Musikpreis Echo wird abgeschafft

Musikpreis Echo wird abgeschafft

Der Eklat um die Auszeichnung von Farid Bang und Kollegah führte zum vorläufigen Aus des deutschen Musikpreises Echo (Foto: BVMI, Mo Wüstenhagen)

Der Bundesverband der Musikindustrie hat aus der heftigen Kontroverse um die Echo-Preisverleihung 2018 Konsequenz gezogen: „Den Echo wird es nicht mehr geben“, heißt es in einem Pressestatement, das am 25. April auf der Website des Musikpreises veröffentlicht wurde. Am vergangenen Donnerstag wurden Kollegah und Farid Bang für ihr Album „Jung Brutal Gutaussehend 3“ in der Kategorie Hip-Hop/Urban National ausgezeichnet, auf dem die beiden Rapper zum Teil antisemitische Punchlines performten.

„Man wolle […] keinesfalls, dass dieser Musikpreis als Plattform für Antisemitismus, Frauenverachtung, Homophobie oder Gewaltverharmlosung wahrgenommen wird“, so der Bundesverband der Musikindustrie. Im Unterschied zu den Subkategorien Echo Klassik und der Echo Jazz wäre der Echo kein Jury-Preis, sondern ein reiner Publikumspreis. Nichtsdestotrotz: „Das um den diesjährigen Echo herum Geschehene, wofür der Vorstand sich entschuldigt habe, könne zwar nicht mehr rückgängig gemacht werden, man werde aber dafür sorgen, dass sich ein solcher Fehler in Zukunft nicht wiederhole.“

Als Protest gegen die Auszeichnung gaben zahlreiche PreisträgerInnen ihre Trophäen zurück, darunter der Star-Dirigent Daniel Barenboim und der Pianist Igor Levit. Auch der Musiker und Grafiker der Beatles Klaus Voormann gab den Echo, mit dem er für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden ist, zurück. Der Shitstorm um die Nominierung habe die Marke Echo nun so stark beschädigt, dass ein kompletter Neuanfang vonnöten sei: „Wie beim Echo Klassik und Echo Jazz soll beim neuen Musikpreis auch für den Pop-Bereich die Jury stärker in den Vordergrund rücken.“

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