Album der Woche: Dean Blunt – „Black Metal“

Dean Blunt - Black MetalVÖ: 31. Oktober 2014
Label: Rough Trade
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Dean Blunt bleibt ein Mysterium. Sein letztjähriges Debüt „The Redeemer“ verzaubert, irritiert, polarisiert. Für die einen ist es ein revolutionäres Meisterwerk, die anderen können mit den losen Songstrukturen und experimentellen Soundfetzen nichts anfangen. Etwas mehr als ein Jahr nach der Veröffentlichung kündigt der Londoner seinen Wechsel zu Rough Trade Records und das Nachfolgealbum „Black Metal“ an.

Der Name macht es bereits deutlich: „Black Metal“ ist kein leichtes Album. Das puristische, völlig schwarze Cover steht sinnbildlich für diese neue musikalische Richtung. „Black Metal“ ist dunkler, runder, schwerer als sein Vorgänger. Für die oft gebrauchten cineastischen Streicher vom Vorgängeralbum bleibt da wenig Platz. Der Opener „Lush“ fungiert noch am ehesten als Brücke zwischen der ersten und zweiten Platte: Ein opulentes Streichersample wird mit einem „live“ klingenden Schlagzeugrhythmus und einer Akustikgitarre kombiniert.

Wie soll man diese Musik beschreiben? Es scheint unmöglich, die 13 ausgeklügelten Stücke in Worte zu fassen. Eines wird jedoch schnell deutlich: Dean Blunt lässt Gitarren für sich sprechen. Sei es nun das verträumte „Molly & Aquafina“ oder das psychedelische „50 Cent“ – der Sound von akustischen und effektverzerrten Gitarren beschert „Black Metal“ eine ernste, erdige Komponente. Eine erfreuliche und vor allem nötige Weiterentwicklung.

Trotzdem bleibt das Album nicht minder experimentell als „The Redeemer“. Songs wie „Country“ lassen den Hörer verstört zurück: Über zwei Minuten ergießt sich ein chaotischer Schauer von Geräuschen eines bekannten Computer-Betriebssystems und Synthies, die verdächtig an Zahnarztbohrer erinnern. Zugänglicher ist das faszinierende, 13-minütige (!) „Forever“, das Takt für Takt subtil mit Saxofon und schrägen Bässen variiert wird. Etwas über eine Minute beträgt dagegen die Spieldauer von „Hush“, einem 80s-Synthies-Sample-Traum inklusive kurzer Rap-Einlage.

Ähnlich seiner Musik bleibt auch der Musiker im Verborgenen: Gerade im Zeitalter unerschöpflicher Informationsflüsse ist es ein Statement, durch konfuse Interviews und das Schweigen über die eigene Vergangenheit eine geheimnisvolle Identität zu kreieren. Gleichzeitig ist es ein Versuch, mehr denn je die Musik in den Vordergrund zu stellen: „Black Metal“ wird verzaubern, irritieren, polarisieren. Dean Blunt bleibt ein Mysterium.

Unter allen Freunden von ByteFM verlosen wir einige Exemplare des Albums. Wer gewinnen möchte, schreibt eine E-Mail mit dem Betreff „Dean Blunt“ und seiner/ihrer vollständigen Postanschrift an radio@byte.fm.

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