Album der Woche: LA Priest – „Inji“

LA Priest - InjiVÖ: 26. Juni 2015
Web: LA Priest bei Facebook
Label: Domino
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LA Priest: „Inji“ – unser Album der Woche.

Seit ein, zwei Jahren schleicht sich Funk heimlich in Alben zwischen Indie, House und Gitarrenpop und entfaltet seine schillernde Wirkung. Ob in der Stones-Throw-Familie bei The Stepkids oder in den hippen Gefilden von Blood Orange und Toro Y Moi. Das Glitzern greift um sich und steckt immer mehr Musikerinnen und Musiker an. So auch LA Priest – ein Bandname, dessen erste Silbe übrigens französisch betont wird und nichts mit der US-Westküstenstadt zu schaffen hat.

Hinter LA Priest steckt Sam Dust alias Samuel Eastgate, der 2008 mit seiner Band Late Of The Pier an die vorderste Hype-Front katapultiert wurde. Nach einem Album verabschiedete sich der Engländer wieder vom Dancepunk-Spektakel. Sam Dust zog nach Grönland, wo er sich mit der Wirkung elektromagnetischer Phänomene auf Tonaufnahmen beschäftigte. Doch die Wissenschaft allein war ihm nicht genug, Dust startete mehrere Musikprojekte und eines davon, LA Priest, sieht jetzt mit dem Debüt „Inji“ das Licht der Welt, und macht das noch ein bisschen glänzender.

Beim ersten Song „Occasion“ denkt man noch „Och, nö, nicht schon wieder so eine Prince-Huldigung!“, doch die Hörstimmung schlägt bald in Begeisterung um. „Inji“ ist keine Übung in Heldenimitation, sondern eine farbenprächtige, leicht verschrobene Wunderkammer. „Lady’s In Trouble With The Law“ versetzt mit Yacht-Rock-Riffs und entspannt-bassigen Synths an einen hellblauen Pool in einem Ort, an dem es niemals kalt wird. Der schnelle, blubbernde Beat von „Oino“ setzt dem etwas Schärfe entgegen und fordert forsch, mit spacigen Synths und gniedeliger Gitarre zum Tanzen auf.

Gleich darauf folgt mit dem achtminütigen „Party Zute / Learning To Love“ ein ganz anderer Stil und das Herzstück des Albums. Klingt anfangs so, als wäre man in den Pool gefallen und würde die sich nun entfaltende Party erst mal von unter Wasser mitbekommen. Dann wird der proggige House immer klarer und Sam Dust feuert den Takt, der immer auf die Eins, Zwei, Drei und die Vier schlägt, mit lässigen Vocals an.

Wen das völlig außer Atem bringt, der kann für den Rest der Platte neue Kräfte sammeln bei melancholisch-funkigen Songs wie „A Good Sign“, das in Zeitlupe vor sich hinwabert, und „Fabby“, wo sich Bass und Piano beim Arpeggio-Dudeln die Klinke in die Hand geben.

Unter allen Freunden von ByteFM verlosen wir einige Exemplare des Albums. Wer gewinnen möchte, schreibt eine E-Mail mit dem Betreff „Inji“ und seiner/ihrer vollständigen Postanschrift an radio@byte.fm.

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