Paul Williams wäre heute 75 geworden

Paul WilliamsPaul Williams (2.v.r.) mit The Temptations

Die Temptations zählen zu den ersten Stars des heute legendären Motown-Labels. Paul Williams war eines der Gründungsmitglieder der Band, die über die Jahre viele Line-Up-Wechsel erfuhr. Als solches wurde er 1989 posthum in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. In der Anfangszeit war er bei vielen Stücken des Vokalquintetts Leadsänger, zum Beispiel bei „Check Yourself“ und „I Want A Love I Can See“.

Seine musikalischen Anfänge machte Williams, der am 2. Juli 1939 in Birmingham, Alabama geboren wurde, im Kirchenchor und in Doo Wop-Gruppen. Im Chor lernte er Eddie Kendricks kennen, gemeinsam gründeten sie im Teenageralter The Cavaliers und zogen nach Detroit, Michigan um mit der Musik Geld zu verdienen. Unter dem neuen Namen The Primes erhielten sie einige Aufmerksamkeit. Ihr Manager Milton Jenkins castete als weibliche Entsprechung eine Band namens The Primettes zusammen. Die sollten ein paar Jahre später als The Supremes in die Geschichte eingehen.

So richtig starteten Paul Williams und Eddie Kendricks aber erst durch, als sie von ihrem Kollegen Otis Williams zu einem Vorsingen bei Berry Gordy mitgenommen wurden, dem Gründer von Motown. Das Vorsingen lief bestens und so wurden 1961 The Temptations geboren. Gemeinsam mit den Produzenten und Songwritern Smokey Robinson und Norman Whitfield wurden Mitte der 60er erste Hits geschrieben: „My Girl“ und „Ain’t Too Proud To Beg“ zum Beispiel. Ihren ersten Grammy, der zugleich der erste Grammy für Motown war, gewann die Band 1969 für die Single „Cloud Nine“, die gleichzeitig den Beginn eines neuen, psychedelischen Soul-Sounds markierte.

Zu dieser Zeit ging es mit Paul Williams Gesundheit schon bergab – er litt an einer Blutkrankheit, der Sichelzellenanämie. Die Krankheit, die vielen Auftritte und die Tatsache, dass er kaum noch als Choreograph für die Temptations arbeiten konnte, wie er es zu Anfangszeiten getan hatte, lösten bei Williams Depressionen aus. Die anderen Bandmitglieder kümmerten sich um ihn, versuchten ihn vom Alkohol fernzuhalten und bezahlten ihm noch ein Fünftel ihrer Einnahmen, auch wenn für Williams seit 1969 bei Konzerten oft Richard Street hinterm Vorhang stand und sang. Doch es half nichts, nach zwei Jahren verliess er die Temptations.

Am 17. August 1973 wurde Paul Williams tot in seinem Auto aufgefunden. Sein Tod wurde als Suizid eingestuft, auch wenn einige Indizien dagegen sprachen. Einige Monate zuvor hatte Williams eine Comeback-Single bei Motown aufgenommen, sie trägt den Titel „Feel Like Givin‘ Up“.

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