Alan Lomax wäre heute 100 geworden

Alan Lomax
Alan Lomax

Alan Lomax hat sein Leben der Musik gewidmet. Von seiner Jugend an bis zu seinem Tod hat Lomax ein unfassbar großes Archiv von Klängen, Liedern, Weisen aus verschiedenen Ecken der Welt aufgebaut, mit einem Fokus auf den USA.

Geboren wurde Lomax am 31. Januar 1915 in Austin, Texas. Sein Vater John Lomax, selbst Folklore- und Musikforscher, nahm ihn in den 30er Jahren mit auf seine Reisen durch die Staaten, auf denen er Tonaufnahmen traditioneller Musik sammelte. Er arbeitete daran, eine Anthologie volkstümlicher, amerikanischer Musik für die Library of Congress, die Nationalbibliothek der USA, aufzunehmen. Alan Lomax trat in die Fußstapfen seines Vaters und setzte sein Werk nach dessen Tod 1948 fort.

Ein besonderer Aspekt der Arbeit der beiden war, dass sie zur Zeit der sogenannten Rassentrennung der Musik von Schwarzen viel Aufmerksamkeit schenkten. Alan Lomax glaubte an die Gleichheit, an die Gleichberechtigung der kulturellen Artefakte aller Gruppen von Menschen. Gemeinsam mit seinem Vater machte er die ersten Aufnahmen von heute bedeutsamen Musikern wie Lead Belly und Muddy Waters. Auch Woody Guthrie und Pete Seeger verhalf Lomax durch Aufnahmen und Interviews zu einer größeren Öffentlichkeit.

Das Interesse des Forschers galt zu Anfang seiner Arbeit vor allem Blues, Gospel und Jazz aus dem Süden der USA. Lomax archivierte später Klänge aus dem Mittleren Westen und Nordosten der Staaten, reiste auf die karibischen Inseln, nach Asien und Europa. In den 50er Jahren lebte und arbeitete er zum großen Teil in Großbritannien, wo er auch in einer Skiffle-Gruppe spielte. Neben seiner Forschungstätigkeit machte Alan Lomax selbst Musik, moderierte Radiosendungen und schrieb Bücher wie „3000 Years of Black Poetry“ und „The Land Where The Blues Began“.

Im Jahr 1983 gründete Lomax die Association for Cultural Equity, die Gesellschaft für kulturelle Gleichheit. Er starb am 19. Juli 2002 im Alter von 87 Jahren. Seine Tochter Anna Lomax Wood führt die Association for Cultural Equity heute und verwaltet somit den Nachlass ihres Vaters. Sein Archiv – bestehend aus unzähligen Ton- und Videoaufnahmen, Liedern, Interviews, Vorträgen, Radiosendungen sowie Fotos – wurde im Jahr 2012 online gestellt und ist kostenlos zugänglich.

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