Funky Ereignisarmut: St. Vincent remixt Beck

Die Musikerin Annie Clark alias St. Vincent. Auf dem Cover zu ihrem Beck-Remix von „Uneventful Days“ stellt sie Becks originales Coverfoto nach. Ihre Version verwandelt konsequente Monotonie in funky Ereignisarmut.

St. Vincent auf dem Cover ihres Remixes von Becks „Uneventful Days“

Funky Ereignisarmut: Die Avantgarde-Indie-Musikerin und Produzentin Annie Clark alias St. Vincent hat sich des Tracks „Uneventful Days“ von Becks letztem Album „Hyperspace“ angenommen. Während im Original die Musik einen ereignislosen Tag musikalisch unterstrichen hat, gelingt es der US-amerikanischen Künstlerin aus Oklahoma, das Stück zu funkifizieren. Und zwar mit einem Funk einer zackigen, ökonomischen und manchmal fast schon rockigen Prägung. Stilistisch nicht unähnlich der Schule eines Prince und anderer KünstlerInnen aus Minneapolis in den 80ern. Es ist gar nicht so, dass in der ursprünglichen Version nichts passiert wäre: Beck bewegte sich groovetechnisch zwischen Drum & Bass, Trap und dem Sound von Heimorgel-Begleitautomaten. St. Vincent verlangsamt das Stück sogar leicht, verdoppelt aber die Schlagzahl und konterkariert die thematische Monotonie mit Synth-Funk. Man könnte beinahe schon meinen, man befinde sich in einem Paralleluniversum, in dem Beck den Sound seiner „Where-It’s-At“-Phase ausgebaut hat. Andererseits trägt die funky Ereignisarmut auch eindeutig den Stempel von St. Vincent. Annie Clarks Sound ist nämlich in allen Genres wiedererkennbar.

„Uneventful Days“ von Beck ist bei Fonograf Records auf dem Album „Hyperspace“ erschienen. Der Remix von St. Vincent ist heute unser Track des Tages. Hört ihn Euch hier an:

Das könnte Dich auch interessieren:

Stets in Bewegung: LA Priest mit neuer Single LA Priest kündigt mit einer Single sein neues Album an. Stets in Bewegung oszilliert Sam Dust, der Künstler dahinter, zwischen Punk, Yacht-Rock und Funk.
Zurückgelehntes Zurechtfinden mit Terrace Martin Terrace Martins Beats sind bekannter als der Name des kalifornischen Produzenten. Seine Single „Beige“ kommentiert langsam-funky moderne Romantik.
Perspektivwechsel und Synth-Pop-Understatement: Lisel Synth-Pop-Sängerin und -Produzentin Lisel aus Los Angeles legt im Video zu „Mirage“ künstlerische Verfahren offen. Im Song versteckt sie diese. Zwei gute Entscheidungen.


Deine Meinung

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.