David Bowie: 40 Jahre „Heroes“

Cover des Album Am 14. Oktober 1977 erschien „Heroes“, das zwölfte Studioalbum von David Bowie

Am 14. Oktober 1977 erschien David Bowies zwölftes Studioalbum „Heroes“ – und war zuerst nur ein moderater Erfolg. Heute – 40 Jahre später – wird es als eine der größten Leistungen der britischen Art-Rock-Ikone gehandelt. Es ist ein Album, das untrennbar mit seinem Entstehungsort verknüpft ist: dem damaligen West-Berlin.

In den dortigen Hansa-Studios nahm Bowie bereits 1976 den Vorgänger „Low“ auf. In einem kürzlich erschienenen BBC-Beitrag zum 40. Jubiläum von „Heroes“ beschreibt er die Atmosphäre der zweigeteilten Großstadt: „(West-)Berlin war ein seltsamer, einzigartiger Ort. Es lag wie eine Insel in Ost-Deutschland. Die ganze Industrie zog in den Westen, es blieben nur leere Fabriken und Warenhäuser – die dann von Studenten und Künstlern besetzt wurden. Das machte Berlin zu einer faszinierenden Stadt.“

Berlin wurde speziell durch seine Teilung zum kreativen Mekka für Bowie: „Ich mochte das, was die Mauer repräsentierte. Damals hielt ich es für notwendig, in spannungsgeladenen Gegenden zu arbeiten – und dafür gab es einfach keinen besseren Ort als West-Berlin!“ Produzent Brian Eno ergänzt: „Im Mixing-Raum gab es zu meiner rechten Seite ein Fenster, von dem aus man direkt auf die Mauer gucken konnte – und auf die dort stationierten Soldaten der Roten Armee. Man konnte vom Studio aus die roten Sterne auf ihren Mützen erkennen!“

Vielleicht war es diese Nähe zu einem realen „Todesstreifen“ und die kreative Energie dieser isolierten Stadt, die den Songwriter David Bowie über sich hinauswachsen ließ: Ob im selbstbewusst stampfende Opener „The Beauty And The Beast“, im majestätischen „Sons Of The Silent Age“, im bedrohlichen Abschluss „The Secret Life Of Arabia“ oder im gleichermaßen elektronisch wie organisch pulsierenden „V-2 Schneider“ – „Heroes“ zeigt Bowie vielleicht zum ersten Mal weniger als Kunstfigur, sondern in erster Linie als sehr talentierten Künstler.

Und über allem schwebt der Titelsong: „Heroes“. Sowohl die flirrende Lead-Melodie vom King-Crimson-Gitarristen Robert Fripp als auch der hymnische Refrain haben auch nach 40 Jahren nichts von ihrer Energie eingebüßt. Es ist ein bewegendes Portrait zweier Liebenden, getrennt durch die omnipräsente Mauer. Das deutsche Auswärtige Amt zog im vergangenen Jahr eine Verbindung zwischen ihrem Niedergang und dem Song: Am 11. Januar 2016 teilte es kurz nach David Bowies Tod eine Live-Version des Stückes – und zollte dem Verstorbenen mit folgenden Worten Tribut: „Thank you for helping to bring down the wall.“

Auch im Programm von ByteFM feiern wir dieses Jubiläum. So wird Musik vom Album „Heroes“ am 13. Oktober um 10, 15 und 19 Uhr im ByteFM Magazin zu hören sein.

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