Frankie Rose – „Cage Tropical“ (Album der Woche)

Cover des Albums Cage Tropical von Frankie RoseFrankie Rose – „Cage Tropical“ (Slumberland)

Ade, schöne Palmen! Zwischen tropischer Pflanze und untergehender Sonne hängt auf dem Cover von „Cage Tropical“ ein halbes Gesicht, das eine Abschiedsträne vergießt. Eine Szene, die aus dem Leben von Frankie Rose gegriffen sein könnte. Denn der Abschied von Los Angeles war entscheidend für die Entstehung ihres vierten Albums. Als Schlagzeugerin bei New Yorker Bands wie Vivian Girls, Crystal Stilts und Dum Dum Girls war Rose viel herumgekommen, ehe sie wieder in ihrer Heimat Kalifornien landete. Und dort verschwand – entgegen aller kalifornischen Klischees – die Musik aus ihrem Leben. Plötzlich fand sich Frankie Rose in der Küche eines Cateringtrucks und fühlte sich schwer fehl am Platz.

Diese Sinnkrise war der Antrieb für „Cage Tropical“. Zusammen mit dem Produzenten Jorge Elbrecht (Ariel Pink, Gang Gang Dance, Tamaryn) entwarf Frankie Rose, immer wenn ihr Job es zuließ, erste Songskizzen. Musik wies Rose den Weg, und der führte zurück nach Brooklyn. Raus aus dem tropischen Käfig, rein in die Stadt, in der einst alles begann. Ein bisschen Sonne ist trotzdem auf „Cage Tropical“ gelangt. Sie tüncht die das Album dominierenden Vintage-Synth-Klangflächen in helles Gold. Die Akkorde flattern und schweifen umher. Dazwischen verwunschen klingende Gitarren, treibende und zurückhaltende Bässe und der weich verhallte Gesang von Frankie Rose.

Mit „Cage Tropical“ führt sie uns in sanfte Welten zwischen New Wave und Dream Pop und lässt einen Hauch von Italo Disco hindurchwehen. Die alte Liebe zu eingängigem Garage Pop ist aber auch auf dem Album präsent, zum Beispiel im schwungvollen Opener „Know Me“. Oder in „Dyson Sphere“. Für den Song kapert Frankie Rose pulsierende Post-Punk-Bässe und poliert sie mit betörenden Harmonien auf. Den Gegenpol dazu liefern Songs wie „Art Bell“ und „Game To Play“ – hier lässt sich Rose alle Zeit der Welt, um dich in mit SciFi-Arpeggios gespickte Sphären zu locken, in denen die Schwerkraft nichts zu sagen hat.

Veröffentlichung: 11. August 2017
Label: Slumberland

Frankie Rose live, präsentiert von ByteFM:

01.11.17 Köln – MTC
02.11.17 Berlin – Badehaus
06.11.17 München – Backstage

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