Animal Collective – „Painting With“ (Album der Woche / Rezension)

Animal Collective - Painting With (Domino)

Animal Collective – Painting With (Domino)

An eine schön bekloppte Kindergartengruppe, in der dem Spaß keine Grenzen gesetzt sind, erinnert der letzte Studioaufenthalt von Animal Collective. Hochstühle für Gesangsaufnahmen, eine Dinosaurierfilm-Dauerprojektion für die Stimmung und ein Planschbecken fürs Vergnügen sowie für tolle Effekte – das gibt das Label über die Aufnahmen preis. Wer weiß, was die Band aus Baltimore noch alles parat hatte. Ihr zehntes Studioalbum „Painting With“ klingt jedenfalls nach ausgelassenster Ausgelassenheit.

Seit 16 Jahren sind Panda Bear, Avey Tare, Geologist und Deacon unter dem Namen Animal Collective unterwegs, springen hin und her zwischen überraschenden Pop-Momenten, verdrehter Psychedelik und experimenteller Elektronik, und spicken ihr Werk mit allerhand Einflüssen zwischen Afrobeat und Freak Folk. War der Vorgänger „Centipede Hz“ explizit für die Bühne gedacht, haben Animal Collective die neuen Songs nicht live gespielt, ehe sie im Studio perfektioniert worden sind. Zur Hand gegangen ist ihnen unter anderem ihr Fan John Cale am modularen Synthesizer und Colin Stetson an den Blechbläsern.

Herausgekommen sind dabei zwölf Songs, die eines gemein haben: überschäumende Energie. Eine große Portion davon macht der für die Band charakteristische Doppel-Gesang von Avey Tare und Panda Bear aus. Frenetisch ergänzen sie sich Wort um Wort hinauf in schwindelerregende Höhen. Dazu kommen schnelle, herausfordernde Polyrhythmen, elektronisches Surren, Summen und Blubbern, und glänzende Harmonien. Der Opener „FloriDada“ klingt nach psychedelischer Kirmes, „Summing The Wretch“ wie der Soundtrack zu einer gut gelaunten Mario-Kart-Fahrt … So setzt sich das gesamte Album fort. Mit „Painting With“ schlagen sich Animal Collective wieder in poppigen und dabei sehr verschrobenen Sphären durch. Euphorie in Reinstform.

Label: Domino Records
Veröffentlichung: 19. Februar 2016

Das könnte Dich auch interessieren:

  • Cover des Albums Mach’s Besser: 25 Jahre Die Sterne
    Mit „Mach’s Besser“ schenken sich Die Sterne zum 25. Geburtstag Cover-Versionen ihrer eigenen Songs: unter anderem von Isolation Berlin, Stereo Total und Fehlfarben. Die neuen Versionen machen ungeheuer Spaß und gleichzeitig Lust auf eine Runde Die Sterne im Original....
  • Darkstar – „Foam Island“ (Album der Woche)
    „Foam Island“ vom britischen Elektronik-Duo Darkstar ist weder ein klassisches Album noch eine 12"-Dancetrack-Compilation. Aiden Whalley und James Young haben ein neues Genre aufgemacht, Oral History trifft auf einen popgeschulten, elektronischen Sound. Und das Konzept geht fabelhaft auf....
  • Waxahatchee – „Out In The Storm“ (Rezension)
    Ihr viertes Album unter dem Namen Waxahatchee bezeichnet Katie Crutchfield selbst als eine sehr ehrliche Platte über eine Zeit, in der sie nicht ehrlich zu sich selbst war. Auf "Out In The Storm" sind die Traumata der Vergangenheit zwar noch nicht ganz überwunden, aber die Zeit des Selbstmitleids ist endgültig vorbei. ...


Diskussionen

1 Kommentar
  1. posted by
    Vinyl LPs – alle relevanten Neuerscheinungen (KW 07)
    Feb 25, 2016 Reply

    […] ungebündelte Energie, die in allen 12 Songs spürbar wird. „Euphorie in Reinstform“, schreibt Byte FM knapp über ihr „Album der Woche“. Hier reinhören: Soundcloud Und wenn ihr mögt: Im Dodo […]

Deine Meinung

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.