Zum Tod von Jason Molina – ein Nachruf

Jason Molina
Foto: Secretly Canadian

Jason Molina, Mastermind und Genius hinter Songs : Ohia und Magnolia Electric Co., verstarb am vergangenen Samstag im Alter von 39 Jahren an Organversagen im Zuge einer jahrelangen Alkoholkrankheit.

Molina ist einer dieser Musiker, die nach ihrem Ableben eine kaum füllbare Lücke zu hinterlassen scheinen. Gelang es ihm doch stets einen sehr eigenen Lofi Blues-Rock mit seinem unglaublichen Songwriting zu vereinen, von seinem begnadeten Talent an der Gitarre und seiner alles durchdringenden Stimme ganz zu schweigen. Niemals scheint es seinem Ansinnen entsprochen zu haben, die eigenen Hörer in ein pop-musikalisches Wohlbefinden einzulullen: düster, prägnant, durch und durch melancholisch und von einer Tiefe geprägt, die sich schier mit Händen greifen lässt. So oder so ähnlich lässt sich Jason Molinas musikalisches Erbe umschreiben.

Geboren im provinziellen Lorain, Ohio, veröffentlichte der US-Amerikaner sein Debütalbum „Songs : Ohia“ 1997 bei Secretly Canadian. Er verlieh dem damals neu gegründeten Label aus Indiana als einer der ersten Künstler eine Stimme. Zeitlebens blieb er dem Indie-Label aus Bloomington treu und ebnete damit den Weg für zahlreiche namhafte Künstlerinnen und Künstler, die ebenfalls bei Secretly Canadian unter Vertrag stehen: Antony and the Johnsons, Animal Collective, Jens Lekman oder Scout Niblett, um nur einige zu nennen. Bis zum Jahre 2003 veröffentlichte er nicht nur mit seiner Band Songs : Ohia, deren einziges festes Mitgleid er war, zehn Studio- und Liveplatten sowie verschiedentliche EP´s und Singles, sondern auch einige Split-Ep´s mit Künstlern und Bands wie Bonnie ´Prince´ Billy, My Morning Jacket oder Scout Niblett.

Im Jahre 2003 begründet er während einer Tour Magnolia Electric Co. und etabliert damit, mehr oder minder, feste Bandstrukturen. Musikalisch ging es nun etwas verspielter und breiter zur Sache, die Melancholie stand aber weiter im Zentrum des musikalischen Schaffens. In den darauffolgenden Jahren folgten vier Studioalben unter dem neu-gewählten Bandnamen sowie drei Soloalben. Jason Molina produzierte seine Alben mit Genregrößen wie Steve Albini (Nirvana, The Stooges, Pj Harvey) oder Mike Mogis (Bright Eyes, Rilo Kiley, Cursive).

Im Jahre 2009 musste Molina eine geplante Tour aus, wie es hieß, gesundheitlichen Gründen absagen. Im Jahre 2011 wurde dann seine Alkoholkrankheit publik, als seine Familie, mangels Krankenversicherung, um Spenden für Jason Molinas medizinische Behandlung bat.

„…at dawn were sharpshooters sleeping
brings our truce this moment to an ending
the frontier hounds become partner
to the loss we’ve arranged
they’ll be no rust on the gates of heaven
a low light shines on me…“

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