J Dilla wäre am 7. Februar 40 geworden

J DillaJ Dilla (Foto: Stones Throw)

Mit freundlicher Unterstützung von NAD.

„As a producer, he made music that was one of once. It stood out, it brought the best out of the MCs, and you couldn’t copy it. Because a lot of the times he figured out how to do things with the machine that no producer discovered to this day. Dilla was just a genius man, and he still is, he was way, way ahead of his time – definitely.“

J Dilla sei seiner Zeit weit voraus gewesen, sagt Busta Rhymes. Obwohl J Dilla mit 32 an einer seltenen Auto-Immunerkrankung starb, und seine Karriere nur 6 Jahre dauerte, gilt er bis heute als einer der einflussreichsten und wichtigsten Hip-Hop-Produzenten. De La Soul, The Pharcyde, Janet Jackson, Erykah Badu und Madlib sind nur ein paar von vielen Künstlern, mit denen J Dilla zusammengearbeitet hat. Heute wäre der einflussreiche Produzent 40 geworden. Bei seiner Musik sollte die Energie auf die Leute überspringen, sagte James Yancey – ein Wunsch, der in Erfüllung ging. James Yancey, mit Künstlernamen J Dilla oder Jay Dee: es gibt keinen anderen Hip-Hop-Künstler, auf den sich, bis heute, so viele einigen können – obwohl seine Karriere nur 6 Jahre dauerte. Seine Produktionen waren wegweisend, Dilla selbst ein Visionär.

„His house was like a lab, in the basement. And he was definitely a scientist. He had records lined up all around the walls.“

Das Studio in seinem Keller: wie ein Labor mit Schallplatten an allen Wänden. Er selbst darin: wie ein Wissenschaftler, erzählt Erykah Badu. Im Keller seines Elternhauses in Detroit schraubte J Dilla als Teenager an seinen ersten Beats. Und es war ein musikalisches Elternhaus: die Mutter ehemalige Opernsängerin, der Vater Bassist. J Dilla wächst auf umgeben von Musik, vor allem Jazz, und zeigt schon früh sein musikalisches Talent. Bereits mit zwei Jahren zeigte J Dilla eine bemerkenswerte Leidenschaft für Vinylsingles und Plattenspieler. Noch in der High School gründete Dilla Ende der 80er die später erfolgreiche Hip-Hop-Band Slum Village.

Der Keyboarder Amp Fiddler lebte in Dillas Nachbarschaft in Detroit. Er spielte zu dieser Zeit in den Bands Parliament und Funkadelic von George Clinton. Amp Fiddler wurde auf J Dilla aufmerksam und brachte dem jungen und talentierten Musiker einiges bei. Vor allem wie man die Akai MPC bedient, die im Hip Hop geradezu legendäre Sampling- und Produktionsmaschine. Sein einzigartiger Umgang mit eben dieser Groovebox liess J Dilla mit Anfang 20 zu einem der gefragtesten Hip-Hop-Produzenten werden. Der DJ und Produzent Madlib sagte über J Dilla, dass es kein anderer geschafft habe, so organisch und lebendig klingende Beats zu produzieren. So menschlich, dass sie selbst einen der bekanntesten HipHop-Schlagzeuger maßgeblich beeinflusst haben: Questlove von den Roots.

„One of the greatest drum programmers of all time. And I will debate it like it’s a presidential debate, I will campaign for that guy ‚til the end of time. And he is one of the greatest influences on my personal style of drumming – and he’s a drum programmer.“

Variationen in der Dynamik und bewusst programmierte Ungenauigkeiten im Timing waren wichtige Zutaten für das organische Gefühl in den Produktionen von J Dilla. Beats, die sich nicht einfach nur stumpf wie ein Loop wiederholten. Damit trieb Dilla selbst gestandenen Rappern wie Busta Rhymes die Schweißperlen auf die Stirn. Neben der Arbeit als Produzent trat J Dilla auch selbst als Künstler in Erscheinung. Mit eigenen Veröffentlichungen oder 2003 zusammen mit Madlib unter dem Namen Jaylib. Im selben Jahr wurde bei J Dilla „Lupus“ diagnostiziert, eine seltene Erkrankung, bei der das Immunsystem den eigenen Körper angreift. So gut es ging, machte er weiter Musik, bis zu seinem Tod im Februar 2006.

„Every producer bows down to Dilla, whether they like it or not. Because everybody took something from him, like Coltrane – it’s crazy. That’s why I call him ‚Coltrane of Hip Hop‘.“

Alle haben von J Dilla gelernt, ob es ihnen passt oder nicht. Darum sei J Dilla für ihn der John Coltrane des Hip Hop, sagt Madlib. Am 10. Februar 2006, drei Tage nach seinem 32. Geburtstag, starb James Yancey alias J Dilla in Los Angeles. Am 7. Februar wäre er 40 geworden.

Ein Audiobeitrag über J Dilla von Oliver Stangl ist heute im ByteFM Magazin am Nachmittag zu hören. Mit freundlicher Unterstützung von NAD.

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