Grace Slick wird 70

Am 30. Oktober 1939 wurde Grace Slick als Grace Barnett Wing in Evanston, Illinois, geboren. Sie war Lead-Sängerin in mehreren Bands: The Great Society, Jefferson Airplane und Jefferson Starship, die sich später in Starship umbenannten.

Anfang der 60er arbeitete sie als Fotomodell, aber sie interessierte sich auch für Musik und rief die Gruppe The Great Society ins Leben, die bald in San Franciscos Psychedelic-Szene durch ihre Liveauftritte einen guten Namen erlangte. Die Musiker waren phantasiereich, ihre Stücke oft experimentell, und sie nahmen verschiedene Einflüsse in ihre Musik auf. Gitarrist war der Schwager von Grace, Darby Slick. Mit ihm zusammen schrieb sie den Song “Somebody To love”, den The Great Society auch als Single aufnahmen – übrigens ihre einzige Studioproduktion.

Nach dem Ende von The Great Society wechselte Grace zu Jefferson Airplane, wo sie
die Sängerin Signe Anderson ersetzte. Die Band befand sich gerade mitten in den Aufnahmen ihres zweiten Albums “Surrealistic Pillow” und Grace brachte “Somebody To love” in die Aufnahmesessions mit ein. In der neuen Version von Jefferson Airplane wurde der Song 1966 ein großer Hit und half dabei, auch die LP in die oberen Chart-Positionen zu hieven.

Ein weiteres geniales Stück von Jefferson Airplane stammte ebenfalls aus der Feder von Grace: “White Rabbit”. Und diese Single war ebenfalls ein Top 10 Hit in den USA. Jetzt war ihre Rolle bei Jefferson Airplane gefestigt und sie entwickelte sich zu einer der ersten sogenannten “Frontfrauen” im Rock, wenngleich sie auch viele Songs zusammen im Duett mit Marty Balin sang. Für sieben Alben blieb Grace bei der Band und steuerte auch immer wieder Songs bei. In ihren oft drastischen Songtexten kämpfte sie gegen den Vietnamkrieg, die bürgerliche Verlogenheit im Umgang mit bewusstseinserweiternden Drogen und jede Form von konservativen oder inhumanen Einstellungen.

1971 bekam sie mit Paul Kantner, dem Gitarristen von Jefferson Airplane, eine Tochter. Mit ihrem Mann nahm sie auch Solo-Alben auf, etwa “Sunfighter” 1971.

Als 1972 Jorma Kaukonen and Jack Casady Jefferson Airplane verließen, war es mit der Band vorbei. Kantner and Slick riefen eine neue Gruppe ins Leben: Jefferson Starship. Die Zeiten des Psychedelic Rocks waren allerdings passé, was ihnen harte Kritik vieler Fans einbrachte. Jefferson Starship wurde eine am Mainstream orientierte Stadion-Rockgruppe, allerdings mit enormen Erfolgen („Sara”, „We Built This City” „Nothing’s Gonna Stop Us Now”. Nebenher nahm Grace Slick auch immer wieder Soloalben auf: “Manhole” (1974). “Software” (1984), “Dreams“(1980) und “Welcome To The Wrecking Ball” (1981), die jedoch weder bei Kritikern noch beim kaufenden Publikum einen nennenswerten Eindruck hinterließen.

Als schließlich auch Paul Kantner Jefferson Starship verließ, strichen sie den “Jefferson” im Namen und machten als Starship weiter. Auch Grace verließ Starship im Jahre 1988 und nach ihrer Mitwirkung an einem Reunion-Album von Jefferson Airplane 1989 zog sie sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Sie geht seitdem der Malerei nach und engagiert sich für den Tierschutz. Auch in diesem Bereich benutzt sie wieder durchaus drastische Mittel des Protestes.

ByteFM gratuliert Grace Slick heute im TourKalender ab 16 Uhr zum Siebzigsten.

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