Jimmy Cliff wird 70 Jahre alt

Jimmy Cliff

Er brachte den Sound Jamaikas nach Europa und in die USA: Jimmy Cliff. Am 1. April wird er 70 Jahre alt.(Foto: By Thesupermat, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons)

Heute ist er einer der bekanntesten Künstler seiner Genres: Jimmy Cliff. Der Reggae- und Ska-Pionier wurde am 1. April 1948 als Jimmy James Chambers in der jamaikanischen Kleinstadt Somerton District geboren. 1962 zog er mit seinem Vater in die Hauptstadt Kingston, wo der junge James den Produzenten Leslie Kong überredete, ein paar Singles mit ihm aufzunehmen. Aus James Chambers wurde Jimmy Cliff, und seine Midtempo-Ska-Nummer „Hurricane Haiti“ ein Hit. Dabei war er gerade erst 14 Jahre alt.

Mit Songs wie „Miss Jamaica“ und „King Of Kings“ konnte Cliff in den 1960er-Jahren einige lokale Erfolge feiern. Doch Jamaika war ihm nicht genug: 1966 zog er nach London, wo er einen Plattenvertrag mit Island Records unterzeichnete. Ein Jahr später erschien sein Debütalbum „Hard Road To Travel“ inklusive seines ersten internationalen Hits „Waterfall“, der deutlich hörbar auf den europäischen und US-amerikanischen Markt zugeschneidert war, aber vor allem in Brasilien die Charts stürmte. Auch die 1969 folgenden Singles „Wonderful World, Beautiful People“ und „Vietnam“ waren erfolgreich – Protestsong-Profi Bob Dylan nannte Letzteren den besten Protestsong, den er je gehört hatte.

Jimmy Cliff bringt Reggae, Ska und den Alltag in Kingston auf die Leinwand: „The Harder They Come“

Island Records hatte ihn stets an das Rock-Publikum vermarktet, Reggae und Ska waren außerhalb von Jamaika immer noch eine Obskurität. Wenige Jahre später sollte Jimmy Cliff das ändern: 1972 spielte er die Hauptrolle in Perry Henzells „The Harder They Come“. Der Film war ein ungefiltertes Portrait des jamaikanischen Alltags, von Kingston, Kriminalität und Musik. Auf der Insel wurde er zum Phänomen, bis heute ist er einer der erfolgreichsten Filme des Landes. Doch es war der von Cliff selbst interpretierte Soundtrack mit Songs wie dem Titeltrack oder „Many Rivers To Cross“, der Reggae zu einer globalen Sensation machte.

Was folgte ist eine wahre Erfolgsgeschichte: Auftritte bei Saturday Night Live, Grammy-Awards, Zusammenarbeiten mit The Rolling Stones, Kool & The Gang, Elvis Costello und Steven Van Zandt, sowie schlussendlich die Aufnahme in die Rock‘n‘Roll Hall Of Fame. 1993 hatte er seinen bisher letzten großen Hit mit einem Cover von Johnny Nashs „I Can See Clearly Now“, sein Beitrag zu „Cool Runnings“ – eine weitere filmische Ode an seine Heimat.

Wir feiern Jimmy Cliffs Geburtstag am 2. April in den ByteFM Magazinen um 10 Uhr, 15 Uhr und 19 Uhr. Mitglieder unseres Fördervereins „Freunde von ByteFM“ können die Sendungen ab dem 3. April in unserem Archiv nachhören.

Das könnte Dich auch interessieren:

  • Foto von King Tubby, dessen Version des Jazz-Standards „Take Five“ heute unser Track des Tages ist.
    Vor genau 100 Jahren wurde der Jazz-Pianist Dave Brubeck geboren. King Tubbys Dub-Version seines Hits „Take Five“ ist unser Track des Tages!...
  • „Yıldızlar“: Türkisch-schweizerischer New Wave von Café Türk
    Unseren Track des Tages „Yıldızlar“ nahm die Band Café Türk in den 80ern auf. Eine neue Kompilation widmet sich der erstaunlichen Band....
  • Nicky Hopkins
    The Beatles, The Rolling Stones, The Kinks - vielen ihrer Werke würde ohne Nicky Hopkins etwas fehlen. Er war einer der gefragtesten Sessionmusiker Großbritanniens in den 60ern und 70ern. Auch mit Cat Stevens, Joe Cocker und The Who hat Hopkins zusammengearbeitet. Er starb vor 20 Jahren, am 4. September 1994....


Deine Meinung

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.