Baths – "Obsidian"

Baths - ObsidianVÖ: 31. Mai 2013
Web: myspace.com/bathsmusic
Label: Anticon

Vor drei Jahren zog Will Wiesenfeld mit „Cerulean“, dem Debütalbum seines Projekts Baths, einige Aufmerksamkeit auf sich und schaffte es damit prompt, in diversen Listen für das beste Album des Jahres zu landen. „Obsidian“ ist der Titel des Nachfolgers, der am 27. Mai erscheint.

Obwohl es sich bei „Obsidian“ erst um das zweite Album von Baths handelt, ist der 24-jährige Wiesenfeld alles andere als unerfahren: Bereits im Alter von vier Jahren begann er, Klavierunterricht zu nehmen, später experimentierte er mit Synthesizern und lernte Bratsche, Kontrabass und Gitarre zu spielen. Unter dem Alias [Post-Foetus] trat er so zahllose Male live auf und veröffentlichte insgesamt vier Alben und drei EPs. Zusätzlich produzierte er Ambient-Music mit seinem Projekt „Geotic“.

Wiesenfelds Debüt unter dem Namen Baths bezog sich in seinem Sound klar auf die Beat-Szene von Los Angeles, und auch „Obsidian“ stößt weiter in diese Richtung vor und begrüßt den Hörer schon nach kurzer Zeit mit vertrackten Rhythmen und einem Feuerwerk an Sample-Konstrukten. Doch während Will Wiesenfeld nicht in LAs City lebt, sondern im Vorort Chatsworth, verhält es sich ähnlich mit der Musik von Bath: Anders als beispielsweise die Produktionen vom Kollegen Flying Lotus erhalten sich die Tracks auf „Obsidian“ immer etwas Zugängliches. Unter allem Knacken, Rauschen, Knistern und unerwarteten Breaks bleibt stets eine fast schon poppige Qualität bestehen.

Das heißt nicht, dass es sich bei „Obsidian“ um ein seichtes, weichgespültes Album handeln würde. Zwar genießen die melodischen Vocals hier deutlich mehr Präsenz als auf dem Vorgänger „Cerulean“, die Grundstimmung jedoch ist eine dunklere. Während auf Baths‘ Erstlingswerk eine leichte, euphorische Stimmung herrschte, verraten Titel wie „Worsening“, „Ossuary“, und „Earth Death“, dass man damit auf „Obsidian“ nicht mehr rechnen kann. Die Tracks sind nachdenklicher, melancholischer und auch in ihrer musikalischen Ausgestaltung weniger überschwänglich. Will Wiesenfelds klassische musikalische Ausbildung bricht dabei immer wieder durch, etwa in „No Past Lives“, in dem ein kurzer Klaviereinwurf (der in seiner Art auch entfernt von Steve Reich inspiriert sein könnte) immer wieder den schweren, treibenden Rhythmus des Songs unterbricht.

All das wird trotz seiner Komplexität zusammengehalten von der Zugänglichkeit des Albums: Elektronische Sounds verschmelzen harmonisch mit Naturinstrumenten und auch die Gesangsparts stehen mehr im Vordergrund. Das sorgt dafür, dass das Album trotz der aufwändigen Beats und der bewusst dunkleren Ausrichtung niemals zu anstrengend wird. In der Verknüpfung von rhythmusbetonter Beat-Elektronik mit melodischen Pop-Einflüssen liegt der Reiz von „Obsidian“.

Das ByteFM Album der Woche.

In den ByteFM-Magazin-Sendungen spielen wir täglich Musik aus unserem Album der Woche. Die ausführliche Hörprobe folgt am Freitag ab 13 Uhr in Neuland.

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Label: Anticon | Kaufen

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