M.Bassy: Botschafter zwischen Afrika und dem Rest der Welt

Foto Blinky Bill title=Einer der vom M.Bassy e.V. nach Hamburg eingeladenen KünstlerInnen: Bill Sellanga alias Blinky Bill.

Für viele Menschen ist der afrikanische Kontinent kein Ort, der Europa in Sachen Kunst und Kultur das Wasser reichen könnte. Um solche und andere Vorurteile zu zerstören, wurde im vergangenen Jahr im Hamburger Grindelviertel der Verein M.Bassy e.V. gegründet. Die Mission: Afrikanischen KünstlerInnen, DesignerInnen und MusikerInnen eine Bühne zu bieten, um in der Hansestadt den Blick für ein Afrika jenseits von Klischees zu weiten.

Seit der Gründung im Frühjahr 2016 waren 25 KünstlerInnen bei den M.Bassy-Veranstaltungen zu Gast: Konzerte, Film-Screenings, Installationen, Talks, Lesungen, Modeschauen, Ausstellungen und Vorträge. Im Interview mit dem Magazin „Szene Hamburg“ erklärt M.Bassy-Mitbegründer Björn Lux den gemeinschaftlichen Spirit der Veranstaltungen: „Der Salon ist so eine Art Minigesellschaft. Der eine kommt aus Burkina Faso, daneben eine aus Finkenwerder, und plötzlich kommen sie miteinander ins Gespräch.“

Klangkosmos fernab von westlichen Schubladen

Einer der in die M.Bassy geladenen Künstler war der kenianische Musiker Bill Sellanga alias Blinky Bill aus Kenia. Der Produzent und DJ aus Nairobi spielte am 7. Oktober 2017 bei der fünften Ausgabe der M.Bassy-Veranstaltungsreihe – unter der Überschrift „More Aphrike“. Vorher war er zu Gast im ByteFM Magazin, wo er im Gespräch mit Michael Gehrig unter anderem auf Klischees zu sprechen kam, die dem afrikanischen Kontinent häufig entgegengebracht werden.

„Egal, was für Musik wir auf dem Kontinent machen – für Europäer ist es immer nur ‚Weltmusik‘. Das ist ganz schön seltsam“, so Sellanga. In seiner eigenen Musik transzendiert Blinky Bill diese Vorurteile: Er verschmilzt afro-futuristische Beats mit Funk, HipHop und Jazz und kreiert damit mühelos seinen eigenen Klangkosmos, fernab vom westlichen Schubladendenken.

Am 16. Dezember wird im M.Bassy-Salon die nächste, nunmehr sechste Ausgabe von „More Aphrike“ stattfinden, diesmal unter dem Motto „Shifting Spaces“. Bis zum Jahr 2050 werden laut UN eine Milliarde Menschen in afrikanischen urbanen Räumen leben – doppelt so viele wie heute. Die Stadtplanerin und Bloggerin Victoria Okoye, der Fotograf und Filmemacher Logo Oluwamuyiwa Adeyemi sowie der audio-visuelle Künstler Emeka Ogboh beleuchten dieses in der westlichen Welt oft unterschätzte Problem aus verschiedenen Perspektiven.

Mitglieder unseres Fördervereins „Freunde von ByteFM“ können in unserem Archiv das Interview mit Blinky Bill nachhören.

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