21.10.: Leben und Sterben in den Medien


Reggae-Punk-Ikone Ari Up ist nach schwerer Krankheit gestorben, wie auf der Webseite ihres Stiefvaters John Lydon aka Johnny Rotten bekanntgegeben wurde.
Die Sängerin von The Slits, mit bürgerlichem Namen Ariane Forster, wurde 48 Jahre alt. Ein Nachruf ist auf unserer Magazinseite nachzulesen.

Kurz vor dem Sterben steht das „Thalia“-Kinder-und Jugendtheater Halle, das Einzige seiner Art in Sachsen-Anhalt. Aufgrund von Sparplänen hatte der Aufsichtsrat der Theater, Oper und Orchester GmbH die Schließung beschlossen.
Dagegen wird heftig protestiert – eine Petition im Internet fand rund 8500 Unterstützer. Die taz bezeichnet die Schließung des Jugendtheaters als Bauernopfer und vermutet dahinter einen Erpressungsversuch hinsichtlich der bevorstehenden Tarifverhandlungen.

In den letzten Zügen liegt auch der Zeitungsmarkt; so sieht es jedenfalls der Journalist und Blogger Christian Jakubetz.
„Das Zeitungssterben kommt schneller als angenommen“, lautet die erste seiner „10 Thesen zur Zukunft der Zeitung“. Schuld daran sei das Netz – denn wer Zugang zu digitalen und elektronischen Medien hat, brauche keine Tageszeitung, um sich umfangreich zu informieren. Selbst Hintergrundinformationen und Analysen, lange Zeit als große Stärke der Printmedien beschworen, könne der Leser sich auch online beschaffen.
Diesen Markt verschlafen zu haben, kritisiert Jakubetz in These 4: „Die Tageszeitungen vergreisen in den Redaktionen“. Es fehle an journalistischem Nachwuchs, der mehr macht, als nur Praktika oder ein Volontariat. Der älteren Generation fehle häufig jegliches Verständnis für die neuen Medien. Um zukunftsfähig zu werden, bräuchten diese Redaktionen aber zunehmend echte „digital natives“. Daran schließt auch These 6 an: „Journalisten und Verleger haben das Netz nicht begriffen“ und in These 8 wird prophezeit: „Das iPad beschleunigt den Niedergang“, da sich durch diese Geräte viele Medien auf engstem Raum konzentrierten, auf welchem Fernsehen, Radio und andere Inhalte um so stärker miteinander um die Aufmerksamkeit des Nutzers konkurrieren.

Wie gut dass es da McDonald’s, Starbucks und andere amerikanische Fast-Food Ketten gibt. Deren Konkurrenzkampf hat dazu geführt, dass man dort nicht nur gratis W-Lan bekommt, sondern seit neuestem auch normalerweise kostenpflichtige Online-Magazine und andere Internet-Inhalte. Partner von McDonald’s sind iTunes, The New York Times, USA Today und Yahoo. Bei Starbucks gibt es das Wallstreet Journal sowie verschiedenste e-Books und Filme.

Andere Möglichkeiten, die Köstlichkeiten der Medienwelt gratis zu genießen, ohne dabei verwässerten Kaffee trinken zu müssen, zählt uns der Guardian in einem Artikel namens „How to have fun for free“ auf. Auch für die Lebensbereiche Reisen, Essen & Trinken, Mode und Gesundheit kann man sich hier interessante und nützliche Tipps zum Spaß-haben ohne Geld holen.

Gratis Kunst für alle macht der geheimnisumwitterte Graffitikünstler Banksy. Mehr, als dass er 1974 in Bristol geboren wurde, ist nicht über ihn bekannt, doch erregte er international für Aufsehen, als er zum Beispiel die israelische Mauer grafisch „sprengte“ oder seine Werke in Museen schmuggelte und ganz beiläufig neben die alten Meister hängte. Ob der Film des Kunst-Guerillero, der gerade in den Kinos anläuft, wohl mehr Licht auf seine Identität werfen wird? Mehr über Banksy u.a. in der Frankfurter Rundschau.

Ebenfalls als Enfant Terrible stellt sich John Malkovich heraus. Der ist mit einem musikalischen Abend auf Tour und bewirft in dem Programm tote große Künstler mit Dreck. Die Kritik ist darüber empört, die Welt spricht mit dem Schauspieler über dessen gegenwärtige und künftige musiktheatralischen Pläne.

Da Gwyneth Paltrow noch lebt, wird sie zumindest von Malkovich in Ruhe gelassen. Aber auch sie weicht von gewohnten schauspielerischen Pfaden ab und legt bald ihr Debüt als Country-Sängerin vor. Bei den in einem Monat stattfindenden Country Music Awards wird sie mit einem Song aus ihrem in Bälde erscheinenden Film „Country Strong“ auf der Bühne stehen. Darin spielt sie einen abgestürzten Country-Star, wie der Telegraph vermeldet.

Die Gewinner der gestern verliehenen MOBO (Music Of Black Origin) Awards findet man in aller Kürze im britischen Metro. Star des Abends war die erst 18-jährige Gamu Nhengu, vormalige Teilnehmerin der Casting Show X-Factor.

Auch Susan Boyle gelangte durch eine Casting Show (Britain’s Got Talent) zu Berühmtheit. Vor ihr, genauer gesagt vor ihrem zweiten Album, fürchtet sich Caleb Followill, der Frontmann der Kings Of Leon. Denn dieses erscheint zeitgleich mit der neuen Platte der Band, was in den Verkaufscharts zu direkter Konkurrenz führen wird. Gegen Boyle, „eine Naturgewalt“, sieht sich Followill chancenlos, wie er laut digital spy gegenüber der Sun zugab.

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