Stones Throw. Pitchfork kündigt jetzt schon dessen 10-jähriges Jubiläum am 10.10.10 an. Gefeiert wird eine 10-stündige Marathon Party in Los Angeles mit 10 DJ’s und dem Release eines 10-teiligen Vinyl-Box-Sets. Keine neue Idee. Schon letzten Monat veröffentliche das Label Ninja Tune anlässlich seines 20-jährigen Bestehens eine exklusive Jubiläumsbox (siehe ByteFM Album der Woche), genau wie Warp Records, die letztes Jahr ebenfalls zwei Jahrzehnte alt wurden und die Fans ihre Top 10 des Labels wählen ließen, die in das Warp20 Box Set aufgenommen wurden.

Viele Geburtstage also, was gibt es da Schöneres als ein eigens geschriebenes Lied als Geschenk? Doch wieder ein Jahr älter zu werden ist nicht die Bedingung, um bei dem von Belle & Sebastian ausgeschriebenen Contest teilzunehmen. Das Paste Magazine informiert: Wer das neue Album der Band „Write About Love“ kauft, kann sich mittels eines darin enthaltenen Codes auf die B&S Homepage einloggen und einen Essay über Liebe schreiben. Der Verfasser des besten Essays erhält als Preis einen von Belle & Sebastian über ihn geschriebenen Song, der nächstes Jahr als Single veröffentlicht wird.

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Diskussionen

1 Kommentar
  1. posted by
    robin
    Okt 7, 2010 Reply

    Die Bezeichnung „Motarradunfall“, wenn jemand von einem eigentlich parkenden Motarrad erschlagen wird ist dann doch unfreiwillig komisch…

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