Michael C. Hall: Synthies und Pferdebetäubungsmittel

Princess Goes to the Butterfly Museum sind Michael C. Hall, Matt Katz-Bohen und Peter Yanowitz. Ihre Single „Ketamine“ ist heute unser Track des Tages.

Princess Goes To The Butterfly Museum

Michael C. Hall singt über ein Pferdebetäubungsmittel. Die meisten kennen ihn wahrscheinlich eher als Schauspieler, der Leute spielt, die viele Menschen unter die Erde bringen. Als Bestatter in „Six Feet Under“ oder als Serienmörder in „Dexter“. Wenn Schauspieler versuchen, coole Musik zu machen, geht das oft in die Hose. Doch Michael C. Hall kann eigentlich wenig falsch machen. Und dass er singen kann, bewies er schon mit der Bestatterrolle (die Figur war nämlich auch Chorknabe). Anders als singende Schauspieler vor ihm versucht sich Hall denn auch glücklicherweise nicht an der Rockstarrolle. Stattdessen gibt es düster-sedierten Synth-Wave mit dekadent-morbidem Video. Starring: Michael C. Hall, eine aus der Zeit gefallene Villa, creepy Kinder und Pferdebetäubungsmittel.

Die unbehagliche Atmosphäre des Liedes ist nicht allein der soziopathischen Kälte geschuldet, die Hall so schön auszustrahlen vermag, wenn er möchte. Essentiell sind ebenso die Beiträge der beiden Mitmusiker. Die beklemmenden Synthie-Flächen kommen von Matt Katz-Bohen (Blondie), am Schlagwerk sitzt Peter Yanowitz (The Wallflowers), dessen Zurückhaltung es zu verdanken ist, dass man die ganze Zeit das Gefühl hat, dass die Anspannung gleich gelöst wird. Eine Erlösung, die er nur in Aussicht stellt. Aber zum Glück nie liefert.

Princess Goes To The Butterfly Museum veröffentlichen Anfang 2020 eine EP. Die Single „Ketamine“ ist heute unser Track des Tages. Hört und seht sie Euch hier an:

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