ESG – „Step Off“ (Album der Woche)

Cover des Albums Step Off von ESGESG – „Step Off“ (Fire)

Veröffentlichung: 26. Mai 2017
Web: ESG auf Facebook
Label: Fire

Beinahe 40 Jahre ist es her, dass die Schwestern Renee, Valerie und Deborah Scroggins von ihrer Mutter Instrumente in die Hand gedrückt bekamen. Es war ihre Art, die Kinder fernzuhalten von den Straßen der South Bronx – Ende der 70er ein hartes Pflaster in New York. Die Teenager brachten sich ihre Instrumente selbst bei und gründeten kurzerhand ESG. Dass die Band einen Rieseneinfluss auf Post-Punk und HipHop haben sollte, konnte die Familie Scroggins damals nicht ahnen.

Renee sagte einmal, dass sie James Browns „Take It To The Bridge!“ schwer inspiriert hat. Wenn Brown auf der Bühne diese Ansage machte, hielten nur Bass und Schlagzeug die Spannung, den Funk. Diese Energie knistert in den Songs von ESG: Polyrhythmen, groovende Basslines in Moll, zischende Hi-Hats. Und darüber der stoische Sprechgesang von Renee Scroggins, die direkte Statements macht wie „Erase you!“. Kein Wunder, dass sich so viele HipHop-Acts und Bands anderer Genres an ihrer Musik bedienten. Ihr Song „UFO“ ist einer der am häufigsten gesampleten Tracks aller Zeiten: Public Enemy, MF Doom, Nine Inch Nails, Liars – die Liste ist lang. Tantiemen haben ESG dafür allerdings kaum gesehen, was sie ziemlich sauer macht.

Trotzdem, die Band tritt noch auf. Dieses Jahr spielen ESG eine Handvoll exklusive Shows in Großbritannien und Frankreich. Zu diesem Anlass legt das Label Fire das Album „Step Off“ aus dem Jahr 2002 wieder auf. „Step Off“ ist, 19 Jahre nach dem Debüt erschienen, die dritte Platte von ESG. Ihr Sound ist in den zwei Dekaden etwas gedämpfter geworden, aber keineswegs weniger spannungsgeladen.

Die sieben Songs füttern ein leises Unbehagen: Renee Scroggins Stimme ist tiefer geworden, ihr Gesang lehnt Richtung Jazz. Die Gitarre zieht Kreise, die nach Gefahr klingen. Ein dumpfer, wuchtiger Bass begleitet sie mit wenigen Tönen. Highlights sind „It’s Not Me“ – ein Stück, das über vier Minuten eine schwer tanzbare Bassline in Schach hält – und das rhythmusreiche „My Street“, das an den frühen ESG-Hit „Erase You“ erinnert.

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