„Lost Tapes Of The 27 Club“: KI kreiert neue Songs von Nirvana, Jimi Hendrix, Amy Winehouse und anderen

Amy Winehouse und Kurt Cobain (Nirvana), deren Musik im Rahmen des Projekts „Lost Tapes Of The 27 Club“ von künstlicher Intelligenz analysiert wurde.

Amy Winehouse (Foto: Album-Cover von „Back To Black“) / Kurt Cobain (Foto: Sub Pop Records)

Der sogenannte Club 27 versammelt berühmte und hochtalentierte Musiker*innen, die im Alter von 27 Jahren vorzeitig gestorben sind. Dazu zählen neben Kurt Cobain, dessen Tod sich am vergangenen Sonntag zum 27. Mal jährte, auch Brian Jones, Janis Joplin, Jimi Hendrix, Amy Winehouse und andere. Wer hat sich nicht schon einmal gefragt, mit welchen Musikstücken diese Künstler*innen die Welt noch bereichert hätten, wären sie noch am Leben?

Software macht’s möglich

Genau das dachten sich wohl auch die Köpfe hinter dem Projekt „Lost Tapes Of The 27 Club“. Und eine Lösung haben sie auch gefunden, nämlich künstliche Intelligenz (KI). Mit Hilfe von Googles Software „Magenta“ wurde die Musik von einigen Club-27-Vertreter*innen anhand von bis zu 30 MIDI-Dateien analysiert. Ein künstliches neuronales Netz hat dann die Texte generiert, die von verschiedenen Musiker*innen dazu eingesungen wurden.

Herausgekommen sind erstaunlich authentisch klingende Musikstücke. Ein „Nirvana-Song“ namens „Drowned In The Sun“, ein „Jimi-Hendrix-Song“ namens „You’re Gonna Kill Me“, ein „The-Doors-Song“ namens „The Roads Are Alive“ und ein „Amy-Winehouse-Song“ namens „Man, I Know“. Hinter dem Projekt „Lost Tapes Of The 27 Club“ verbirgt sich die kanadische Organisation Over The Bridge, die sich für die psychische Gesundheit von Musiker*innen und Beschäftigten in der Musikbranche insgesamt einsetzt.

Menschlicher Aufwand trotz KI

Man wolle aber nicht nur das Bewusstsein für Ressourcen für psychische Gesundheit schärfen, sondern auch für die enorme Menge an menschlicher Arbeit sensibilisieren, die noch immer in der Erschaffung von Musik mit KI steckt, so Michael Scriven, ein Vertreter von Lemmon Entertainment, dessen CEO im Vorstand von Over The Bridge sitzt: „Am Anfang, in der Mitte und am Ende gibt es übermäßig viele menschliche Hände, um so etwas zu schaffen“, erklärte er. Er glaube nicht, dass in naher Zukunft KI echte Musiker*innen ersetzen kann. „Viele Leute denken vielleicht, dass KI irgendwann die Musiker*innen ersetzen wird, aber gegenwärtig ist die Anzahl der Menschen, die erforderlich sind, um an einen Punkt zu gelangen, an dem ein Song hörbar ist, tatsächlich ziemlich bedeutend.“

Hört Euch hier die KI-Songs des Projekt „Lost Tapes Of The 27 Club“ an:

Nirvana – „Drowned In The Sun“

Amy Winehouse – „Man, I Know“

Jimi Hendrix – „You’re Gonna Kill Me“

The Doors – „The Roads Are Alive“

Wenn Du Dich in einer akuten psychischen Krise befindest, gibt es Hilfe: Du erreichst die Telefonseelsorge rund um die Uhr unter 0800-1110111 oder 0800-1110222. Auf der Seite www.telefonseelsorge.de bekommst Du jederzeit Hilfe per Mail oder im Chat.
Depressionen sind behandelbar: Wenn Du Probleme hast, scheue Dich nicht, Deine*n Hausärzt*in darauf anzusprechen.

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Diskussionen

1 Kommentar
  1. posted by
    Toni
    Apr 6, 2021 Reply

    Das ist ganz schön krass. Also besser als ich dachte.

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