BadBadNotGood – „IV“ (Rezension)

Cover des Albums IV von BadBadNotGoodBadBadNotGood – „IV“ (Innovative Leisure)

Veröffentlichung: 8. Juli 2016
Web: badbadnotgood.com
Label: Innovative Leisure

7,5

Die gemeinsame Liebe zu HipHop und eklektischem Pop brachte die Musiker von BadBadNotGood zusammen. Ihre ersten Alben haben sie mit Cover-Songs von Acts wie Gang Starr, Nas und Kanye West gespickt. Voll konsequent war da „Sour Soul“: Ihr letztes Album nahmen die kanadischen Profi-Jazzer, die sich einst an der Musikhochschule kennenlernten, zusammen mit Ghostface Killah auf. Dafür brachten BadBadNotGood ihre vielschichtigen Jams in Formen, die die Raps von Killah und anderen, zum Beispiel Danny Brown, einnehmend und akzentuiert begleiteten.

Mit diesem Ansatz bricht „IV“ wieder. Mit dem Titel ihres neuen Albums stellen BadBadNotGood dann auch klar, dass „Sour Soul“ eine besondere Nummer war, denn eigentlich handelt es sich hier um ihre fünfte Platte. Und der fehlt glücklicherweise der Rap-Track auch nicht. In „Hyssop Of Love“ breitet sich der schlingernde, tiefe Flow von Mick Jenkins über ein zurückhaltendes Arrangement aus Synths und Gitarre aus. Funky, verschlungen und betörend klingt das.

Mit dem anschließenden „Structure No. 3“ führen BadBadNotGood das gleiche Thema fort, aufgelockert vom Kontrabass, der plötzliche Tempowechsel antreibt. Völlig smooth gehen die Musiker von eingängigen Songstrukturen in rhythmisch-komplexe, freie Stücke über und zurück. So auch beim Saxofon-Duett „Confessions Pt. II“, bei dem Gast Colin Stetson und Leland Whitty, langjähriger Begleiter der Kanadier und jetzt festes Bandmitglied, schmutzige gegen samtige Melodie kämpfen lassen.

Eine hervorstechende Kollaboration ist auch „Lavender“ – zusammen mit Produzent Kaytranada legen BadBadNotGood ein schwüles Disco-Funk-Stück hin. Überhaupt – auf „IV“ hat die Band sich etwas mehr in der Studiotechnik ausgetobt. Vibrafon und ein CS-60 von Yamaha schaffen glänzende Synthesizer-Sounds. Das Schlagzeug wird bei manchen Tracks durch eine Drum Machine verstärkt, zum Beispiel im variationsreichen Opener „And That, Too.“

Nicht überraschend, dass BadBadNotGood mit „IV“ wieder eine dichte, äußerst komplexe Platte eingespielt haben. Beeindruckend aber, dass man kein Mal beim Hören an Muckertum denkt. Hier wird Gefühl über Gefrickel gestellt.

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