Perspektivwechsel und Synth-Pop-Understatement: Lisel

Die Sängerin Eliza Bagg alias Lisel, deren Stück „Mirage“ heute unser Track des Tages ist.

Lisel (Foto: Laura Lynn Petrick)

Perspektivwechsel gib es in Hülle und Fülle im Video zu Lisels Synth-Pop-Single „Mirage“. Die Sängerin und Produzentin aus Los Angeles lässt in dem Clip die Frage aufkommen, wessen Blickwinkel die Kamera gerade einnimmt, und spielt mit den Erwartungen. Die ZuschauerInnen müssen sich immer wieder neu orientieren. Unterschiedliche Erzählebenen tun sich auf und man fragt sich immer wieder, inwieweit man dem, was man präsentiert bekommt, vertrauen kann. Die Musik, die über allem schwebt, ist ätherischer Pop, dem man seine Durchdachtheit kaum anhört.

Denn anders als das Video und seine Perspektivwechsel legt der Song „Mirage“ seine künstlerischen Verfahren nicht offen, sondern versteckt sie eher. Was einen richtigen Popsong auch ausmacht: Er schreit Dir nicht ins Gesicht, wie schlau er doch sei. Sondern erzeugt eine Atmosphäre. Man könnte nun auch konstatieren, dass unter der 80s-New-Age-Wave-Oberfläche auch ein R&B-Groove steckt, die Künstlerin ein Faible für Choräle haben muss und eine andere Snare-Drum den Song zu einer 80s-Stadionnummer mache würde. Womit man auch Recht hätte. Aber in einem guten Popsong ist das nur ein handwerklicher Aspekt und nicht die Botschaft. Einem guten Popsong wie diesem.

Das Album „Angels On The Slope“ von Lisel ist auf Luminelle / The Orchard Music. Die Single „Mirage“ ist heute unser Track des Tages. Hört und seht ihn Euch hier an:

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