Neue Platten: Barbara Panther – „Barbara Panther“

Wer? Was? Warum? ByteFM Redakteure besprechen eine Auswahl aktueller Neuerscheinungen.

Wer? Barbara Panther ist eine in Ruanda geborene, in Brüssel aufgewachsene, mittlerweile aber in Berlin lebende Künstlerin. Mit dem nach ihr selbst benannten Album „Barbara Panther“ erscheint auf dem für seine famose Künstlerauswahl bekannten deutschen Label City Slang ihr erstes Langspielwerk. Das Album nahm Barbara Panther zusammen mit dem britischen Produzenten Matthew Herbert auf, bekannt durch seine Remixe für namhafte Musiker wie Björk, R.E.M., Yoko Ono oder Serge Gainsbourg. Kein unbekannter Name also, der in der Produzentenfunktion hinter diesem Werk stand und zusammen mit Barbara Panther ganz viele wundervolle Details erschaffen hat.

Was? Die Musik von Barbara Panther ließe sich intuitiv gut in die „Global Pop“-Schublade packen, die vor zwei, drei Jahren höchstaktuell war und mit Künstlerinnen wie M.I.A. und Santigold (damals noch Santogold) kräftige Zugpferde hatte und hat. Das passt auch gut, vereint Barbara Panther doch aufgrund ihrer Herkunftsgeschichte all die Merkmale, die man spontan mit dem Begriff „global“ assoziiert. „In die Schublade packen“ darf allerdings in diesem Zusammenhang nicht missverstanden werden. Das Wort „global“ dient hier schlicht dazu, ein äußerst breit gefächertes Sortiment an Einflüssen und Merkmalen der Musik zu beschreiben. Denn abgesehen von einer vermeintlichen „Global Pop“-Schublade, die einen möglichst großen Interpretationsfreiraum bietet, lässt sich die Musik in gar keine Schublade zwängen. Vielmehr macht dieses Werk ein hohes Maß an Abwechslungsreichtum aus, das es gilt, selbst zu erfahren, lässt sich doch gar nicht alles auf einmal mit Worten beschreiben. „Barbara Panther“ beginnt mit der Stimme der Sängerin, die bruchstückhaft aus den verschiedensten Ecken kommt, unterschiedlich eingesetzt ist und nach kurzer Zeit von dem Hauptgesang eingeholt wird. Im weiteren Verlauf erinnert diese Stimme immer wieder an die von Björk, eine Referenz also, die sich absolut sehen lassen kann. Die Elektronik, die das alles untermalt, ist stets spannend gestaltet, die Rhythmen wechseln sich ab von langsam und getragen („Wizzard“) bis hin zu treibend und hektisch („A Last Dance“).

Warum? Ja, was ist das denn nun für ein Stil? Global Pop, Avantgarde-Pop? Was auch immer! Wichtig ist bloß, das „Barbara Panther“ etwas schafft, das nicht gerade leicht ist: Es klingt innovativ. Es ist durchtränkt von einer großen Zahl spannender, gebrochener, manchmal nicht leicht zugänglichen Momente, die immer wieder von gänzlich vollkommenen Popmomenten (wie in den Refrains von „Unchained“ oder „Dizzy“) heimgesucht werden, die jedes Mal aufs Neue dafür sorgen, dass der Hörer wieder zurück in die Realität geholt wird, sollte er denn abgedriftet sein in das Reich der Träume, der außerirdischen, übernatürlichen Assoziationen, die das Hören der Musik von „Barbara Panther“ zweifelsohne hervorrufen kann. „Barbara Panther“ ist ein Album, das zeigt, wie intelligent und kunstvoll elektronische Musik, die mittlerweile ja auch schon eine lange Geschichte vorweisen kann, dass es nicht mehr leicht ist, etwas Neues zu erfinden, umgesetzt werden kann und wie frisch sie dadurch wirken kann. Gänzlich berührt Barbara Panther im allerersten Moment zwar noch nicht, doch schon beim zweiten Hören des Albums bleibt so viel haften, dass man froh ist, sich mit ihrer Musik beschäftigt zu haben.

Label: City Slang | Kaufen

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