„Give me my propers“ – zum Tod von Aretha Franklin

Queen of Soul Aretha Franklin ist tot

Aretha Franklin im Alter von 24 Jahren, als sie von Atlantic Records unter Vertrag genommen wurde (Foto: Atlantic Publicity)

Aretha Franklin ist tot. Bereits am vergangenen Montag verkündete ihr Neffe Tim Franklin, dass die US-amerikanische Soul-Ikone schwer krank sei. Am 16. August 2018 starb sie an Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Aretha Louise Franklin wurde am 25. März 1942 in Memphis, Tennessee geboren. Als Kind sang sie in der Kirche ihres Vaters Clarence LaVaughn Franklin, der aufgrund seiner emotionalen Predigten als Priester mit der „Eine-Millionen-Dollar-Stimme“ bekannt wurde. Nebenbei brachte sie sich autodidaktisch das Klavierspielen bei. Ihr Vater erkannte schließlich das Gesangstalent seiner Tochter und begann sie zu managen. Er organisierte ihr einen Deal bei dem auf Gospel und Jazz fixiertem Label J.V.B. Records, auf dem 1956 ihr Debütalbum „Songs Of Faith“ erschien. Franklin war zu diesem Zeitpunkt erst 14 Jahre alt.

1956 war das Jahr, in dem ihr Gospel-Idol Sam Cooke plötzlich anfing, mit säkularer Soul-Musik in die Pop-Charts einzuziehen. Franklin überredete ihren Vater, es ihm nachzutun. Drei Jahre verweilte „Today I Sing The Blues“, ihre erste Single für Columbia Records, in den Top-Ten der Hot-Rhythm-&-Blues-Charts. 1961 folgte ihr erstes pures R&B-Album „Aretha: With The Ray Bryant Combo“, zusammengestellt aus zwölf Jazz- und Pop-Standards.

Hört man die Platte heute, ist es schwer zu fassen, dass diese klar definierte, ungemein selbstbewusste Stimme, die dort kristallklar aus den Boxen schallt, zu einer 17-jährigen Künstlerin gehört. Besonders beeindruckend: Franklins gleichermaßen elegante wie überwältigende Version des „Wizard-Of-Oz“-Klassikers „Somewhere Over The Rainbow“, die alle folgenden Cover-Versionen unnötig macht.

Vom Gospel in die Rock And Roll Hall Of Fame

Was folgte, ist eine fünf Jahrzehnte umspannende Erfolgsgeschichte: 1966 wechselte sie von Columbia Records zu Atlantic Records, wo sie eine beeindruckende Menge an Hits veröffentlichte. „(You Make Me Feel Like A) Natural Woman“, „I Never Loved A Man (The Way I Loved You)“, „Do Right Woman, Do Right Man“, „Chain Of Fools“ – die Liste ist lang. Allen voran: das triumphale Otis-Redding-Cover „Respect“. Im Original ist der Song ein verzweifeltes Plädoyer, in Arethas Händen wird er zu einem kraftvollen Empowerment-Statement. „I’m about to give you all of my money / And all I’m askin‘ in return, honey / Is to give me my propers / When you get home.“

Weitere Höhepunkte ihrer Karriere waren der gemeinsam mit Curtis Mayfield komponierte Soundtrack zum Musical „Sparkle“, sowie „Hey Now Hey“ – ein kommerziell weniger erfolgreiches, aber sehr gutes Album mit Produzenten-Legende Quincy Jones. 1987 wurde Aretha Franklin als erste Frau in der Geschichte in die Rock And Roll Hall Of Fame aufgenommen. Auf ihrem 1998er Album „A Rose Is Still A Rose“ verneigten sich zeitgenössische KünstlerInnen wie Lauryn Hill und Puff Daddy vor Aretha Franklin. Ihr letzter Langspieler „A Brand New Me“ erschien erst im vergangenen Jahr. Sie wurde 76 Jahre alt.

Am 25. März 2012 ehrte Klaus Walter Aretha Franklin in seiner Sendung Was ist Musik. Mitglieder im Förderverein „Freunde von ByteFM“ können die Sendung in unserem Archiv nachhören. Die Ausgabe wird am 19. August 2018 um 19 Uhr wiederholt.

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