Südafrikanischer Jazz-Pionier Hugh Masekela ist tot

Hugh Masekela (Foto: Tom Beetz)Eine der Schlüsselfiguren des südafrikanischen Jazz: Hugh Masekela (Foto: Tom Beetz)

Hugh Masekela, südafrikanischer Jazz-Musiker und eine Schlüsselfiguren der Anti-Apartheids-Bewegung, ist tot. Der Trompeter und Menschenrechts-Aktivist ist am 23. Januar an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben.

Hugh Masekela, geboren am 4. April 1939 in Witbank, kam als Teenager zum ersten Mal mit seinem Signature-Instrument in Berührung: der Trompete. Seine erste erhielt der junge Musikfan vom britischen Erzbischof und Anti-Apartheids-Aktivist Trevor Hiddleston. Schon in jungen Jahren war er Teil der Jazz-Szene seines Heimatlandes. Erste kollektive Musikerfahrungen sammelte er Mitte der 1950er-Jahre vor allem in der Huddleston Jazz Band, der ersten Jugend-Big-Band Südafrikas.

Außerdem war er Mitglied einer anderen Pioniergruppe: The Jazz Epistles, die erste Bebop-Band Südafrikas. Ihr Debüt „Jazz Epistles, Verse 1“ war die erste LP des Landes, die von einem komplett schwarzen Ensemble eingespielt wurde. In dem Quintett musizierte er mit einer anderen Schlüsselfigur des südafrikanischen Jazz zusammen: Dollar Brand, der unter dem Namen Abdullah Ibrahim bis heute einer der erfolgreichsten Pianisten seines Landes ist.

Hugh Masekela in den USA

Aufgrund des staatlichen Misstrauens gegenüber der schwarzen Jazz-Musik und des vom Staat durchgeführten Sharpeville-Massakers lösten sich The Jazz Epistles 1960 auf. Dank der Hilfe seines Mentors Hiddleston konnte Masekela im gleichen Jahr nach New York fliehen, wo er an der Manhattan School Of Musik Trompete studierte.

In den USA feierte er seine ersten musikalischen Erfolge: Ende der 1960er-Jahre wurde seine Single „Grazing In The Grass“ zu einem Nr.1-Hit. 1967 hatte er einen Gastauftritt auf dem The-Byrds-Album „Younger Than Yesterday“. Im gleichen Jahr trat Masekela auf dem legendären Monterey Pop Festival auf, Seite an Seite mit Janis Joplin und Jimi Hendrix. In den 80er-Jahren lernte er Paul Simon kennen. Nachdem dieser mit seinem Erfolgsalbum „Graceland“ südafrikanische Musiker wie Ray Phiri und Ladysmith Black Mambazo in das Rampenlicht befördert hatte, begleitete Masekela ihn auf der anschließenden Welt-Tournee.

Neben seinen popmusikalischen Erfolgen in den USA war Masekela auch stark in seiner Heimat aktiv: Seine wütenden Kompositionen „Soweto Blues“ und „Bring Him Back Home“ waren wichtige Protestsongs der Anti-Apartheids-Bewegung, insbesondere letzterer, der zu einer Hymne für die Freilassung von Nelson Mandela wurde.

Am 23. Januar 2018 ist Hugh Masekela in seiner Heimat Johannesburg gestorben. Er wurde 78 Jahre alt.

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