Olifr M. Guz, Sänger der Schweizer Band Die Aeronauten, ist tot

Foto des Schweizer Musikers Oliver Maurmann alias Olifr M. Guz, der im Alter von 52 Jahren gestorben ist

Oliver Maurmann alias Olifr M. Guz, Sänger und Songwriter von Die Aeronauten, ist im Alter von 52 gestorben

Oliver Maurmann, besser bekannt unter dem Namen Olifr M. Guz, ist tot. Der Schweizer Musiker, Songwriter und Schauspieler, der mit seiner Band Die Aeronauten in den 90er-Jahren die deutschsprachige Indie-Musik umkrempelte, starb am vergangenen Sonntag an einem Herzleiden, wie der SRF berichtete. Er wurde 52 Jahre alt.

Maurmann gründete seine Band 1991 in Schaffhausen. Auf ihrem 1993er Debüt „1:72“ spielten Die Aeronauten noch schroffen Punk-Rock, verklärt mit Post-Punk-Seltsamkeit, Roman Bergamins Trompeten-Fanfaren und Maurmanns windschiefer Lyrik. Auf den Nachfolgern „Gegen Alles“ (1995), „Jetzt Musik“ (1997) und „Honululu“ (1998) verfeinerten sie ihren Sound mit 2-Tone-Elementen und Soul-Grooves. Ihre Platten erschienen auf dem Label L’age d’or, Epizentrum der Hamburger Schule, wo auch Tocotronic, Die Sterne oder Kolossale Jugend ihre Alben veröffentlichten.

Mal bittersüß, mal bitterböse

Stilistisch blieben sie bis zu ihrem letzten Album „Heinz“ (2015) unberechenbar. „Countrymusik“, einer ihrer bekanntesten Songs, kam im schunkeligen Americana-Gewand daher. Maurmanns Baritonstimme war so wandelbar wie seine Musik, konnte in einigen Momenten so bittersüß wie Stephen Merrit klingen, dann wieder so bitterböse wie Elvis Costello.

Den Bandnamen Die Aeronauten entnahm Maurmann seinem Hobby: dem Bauen von Modellflugzeugen. Neben seiner Band war Maurmann auch unter dem Namen Guz als Solokünstler aktiv. Sein letztes Soloalbum „Der beste Freund des Menschen“ erschien im Jahr 2013. Weitere Projekte, mit denen er aktiv war, waren Die Zukunft (mit Knarf Rellöm und Bernadette La Hengst), Naked In English Class, Die Zorros, Jerry J. Nixon und Zeno Tornado.

In der SRF-Serie „Güsel“ spielte er eine Hauptrolle, den Abfalldetektiv Oli. Seine Serien-Kollegen verabschiedeten sich in einem Social-Media-Post: „Olifr war einer der Guten und einer der Grossen. So ein lustiger, so ein schlauer, so ein liebenswürdiger Mensch! Oli hat mit seiner Musik und seinen Texten so viele Leute geprägt, sie unterstützt und gefördert und auf die Bühne gebracht. Dass er jetzt einfach nicht mehr da sein soll, ist so schwer zu verstehen. Ach Oli. Vielen Dank für all die tollen Lieder, die ausufernden Plaudereien, Deine fantastischen Ideen; danke für die Zeit mit Dir.“

Am 27. Januar 2020 widmet Klaus Water auf ByteFM seine Ausgabe von Was ist Musik Oliver Maurmann und seinem Werk.

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