18.10.: Have a Break…

Das Glastonbury-Festival braucht 2012 erneut eine Pause: Grund sind nicht „Mud, rain and battles with the authorities“ (die dem Festival in der Vergangenheit immer mal wieder zu schaffen machten), nein, das Problem liegt ganz woanders: Durch die Olympischen Sommerspiele in England 2012 werden die Kosten von portablen Dixie-Klos aller Voraussicht nach in eine Dimension steigen, der sich die Festivalorganisation nicht gewachsen sieht (oder nicht gewachsen sehen möchte). Daher habe man sich entschlossen, das Festival für ein Jahr ruhen zu lassen, weiß der Guardian. Zuletzt gönnte man sich 2006 eine Pause, für das kommende Jahr ist das Festival schon komplett ausverkauft. Immerhin: 2012 „would be a toilet-supplier’s dream year“. Na dann.

Eine Pause von Mick Jagger könnte anscheinend auch Keith Richards gut gebrauchen. Obwohl er kürzlich noch behauptete, die Rolling Stones würden sich niemals auflösen („we rock till we drop“), heisst es nun in einem Auszug aus seiner Biografie: „It was the beginning of the eighties when Mick started to become unbearable.“ Früher seien sie echte Freunde gewesen, mittlerweile war Keith wohl schon seit 20 Jahren nicht mehr bei Mick im Backstagebereich. Ähnliches fasst auch die Frankfurter Rundschau zusammen: „Mick Jaggers Mythos bekommt neue Kratzer“. Welcher Mythos?

Diese Herren wollten eigentlich nie wieder gemeinsam auf der Bühne stehen, mittlerweile könnte es sich zumindest einer gut vorstellen: In einem Interview mit dem NME sinnierte Pink Floyd Drummer Nick Mason über eine eventuelle Reunion-Tour der übriggebliebenen Bandmitglieder. Er halte so etwas durchaus für möglich, sofern die Einnahmen nicht in die eigene Tasche, sondern an einen guten Zweck gingen. Erst im Sommer fanden David Gilmour und Roger Waters sich gemeinsam für einen kurzen spontanen Charity-Gig in Oxford ein (wir berichteten). Die Einladung von Roger Waters, David Gilmour möge ihn doch auf seiner „The Wall“-Tour begleiten, lehnte Gilmour damals dankend ab.

Alle diejenigen unter Euch, die kein Blut sehen können, müssen jetzt ganz stark sein: Flaming Lips-Frontmann Wayne Coyne ließ sich vier Ampullen eigenes Blut abzapfen und kreierte damit ein eigenes kleines Kunstwerk: Es diente ihm als Material für ein Poster, das Wayne auch noch eigens im Siebdruckverfahren herstellte. „It smells really weird!“ entfuhr es ihm dabei – kein Wunder, das Blut wurde ihm schon im September entnommen. Das alles ist zu bestaunen beim Paste Magazine, wo man auch einen Link zur Auktion des Posters finden kann.

Als „Stadionrock für Mädchen“ bezeichnet die Zeit das neue Album der Kings of Leon. Seit „Sex on Fire“ haben die ihr Image weg, so scheint es. Auch wenn die Band „Sex On Fire“ angeblich selbst „ein Stück Scheiße“ nennt, machen sie mit ihrem neuen Album („Come Around Sundown“) genau da weiter, wo sie mit ihrem alten aufgehört haben, meint Thomas Winkler von der Zeit. Immerhin, einige Männer scheinen ihnen aber auch etwas abgewinnen zu können: „Er könnte das Telefonbuch heruntersingen, es würde hinreißend klingen“ behauptet Wolfgang Schneider in der FAZ über Sänger Caleb Followill.

Schon wieder Thomas Winkler, diesmal in der taz: Die Kölner Band Erdmöbel mache „Pop für denkende Menschen“: Ja, das gibt es! Mit einem romaneschreibenden Sänger besetze die Band genau die Nische zwischen Popmusik und Literatur, die immer noch „zwei Antipoden in diesem Land“ seien. Das neue Album der Band heißt „Krokus“ und ist im September erschienen.

Eine traurige Nachricht erreicht uns aus Minneapolis: Rapper Eyedea, die eine Hälfte des Hip Hop-Duos Eyedea & The Abilities verstarb am gestrigen Sonntag. Dies meldet Pitchfork. Die Ursache seines plötzlichen Todes ist noch unklar. Eyedea, mit bürgerlichen Namen Michael Larssen, wurde nur 28 Jahre alt.

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