Neue Hüsker-Dü-Reissue-Serie „Savage Young Dü“

Hüsker Dü (Foto: Steve Hengstler/Numero Group)Das Label Numero Group veröffentlicht eine umfangreiche Kompilation des Frühwerks der legendären Hardcore-Band Hüsker Dü. (Foto: Steve Hengstler/Numero Group)

Es gab nur wenige Bands, die in den 1980er-Jahren so kreativ mit dem Hardcore-Punk umgingen wie Hüsker Dü: Von wüsten 50-Sekunden-Songs über verzweifelten Proto-Emo und leidenschaftliche Folk-Songs bis hin zu zehnminütigen psychedelischen Freakouts – das Trio aus St. Paul, Minnesota, hat das Maximum aus dem Genre herausgeprügelt. Mit Alben wie dem gleichermaßen direkt zugänglichen und experimentellen „Zen Arcade“ oder „New Day Rising“ definierten sie den Punk-Sound der Dekade. Ihre frühen Veröffentlichungen leiden jedoch stark unter ihren damaligen, sehr beschränkten, Aufnahmemöglichkeiten. Das Label Numero Group hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, das Hüsker Dü‘sche Frühwerk in neuem Glanz ans Licht zu holen: Im November wird mit „Savage Young Dü“ eine massive, 69 Songs umfassende Kompilation erscheinen – und das komplett neu gemastert.

„Savage Young Dü“ wird sowohl die ersten 7‘‘-Singles der Band als auch klanglich aufpolierte Versionen ihres Debüts „Everything Falls Apart“ und des Live-Albums „Landspeed Record“ enthalten. Der Weg zur Kompilation war nicht einfach: Greg Ginn, Lead-Gitarrist ihrer Hardcore-Kollegen Black Flag und Gründer ihres damaligen Labels SST-Records, hielt jahrzehntelang die Rechte an den Aufnahmen fest in der Hand. Hüsker-Dü-Bassist Greg Norton dazu: „Es hat einige Jahre gedauert, bis alle Beteiligten sich einigen konnten. Aber Numero hat uns allen definitiv gezeigt, dass ihnen unser Vermächtnis extrem wichtig ist.“ Numero Group scheint eine Vorliebe für komplizierte Reissues zu haben: Am 20. Oktober veröffentlichen sie die ebenfalls schwer zu realisierende Jackie-Shane-Kompilation „Any Other Way“.

Das Ergebnis kann sich hören lassen: Frühe Songs wie das postpunkige „Statues“ oder das blitzschnelle „Let’s Go Die“ erstrahlen klar und definiert aus den Boxen, ohne die rohe Energie der Originale einbüßen zu müssen. Die chronologisch sortierte Kompilation gibt außerdem eine wunderbare Gelegenheit, eine Band bei der Suche eigenen Stil-Findung zu beobachten. „Savage Young Dü“ lässt sich ab heute in Gänze bei den Kollegen von NPR-Music streamen.



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