Presseschau 24.02.: Failure is not an option!

Das Büßerhemd steht ihm ganz gut: Karl-Theodor zu Guttenberg ist nun seinen Dr. wieder los. Gestern abend kam die Universität Bayreuth dem Gesuch des Verteidigungsministers nach und entzog ihm den Titel, weil Guttenbergs Arbeit den wissenschaftlichen Standards, Überraschung, nicht standhalte. Aber Täuschungsversuch? Keine Spur! Gestern erklärte sich Guttenberg dann dem Bundestag, Rücktrittsforderungen prallten nach dem Titel-gegen-Karriere-Handel von ihm ab, demütig empfahl er sich sogar als Vorbild im Sinne von „how to: würdevoll scheitern“. Der Mann kann sich all das erlauben, noch immer stehen 73 % der Deutschen hinter ihm, zitiert spiegel online aus einer Infratest-dimap Umfrage. Wir verzichten an dieser Stelle lieber auf ein Zitat von Heiner Müller…

Nachdem die gestrige Presseschau auf das Presseecho verwies, das von dem Release des neuen Radiohead Albums ausgelöst wurde, hat sich nun eine hauseigene Redakteurin herangewagt und dem „King Of Limbs“ gelauscht. Und schließt sich dem Gros der Stimmen an, freut sich über nicht abreissende Innovationsfreude der Musiker um Sänger Thom Yorke, die sich nicht zuletzt in der Adaption des letzten großen englischen Exportschalgers in der Clubmusik niederschlägt. So finden auf „The King Of Limbs“ Dubstepelemente und Einflüsse des mittlerweile natürlich auch schon existierenden Postdubstep ihren Platz, mit viel Fragmentierungen und Hechseleinen rücken Radiohead akkuraten Songstrukturen auf den klanglichen Leib.

Oliver Das Gupta hat für die Süddeutsche ein Interview mit Sting-Tochter Eliot Paulina Sumner geführt. Ergebnis dieses Gesprächs ist, dass die 20jährige Coco, hingegen Darstellungen der englischsprachigen Wikipedia, keinen Keyboardsammeltick und keine Ruhmes-Sucht ihr eigen nennen kann. Auch auf ein musikalisches Get-Together mit ihrem Vater möchte sie lieber verzichten, mehr noch, sie ist sich sicher, dass auch dieser kein Interesse daran hätte und macht mit ihrem Projekt I Blame Coco alleine weiter.

In England hat die Musikzeitschrift NME ihren jährlichen Shockwaves Awards verliehen. Die BBC benennt den Gewinner des Abends mit My Chemical Romance, die zwei Awards als beste internationale Band und für das beste Video gewannen. Innovationskrone: Den Award für die beste britische Band bekam zum zweiten Mal in Folge Muse, Frontmann Matt Bellamy ist zum vierten Mal der heisseste Musiker und auch das Glastonbury-Festival darf zum dritten Mal als bestes Festival feiern lassen. Einen kompletten Überblick über Nominierte und Gewinner aller Kategorien gibt es hier.

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