Austauschprogramm ETEP: Mehr europäische KünstlerInnen auf Festivals

Foto von Me And My DrummerEiner der zahlreichen Newcomer, die bereits vom European Talent Exchange Programme (ETEP) profitiert haben: Me And My Drummer

Das Showcase-Festival Eurosonic Noorderslag ist längst eine Institution in Sachen Nachwuchsförderung. Seit 30 Jahren findet sich Anfang Januar im niederländischen Groningen die europäische Musikbranche ein, um neue Hoffnungsträger zu begutachten, sich auszutauschen und zu netzwerken. Für viele Karrieren wurden auf diesem Festival bereits die Weichen gelegt: So spielten hier unter anderem Aurora, Bastille, Ibeyi oder James Blake erstmals vor großem (Fach-)Publikum.

Vor 14 Jahren bauten die Macher des Eurosonic Noorderslag den Netzwerk-Gedanken weiter aus und initiierten das European Talent Exchange Programme (ETEP), mit dessen Hilfe europäische Musikerinnen, Musiker und Bands an europäische Festivals vermittelt werden. „Ich finde es seltsam, dass, wenn du in den meisten europäischen Ländern das Radio anschaltest oder auf ein Festival gehst, du entweder US-Bands, UK-Bands oder solche Bands hörst aus dem Land, in dem du dich befindest“, erklärte ETEP-Creative-Director Peter Smidt im Interview mit Diviam Hoffmann. „Es wäre doch viel interessanter, wenn es ganz normal wäre, wenn französische, portugiesische oder polnische Bands in Europa genauso bekannt wären, wie britische oder US-amerikanische Künstlerinnen und Künstler.“

Zum ETEP-Netzwerk zählen inzwischen mehr als 80 Festivals, die durch die Teilnahme an diesem Programm auf Newcomer aufmerksam gemacht werden und so ihr Line-up durch spannende Acts bereichern können. Aus dem deutschsprachigem Raum wurden dieses Jahr unter anderem Faber, White Wine, Gurr und Me And My Drummer an internationale Festivals gebracht. Seit 2003 kommen auf diesem Weg etwa 3000 Shows von mehr als 1000 europäischen Musikerinnen und Musikern zustande.

Die nächste Ausgabe des Eurosonic Noorderslags wird vom 17. bis zum 20. Januar 2018 stattfinden. Auch dieses Jahr sind wieder zahlreiche vielversprechende KünstlerInnen aus ganz Europa versammelt: So vertreten zum Beispiel die Kieler Indie-Rock-Band Leoniden und die Hamburger R&B-Hoffnung Ace Tee auf dem Festival Norddeutschland, während die Dream-Pop-Newcomer Hater und die Noise-Punk-Gruppe Iceage skandinavische Vibes nach Groningen wehen werden.

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