Bruce Almighty

Bruce Frederick Joseph Springsteen wurde am 23. September 1949 in Long Branch, New Jersey, USA als Sohn einer Arbeiterfamilie geboren. Seine Kindheit und Jugend war geprägt von Katholizismus, Außenseitertum und einem gespannten Verhältnis zu seinem Vater. „Es gab zwei Dinge, die bei uns unbeliebt waren. Das eine war ich und das andere meine Gitarre“, erzählt Springsteen später über sein Zuhause.
Den Weg zur Gitarre fand Springsteen 1957, als er als Achtjähriger Elvis Presley in der Ed Sullivan Show auftreten sieht und seine Begeisterung für Rockmusik entdeckt. Mit 13 kauft er sich seine erste Gitarre, mit 16 nimmt seine Mutter einen Kredit auf um ihm für 60$ eine Kent Gitarre zu schenken, was er später in „The Wish“ thematisiert. Springsteen macht seinen Highschool-Abschluss und schmeißt das College, um sich vollends der Musik zu widmen. Er spielt in verschiedenen Bands und schafft sich einen Namen in New Jersey. Aus der Zeit stammt auch sein Nickname „The Boss“, als er nach den Auftritten den anderen Musikern das Geld auszahlt.

1972 nimmt Columbia Records Springsteen unter Vertrag. Gleichzeitig sammelt er seine Kollegen aus New Jersey um sich und gründet die E Street Band, die ihn fortan auf der Bühne und im Studio begleitet. Es folgen 2 Alben, die zwar bei Kritikern beliebt, kommerziell aber ein Reinfall sind. Als der Musikkritiker Jon Landau Springsteen während eines Auftritts sieht schreibt er: „I saw rock and roll future and its name is Bruce Springsteen. And on a night when I needed to feel young, he made me feel like I was hearing music for the very first time.“ Landau wird Springteens Manager und gleichzeitig sein Sprungbrett zum Erfolg.
1975 gelingt Springsteen mit Born To Run der große Durchbruch. Der „working class hero“ veröffentlicht weitere Alben, Superstar-Status erreicht er aber erst 1984 mit Born In The USA, das sich allein in den USA 15 millionen Mal verkauft. Der Titeltrack des Albums, eine bittere Kritik am Vietnam-Krieg, wird bis heute oft als patriotische Hymne missverstanden. Als Ronald Reagan Born To Run 1984 für seine Wahlkampagne verwendet endet das im Skandal. Springsteen distanziert sich öffentlich von Reagan, Reagan verliert an Glaubwürdigkeit. Weiterhin lehnt Springsteen einen lukrativen Werbedeal mit Chrysler ab.

1989 trennt sich Springsteen vorrübergehend von der E Street Band und nimmt mehrere Soloplatten auf. 1994 gewinnt er den Oscar für Streets Of Philadelphia. 1999 folgte die offizielle Reunion mit der E Street Band samt einer ausverkauften USA Tournee. Durchgehend veröffentlicht Springsteen neue Alben, seit 2002 mit steigendem kommerziellen Erfolg, die auch von Kritiker-Seite anerkannt werden. Nach fast 40 Jahren Karriere als Musiker kann Bruce Springsteen auf mehr als 120 Millionen verkaufte Platten zurückblicken. 1999 wird er in die Rock And Roll Hall Of Fame aufgenommen. 2004 kührt das Rolling Stone Magazin ihn zur Nummer 23 der größten Künstler aller Zeiten.
Seit 2008 engagiert er sich im Präsidentschaftswahlkampf und darüber hinaus für die Politik von Barack Obama. Im selben Jahr wird er vom Time Magazin als einer der 100 einflussreichsten Menschen genannt. Anfang 2009 gewinnt Springsteen den Golden Globe Award für The Wrestler zum gleichnamigen Film mit Mickey Rourke. Auf seiner Working On A Dream Tour spielt er erstmals auf den großen Festivals weltweit, u.a. als Headliner auf dem Glastonbury, seine Gigs in Europa sind restlos ausverkauft.

Inwiefern Bruce Springsteen nun den amerikanischen Traum von „ from rags to riches“ oder eine geschickte Darstellung dieses Prototyps verkörpert, sei dahin gestellt. Unbestreitbar ist er einer der wichtigsten US-Künstler der heutigen Zeit. Nicht nur musikalisch, sondern auch aus der medialen Öffentlichkeit in den USA ist er nicht weg zu denken. Die Zukunft des Rock’n‘Roll? Wer weiß; der nächste Runde Geburtstag kommt bestimmt …

Klaus Walter gratuliert heute im TourKalender ab 16 Uhr. Dann erklärt er auch, was es mit diesen Zeilen auf sich hat:

Brucie dreams life’s a highway too many roads bypass my way
Or they never begin. innocence coming to grief
At the hands of life - stinkin’ car thief, that’s my concept of sin
Does heaven wait all heavenly over the next horizon? (...)

(aus: "Cars And Girls" von Prefab Sprout)

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